Selbstbewusster Auftritt im Hexenkesselchen

- München/Bad Tölz - Überschäumend ist die Freude der Tölzer Fans nach dem 2:0-Sieg in München. Die Mannschaften sind längst in den Kabinen verschwunden, die Musik ist verklungen und im Stadion wird es allmählich dunkel, da stehen noch immer einige hundert Tölzer Fans in der Kurve und singen, was die Stimmbänder hergeben. So lange, bis die Tölzer Löwen nur leicht bekleidet noch einmal aus der Kabine kommen, und die Ovationen entgegen nehmen. Erst nach etlichen La-Ola-Wellen darf die Mannschaft unter die Duschen. Der gegentorlose Goalie Mark Cavallin legt sogar noch eine kleine Einlage nach. Es ist eine verständliche Reaktion. Der erste Saisonsieg, Auswärts, zu Null - und das in München.<BR>

Beim EHC lieferten die Isarwinkler eine tadellose Defensivleistung ab und setzten zur richtigen Zeit die entscheidenden Nadelstiche in der Offensive. Axel Kammerer hatte sogar einen "aufopferungsvollen Kampf meiner Jungs" erkannt. "Ich bin stolz darauf, wie sich die Spieler in diesem Hexenkessel präsentiert haben." Die Münchner Heimstätte als Hexenkessel zu bezeichnen, war freilich übertrieben. Lediglich 1500 Zuschauer fanden sich zum Derby der beiden Städte an der Isar ein. Darunter war gut ein Fünftel aus dem Isarwinkel angereist. Lautstarke Unterstützung erfuhren die Münchner Cracks nur anfangs. Schnell zeigte sich, dass der erste Sieg des Aufsteigers an diesem Abend nicht stattfinden würde. Gehandicapt durch den Ausfall von Leader Mike Burman sowie einem nur halb gesund angetretenen Rich Bronilla boten die Münchner die gesamte Palette spielerischer Einfallslosigkeit.<P>Natürlich galt auch an diesem Abend die Phrase, dass ein Team nur so gut spielt, wie der Gegner es zulässt. Die Tölzer Buam haben nahezu überhaupt nichts zugelassen. Die Abwehr um den überragenden Peter Gulda stand felsenfest. Dazu kam eine lauf- und einsatzfreudige Offensive, die in den Torschützen Rod Stevens und John Kachur ihre auffälligsten Protagonisten hatte.<P>Münchens Coach Gary Prior hingegen war mit der Vorstellung einiger seiner Akteure überhaupt nicht einverstanden. "Wir waren von Anfang an nervös. Der Begriff vom Pflichtsieg war nach den guten Spielen der Vorwoche wohl zu sehr in den Köpfen verankert." Die Hausherren hätten vermutlich noch Stunden weiter anrennen können, ohne einen Torerfolg zu verbuchen. Das unterstrich insbesondere die Schlussphase, als die Tölzer aufgrund einseitig ausgesprochener Strafen permanent mit mindestens einem Akteur weniger agieren mussten. So bewahrheitete sich die Vermutung von Axel Kammerer. "Ich hatte schon unter der Woche ein sehr gutes Gefühl."<P> EHC München - Tölzer Löwen 0:2 (0:1, 0:1, 0:0). - Tore: 0:1 (15:06) Stevens (Hoad, Hecker), 0:2 (23:31) Kachur (5-4). - Zuschauer: 1523. - Schiedsrichter: Langer (Zweibrücken). - Strafminuten: München 8, Bad Tölz 22 + 10 (Gulda).<P>

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