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Kein Durchkommen gab’s für die Tölzer Löwen um Max French (Mi.) und Jan Bednar; Steelers-Keeper Stephon Williams bekam den Puck stets unter Kontrolle und feierte in der weeArena seinen ersten Shutout.

EISHOCKEY - DEL 2

„Schwarzer Freitag“ für die Löwen: Nach zehn Siegen  folgt eine Klatsche gegen die Steelers

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Die Tölzer Erfolgsserie endet nach zehn siegreichen Matches mit einer 0:5-Niederlage gegen Bietigheim. Trotz des Rückhalts von 3100 Zuschauern waren die Löwen zu schwach im Abschluss.

Um den „Black Friday“ kam man in diesen Tagen als Internet-Nutzer nicht umhin. Egal, welche Seite man öffnete, überall blinkten Werbeeinblendungen der Versandhändler mit angeblich ultra-günstigen Angeboten auf. Eine Kampagne, die die Tölzer Löwen ganz offensichtlich missverstanden haben. Für sie wurde das Match gegen die Ellentaler wahrhaftig zum „schwarzen Freitag“. Ein verpatztes erstes Drittel erwies sich als zu große Hypothek, um an eine Aufholjagd oder gar eine Wendung des Spiels zu denken. „Bietigheim liegt uns nicht“, fand Löwen-Trainer Kevin Gaudet eine rudimentäre Erklärung. „Sie haben unsere Fehler eiskalt ausgenutzt.“

Die Statistiken musste man gar nicht erst bemühen. Denn weder das zuletzt so dominante Powerplay klappte, noch das Unterzahlspiel, und schon gar nicht der Torabschluss. Bietigheims Viererpack im ersten Abschnitt war für die Buam eine saftige Watschn. „Wir hatten einige Chancen verpasst, aber Bietigheims Kaltschnäuzigkeit war zuviel für uns“, urteilte der Gaudet. Irgendwann spielte dann auch der Kopf nicht mehr mit, und die Gäste hatten leichtes Spiel, einen komfortablen Vorsprung über die Zeit zu bringen.

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Zu Beginn lief alles gegen die Löwen. Bietigheim traf mit dem ersten erstzunehmenden Angriff sogleich zur Führung. Wenngleich dem 0:2 ein eigentlich gut sichtbarer Handpass vorausging, legitimierte das Unparteiischen-Quartett den Treffer der Schwaben. Ein Dämpfer, der auch die Fankurve erreichte, wo sich Ratlosigkeit breit machte. Erst recht, als Tim Schüle mit einem Schlagschuss neuerlich erfolgreich war. Referee Florian Feistl schickte Philipp Schlager im Vorfeld wegen Beinstellens auf die Strafbank, obwohl der Schläger des Kapitäns unmittelbar vom Bully wegbewegt wurde, Tölz zudem ohnehin schon einen Mann weniger aufbieten durfte. Ein Shorthander von Alexander Preibisch setzte dem Ganzen dann die Krone auf.

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Bei den Tölzern stimmte wenig. Schon gar nicht die Balance zwischen Defensive und Angriff. Chancenlos waren sie indes keineswegs. Stefan Reiter und Max French vergaben die besten Möglichkeiten, in der Schlussminute traf der kanadische Spielmacher statt des leeren Tores nur den Pfosten. Immer mehr durchzog eine unerklärliche Lethargie die Reihen der Kurstädter. Ansätze ja, aber mehr auch nicht. Fand die Scheibe dann doch mal den Weg an den Torraum, war sie stets sichere Beute von Steelers-Goalie Stephon Williams.

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Wenigstens einen oder zwei Tore ihrer Lieblinge hätten sich die Fans erhofft. Doch alles was die Buam anpackten, war vergebliche Mühe. Im Gegenteil: Benjamin Zientek schenkte den Tölzern im Schlussabschnitt den zweiten Shorthander ein. Stadionsprecher Dino Garrasi wollte die Stimmung nach der Schlusssirene etwas auflockern und seufzte lakonisch ins Mikrofon: „Ja mei, es gibt solche Tage.“ Bleibt aus Tölzer Sicht nur zu hoffen, dass es bei dieser einen Ausnahme bleibt. Zumindest die Online-Anbieter haben ihr Angebot mehrheitlich auf ein „Black Weekend“ ausgedehnt.

Tölzer Löwen– Bietigheim Steelers 0:5 (0:4, 0:0, 0:1)

Tore: 0:1 (6:29) Preibisch (McKnight), 0:2 (7:10) Zientek (Schüle, Swinnen), 0:3 (9:54) Schüle (5-3), 0:4 (18:05) Preibisch (McKnight 4-5), 0:5 (44:16) Zientek (Laub 4-5). – Strafminuten: Bad Tölz 6, Bietigheim 10 + 10 Breitkreuz (Check gg. Kopf/Nacken). – Schiedsrichter: Patrick Altmann, Florian Feistl. – Zuschauer: 3101.

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