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Tölzer Siegeszug in Gefahr

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Von: Nick Scheder

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 Löwen-Keeper Josef Hölzl
Ein Fels in der Brandung muss Löwen-Keeper Josef Hölzl sein. Der dritte Tölzer Torhüter kommt beim Spiel in Kassel zu seinem ersten Einsatz bei einem DEL 2-Punktspiel. © Archiv

Nach vier Siegen in Serie: Tölzer Löwen müssen in Kassel ohne McNeely und Bohac antreten. Im Tor steht erstmals Josef Hölzl, Jimmy Hertel soll sich ausruhen.

Bad Tölz – So schön die Tölzer Erfolgsserie – vier Siege in Reihe – auch ist, die Löwen haben einen hohen Preis bezahlt: Sowohl Tyler McNeely, zweitbester Scorer der Tölzer, als auch Verteidiger Dominik Bohac fallen für das nächste Spiel definitiv aus. Deswegen schätzt Kevin Gaudet die Chancen auf eine Fortsetzung der Siegesserie bei den Kassel Huskies (Dienstag, 19.30 Uhr) nicht sehr hoch ein. „Ich wäre zufrieden, wenn wir mit einem Tor Unterschied gewinnen“, sagt der Tölzer Trainer sarkastisch.

Tölzer Siegeszug in Gefahr

McNeely erwischte im Training ein Loch im Eis, verriss sich dabei die Leiste und musste beim 8:5 gegen Freiburg gleich am Anfang wieder raus. Bohac bekam kurz vor Schluss einen Schlag in den Rücken, landete unglücklich und verletzte sich am Knie. Auch Samir Karboutli kann nicht aushelfen. Der Förderlizenzspieler des DEL-Vereins Augsburger EV ist ebenfalls an der Leiste verletzt. Rückkehrer aus dem Löwen-Lazarett gibt es keine, sodass die Tölzer mit nur sieben Stürmern nach Hessen reisen.

Und mit einem neuen Mann zwischen den Pfosten. Jimmy Hertel, der für den verletzten Marco Wölfl das Tölzer Tor hütet, sei die hohe Frequenz der Spiele anzumerken. „Er war früher immer Ersatzkeeper, hat nie so viele Partien am Stück gemacht, er braucht jetzt mal eine Pause, damit er am Donnerstag gegen Heilbronn wieder fit ist“, sagt Gaudet. Gleichzeitig möchte er Torhüter-Talent Josef Hölzl eine Chance geben, als dessen Ersatz tritt DNL-Keeper Joshua Baron (18) die achtstündige Reise nach Hessen mit an. „Für Hölzl ist es eine gute Gelegenheit, er hat nichts zu verlieren, da habe ich keine Bedenken“, nimmt Gaudet den 21-Jährigen schon vor seinem ersten DEL 2-Einsatz in Schutz. „Wenn wir ohne zwei Ausländer und mit dem kleinen Kader zehn Häusl kassieren, ist es nicht seine Schuld.“

Kassel ist die Mannschaft der Stunde

Und das sei gar nicht mal ausgeschlossen. Kassel ist die Mannschaft der Stunde in der DEL 2. Hat nach schwachem Saisonstart 27 Punkte in den letzten 11 Spielen gesammelt, sei für Gaudet immer schon ein Meisterschaftskandidat gewesen. „Die hatten am Anfang einfach ihre Probleme, sich wieder neu zu motivieren.“ In der Vorsaison verpassten sie den Aufstieg, als sie das Play-off-Finale gegen Bietigheim nach 2:0-Führung noch verloren. Heuer wird das Ziel von vorneherein aus finanziellen Gründen verfehlt. Zudem musste das Team erst einmal zueinanderfinden. Das scheint spätestens mit der Verpflichtung von Stürmer Mitch Wahl von Erstligist Bremerhaven gelungen zu sein.

Doch Gaudet weiß immer noch ein paar Trümpfe in seiner Hand. Da ist zum einen die überraschend gute Effizienz seiner Löwen in der Offensive: Gegen Freiburg brauchten sie für die vier Tore im Mitteldrittel nur acht Torschüsse. Zum anderen scheinen sie mittlerweile sein Spielverständnis inhaliert zu haben, halten sich von der Strafbank fern, sind defensiv gefestigt. Die jungen Spieler haben sich verbessert. Und dann sind da auch noch die individuellen Qualitäten zum Beispiel von Lubor Dibelka oder Cam Spiro, die nach ihren Verletzungen jeweils zu Hochform auflaufen und unablässlich punkten. Auch die Rückkehr von Marcus Götz in die Abwehr tue der Mannschaft gut.

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