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Wichtiger Karriereschritt, der ihn einige Zeit lang beschäftigte: Löwen-Verteidiger Niklas Heinzinger entscheidet sich für den Wechsel in die DEL nach Düsseldorf.

Eishockey

Heinzinger will die Chance nutzen

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Löwen-Verteidiger Niki Heinzinger wird wohl zur Düsseldorfer EG in die DEL wechseln. Es sind nur noch Formalien zu klären, die Tölzer hätten andere Pläne mit ihm gehabt. 

Bad Tölz – Zwickmühle für die Tölzer Löwen: Einmal mehr steht der Eishockey-Zweitligist vor dem Spagat, einem gut ausgebildeten Spieler den nächsten Karriereschritt zu ermöglichen, gleichzeitig aber beim eigenen Kader an Qualität einzubüßen: Verteidiger Niklas Heinzinger steht vor einem Wechsel zur Düsseldorfer EG. Dem gegenseitigen Interesse von Spieler und Klub stehen lediglich noch Formalitäten entgegen.

Es waren wohl die starken Leistungen bei der U 20-Weltmeisterschaft, die den Serienmeister der 1990er-Jahre auf den Plan riefen. „Seither haben wir Kontakt“, sagt Heinzinger und nennt das Werben der Westdeutschen eine „reizvolle Geschichte“. Eine Ad-hoc-Entscheidung pro DEL wäre der Wechsel gleichwohl nicht. Er habe „einige Zeit“ überlegt, räumt der 20-Jährige ein. Schließlich lief die zurückliegende Saison bei den Löwen nicht wirklich rund für ihn. Neben der WM-Berufung verhinderten zwei schwere Verletzungen an Oberarm und Schulter, dass der Tölzer über 22 Einsätze (je ein Tor/Beihilfe) hinaus kam. Zudem steht der Defensivverteidiger durch den so genannten Fördervertrag noch bis zum Ende der kommenden Spielzeit beim Heimatverein in Lohn und Brot.

Der aber scheint nicht abgeneigt, das Talent ziehen zu lassen. „Mich freut’s brutal, dass der Niki so eine Chance bekommt“, betont TEG-Chef Christian Donbeck. Heinzinger sei „wieder einer von uns“, der die Möglichkeit erhalte, in einer höherklassigen Sektion dieses Sports Fuß zu fassen.

Seine persönliche Entscheidung hat Heinzinger inzwischen getroffen. „So eine Chance muss ich unbedingt nutzen – ich würde mich freuen, wenn es klappt.“ Wird es wohl auch. Allerdings liegt der Staffelstab aktuell bei den Düsseldorfern. „Sie müssen an uns herantreten“, erläutert Donbeck das Procedere. Einen Kuhhandel wird es mit ihm nicht geben. „Die Modalitäten müssen eingehalten werden.“ Sprich: Tölz hat Anrecht auf eine in den Statuten der DEL 2 festgeschriebenen Ablösesumme. Über deren Höhe schweigt Donbeck sich aus. Nur so viel: Der Betrag bemesse sich an der Restlaufzeit des Fördervertrages.

Der Substanzverlust für die Tölzer ist dabei unstrittig. Von Heinzinger hätte man sich heuer den Durchbruch als Stammkraft erwartet. „Er war fest für die ersten sechs Verteidiger eingeplant“, untermauert der 48-Jährige. Gerade in den finanziell ungewissen Post-Corona-Zeiten wollen die Löwen verstärkt auf Eigengewächse setzen. Mit Heinzingers Wechsel an den Rhein müssten die Planspiele neu sortiert werden.

Obgleich für Donbeck die Nachfolgeregelung bereits festzustehen scheint. „Dann tritt Maxi Leitner in Nikis Fußstapfen“, stellt er dem DNL-Aufrücker eine sofortige Beförderung in Aussicht. Festanstellung statt Kurzarbeit, wenn man so will. Mit Leitner, Sasa Martinovic und Manuel Edfelder stehen aktuell drei Defensivkräfte unter Vertrag. Unterschriften von Andreas Schwarz und Markus Eberhardt sind Donbeck zufolge demnächst zu erwarten, eine Stelle wird mutmaßlich für einen Importspieler reserviert.

Weitere Unterschriften, wie etwa die des künftigen Torhüter-Duos, lassen alleine ob der komplizierten Corona-Klausel auf sich warten. „Da ändert sich fast jede Woche etwas“, sagt Donbeck. Keineswegs aber in so einschneidendem Maße wie beim Karriereweg von Niki Heinzinger.

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