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Zweimal Sieger: Löwen-Topscorer Marco P fleger (Mitte) düpierte Huskies-Torhüter Gerald Kuhn (li.) beim Tölzer 5:1-Sieg gegen den Spitzenreiter doppelt. 

Eishockey: DEL 2

Paukenschlag mitten in der Krise

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Nach Niederlagenserie: Tölzer Löwen schießen Spitzenreiter Kassel mit 5:1 aus der Halle. 

Bad Tölz Mitten in die Krise hinein kommt ein solches Ausrufezeichen: Mit 5:1 haben die Tölzer Löwen gestern Abend den DEL 2-Spitzenreiter Kassel Huskies aus der Halle geschossen. Fast fehlerfrei, dafür mit hohem Tempo, großem Einsatz, stabiler Abwehr und mit nur wenigen überflüssigen Strafzeiten ließen sie die torgefährlichste Mannschaft der Liga fast leer ausgehen. „Es war ein Top-Spiel meiner Mannschaft, ein super Sieg, den sie sich verdient hat“, sagt ein hochzufriedener Löwen-Trainer Kevin Gaudet.

Das war allerdings auch nötig. Die Tölzer hatten zuvor fünf Niederlagen in Folge gesammelt, rutschten in der Tabelle ab und waren nun in der Bringschuld. Fast alle Niederlagen hatten mit unnötigen Strafen und schwachem Abwehrverhalten zu tun. Beides war gegen Kassel wie weggewischt. Möglicherweise war dazu die Bereitschaft, gegen eine der stärksten Mannschaften der Liga bestehen zu müssen, als Anreiz nötig? Mag sein, räumt Kevin Gaudet ein, der nach der 3:5-Niederlage in Freiburg am Freitag sehr laut wurde. „Ich habe in der Kabine geschrien wie in den vergangenen sechs Jahren nicht“, sagt er schmunzelnd. Vielleicht hat’s geholfen. „Die Jungs wussten, auf der Strafbank haben sie keine Chance gegen Kassel.“

Und so legten die Tölzer gleich hohes Tempo vor, dem die Gäste durch die lange Busfahrt zuweilen nicht ganz gewachsen zu sein schienen. Die Löwen nutzten gleich ihre erstes Powerplay, Shawn Weller traf zum 1:0, und die Löwen blieben am Drücker. Marco Pfleger schloss einen schönen Alleingang noch vor der ersten Pause eiskalt zum 2:0 ab. Huskies-Trainer Tim Kehler: „Tölz war uns in allen Belangen überlegen, defensiv, offensiv und in Überzahl. Unsere Leistung war einfach nur enttäuschend.“

Selbst in Phasen, in den sich der Spitzenreiter seiner vor allem offensiven Fähigkeiten erinnern wollte, wie zu Beginn des zweiten Drittels oder in der Schlussphase, hielten die Gastgeber dem Druck stand. Bis auf Ben Duffys Treffer kurz vor Schluss, der Löwen-Torhüter Sinisa Martinovic seinen Shut-out verhagelte. Immer wieder erstickten die Tölzer aufkommende Gegenwehr durch starke Zweikämpfe – und zwei weitere Treffer: Stefan Reiter knallte Hannes Sedlmayrs Querpass in Überzahl zum 3:0 unter die Latte, später zog Markus Eberhardt zum 4:0 ab. In den wenigen Unterzahlsituationen konnten sich die Löwen auf den diesmal gut aufgelegten Schlussmann Martinovic verlassen – und auf etwas Glück, wie zum Beispiel bei Nick Walters Lattentreffer.

Der Widerstand der Gäste war zwar nicht einmal nach Pflegers zweitem Treffer – er hatte nach Lubor Dibelkas Schuss ein fast leeres Tor vor sich und erhöhte abgezockt auf 5:0 – vollständig gebrochen. Doch mehr als den Ehrentreffer ließen die Tölzer nicht zu. „Meine Spieler haben 60 Minuten lang hart gekämpft“, lobt Gaudet. Für den Tabellenführer hat er guten Zuspruch parat. „Es ist nicht so schwer, nach oben zu kommen, als oben zu bleiben, weil jeder dich schlagen will.“ Und die Löwen waren „sehr bereit für den Sieg gegen uns“, räumt Huskies-Coach Kehler ein.

„Ein Sieg, den wir dringend gebraucht haben nach der Niederlagenserie“, sagt Gaudet.

Tölzer Löwen - Kassel Huskies 5:1 (2:0, 2:0, 1:1)

Tore: 1:0 (4:23) Weller (McNeely/Dibelka, 5-4), 2:0 (17:55) Pfleger (Eberhardt/Schwarz), 3:0 (24:22) Reiter (Sedlmayr/Sa. Martinovic, 5-4), 4:0 (30:11) Eberhardt (Sedlmayr), 5:0 (54:51) Pfleger (Dibelka/McNeely, 5-4), 5:1 (56:11) Duffy (Moser/Carroll), – Strafminuten: Tölz 8, Kassel 12 + 10 (Walters, Check gg. Kopf), – Schiedsrichter: Lukas Kohlmüller, Christian Oswald, – Zuschauer: 2389.

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