Löwen-Keeper Maximilian Franzreb spielte eine herausragende Saison und brachte auch die Ravensburer mit Robbie Czarnik (li.) und Mattieu Pompei (re.) in den Play-offs oft zur Verzweiflung. Doch kommende Saison müssen die Tölzer nach einem neuen Mann zwischen den Pfosten suchen.
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Löwen-Keeper Maximilian Franzreb spielte eine herausragende Saison und brachte auch die Ravensburer mit Robbie Czarnik (li.) und Mattieu Pompei (re.) in den Play-offs oft zur Verzweiflung. Doch kommende Saison müssen die Tölzer nach einem neuen Mann zwischen den Pfosten suchen.

EISHOCKEY DEL 2 - Play-off-Aus für die Tölzer Löwen

Keine Zeit für lange Trauer

  • vonOliver Rabuser
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Aus im Play-off-Viertelfinale: Die Tölzer Löwen haken die Saison ab und konzentrieren sich auf den Neuaufbau in der kommenden. Es steht eine größere Personalsuche an.

Bad Tölz – Sie spielten die deutlich bessere Vorrunde. Sie waren in diesem Play-off-Viertelfinale über weite Strecken das bessere Team – den Begriff „Team“ dabei stark betont. Und dennoch reichte es nicht zum Weiterkommen. Ursächlich ist eine massive Verschwörung nicht steuerbarer Einflüsse. Die unablässige Dezimierung des Kaders durch Krankheiten und Verletzungen erreichte beim Saisonfinale ein perfides, und letztlich nicht mehr zu kompensierendes Ausmaß. Viel Zeit zum Nachkarteln bleibt nicht, der Blick kann sich allein nach vorne richten: Die Tölzer Löwen stehen vor einem Neuaufbau – finanziell wie personell.

Keine Zeit für lange Trauer

Jürgen Rumrich verfolgte das Saison-Aus vor dem heimischen TV und fand es „sehr sehr bitter“. Mehr noch: „Unser Ausscheiden war schlimm.“ Während für die Spieler eine endliche Phase der Regeneration und Ablenkung beginnt, stehen für den TEG-Geschäftsführer umtriebige Wochen an. Es gilt, ein schlagkräftiges Team aufzustellen. Wenigstens ein halbes Dutzend Spieler werden dann nicht mehr dabei sein. „Die Veränderungen sind schade, weil es eine erfolgreiche Mannschaft war“, findet Rumrich. „Aber jetzt bauen wir eben ein neues gutes Team auf.“

Die Szenerie im letzten Match mutete diesbezüglich bizarr an. Auf dem Eis standen in Tölzer Reihen mehrheitlich Spieler, die man im kommenden Jahr in andersfarbiger Berufskleidung sehen wird. Allen voran Maxi Franzreb, dessen herausragenden Leistungen die vom Goalie erhoffte Würdigung einiger DEL-Klubs fanden. Bei Niklas Heinzinger fehlt einzig noch die Bestätigung für den Wechsel nach Düsseldorf, und Reid Gardiner wird sich offenbar in Richtung Finnland umorientieren. Für Luca Tosto dürfte sich nach einem immensen Entwicklungsschritt der Traum von der Eliteliga sogar schneller als gedacht erfüllen.

Voller Einsatz bis zum letzten Atemzug

Die Tölzer indes schauen wieder mal durch das getrübte Ofenrohr des Ausbildungsvereins ins Gebirge. So ist das Geschäft. Dass potenzielle wie fixe Abgänge bis zur letzten Sekunde alles für Gelbschwarz in die Waagschale warfen, steht außer Zweifel. Gerade Andreas Schwarz und Marco Pfleger war anzusehen, dass sie sich anders aus Tölz verabschieden wollten: Voller Einsatz bis zum letzten Atemzug. Gleiches galt für Max French, Lubor Dibelka und Thomas Merl, wenngleich die Leidenschaft des Tribünen-Trios aufs Daumendrücken beschränkt war.

Doch genau um diese Spieler wird Jürgen Rumrich eine neue Mannschaft bauen müssen. Mit der Goalie-Frage als oberste Präferenz. So ist die Fahndung nach einem Franzreb-Ersatz in vollem Gange, aber nicht weit gediehen. Rumrich spricht von „vielen Gedankenspielen“ und einer „Findungsphase“, in der man sich befinde. Klar ist: Eine Kontingentstelle kommt nur im äußersten Notfall in Frage. „Das ist nicht unser Ziel“, betont der Geschäftsführer, der auch den raren Fundus an brauchbaren Verteidigern einräumt. Doch glaubt der 53-Jährige hier an „adäquaten Ersatz“ für die Abgänge.

Kommende Woche werden Unterschriften gemacht

Und: es gibt wohl bereits Unterschriften. Namen hält Rumrich noch unter Verschluss. Er möchte erst die abrupt zu Ende gegangene Saison aufarbeiten. „Nächste Woche vielleicht“, schiebt er nach und verrät, dass der ECT durch den sportlichen Erfolg andernorts für „viel Aufmerksamkeit“ gesorgt habe.

Finanziell bewegen sich die Dinge halbwegs in erhofften Bahnen. Rumrich spricht von „viel Unterstützung“, die er von Sponsorenseite, aber auch durch die Namensgeberaktion „Euer Name – unsere Heimat“ erhalte. Auch beim Verzicht auf die vorgeschossenen Dauerkarten der abgelaufenen Runde geht es vorwärts. Die 400er-Marke ist nicht mehr weit. Gut möglich, dass bald Frenchs Verbleib in Tölz als nächstes Dankeschön an die Fans offiziell wird.

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