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Das Sorgenkind der Tölzer Löwen ist die Abwehr

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Von: Wolfgang Stauner

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Angeschlagen: Der Tölzer Goldhelm Lubor Dibelka (li.) hat sich in Dresden beim Aufwärmen verletzt. Die Einsatz-Chance des Topscorers gegen Crimmitschau schätzt Löwen-Trainer Kevin Gaudet auf fifty-fifty.
Angeschlagen: Der Tölzer Goldhelm Lubor Dibelka (li.) hat sich in Dresden beim Aufwärmen verletzt. Die Einsatz-Chance des Topscorers gegen Crimmitschau schätzt Löwen-Trainer Kevin Gaudet auf fifty-fifty. © Ewald Scheitterer

Bad Tölz – Ein straffes Programm haben die Tölzer Löwen vor der Brust: drei Spiele in fünf Tagen; davon zwei gegen Teams aus der Spitzengruppe. Zum Auftakt gibt heute Abend der Tabellenzweite aus Crimmitschau seine Visitenkarte in der RSS-Arena ab, am Sonntag geht’s dann ins Allgäu zum Vierten Kaufbeuren, und am Dienstag – abermals vor heimischer Kulisse – rücken die Tigers aus Bayreuth an.

Doch es ist nicht nur die schiere Anzahl an Spielen, die Kevin Gaudet Kopfzerbrechen bereiten. Vor allem über der Aufstellung grübelt der Löwen-Trainer. Kann Lubor Dibelka spielen, nachdem er sich in Dresden beim Aufwärmen zerrte? „Die Chancen stehen fifty-fifty“, sagt Gaudet. Ist Tom Horschels angeknackster Daumen soweit hergestellt, dass er aufs Eis kann? „Fifty-fifty“, so Gaudet erneut. Immerhin hat Anton Engel seine Gehirnerschütterung auskuriert, und auch Samir Kharboutli wurde von den Augsburger Panther fürs Wochenende abgestellt. „Er hat während der Woche mittrainiert. Das war okay“, räumt der Coach ein, „nun muss er seine Qualitäten auch im Spiel zeigen.“ Dibelka wird er freilich nicht ersetzen können.

30 Einsatzminuten hat Cam Spiro noch nicht drauf.“

Kevin Gaudet, Trainer der Tölzer Löwen

Auch Cam Spiro kommt mit jeder Eiseinheit näher ans Mannschaftsniveau heran, doch ein Einsatz käme für den fünften Kontingentspieler auf jeden Fall zu früh. „Jeder unserer Ausländer muss 25 bis 30 Minuten spielen“, fordert Gaudet, „das hat Spiro noch nicht drauf.“

Wie sehr es die Eispiraten aus Crimmitschau heuer drauf haben, überrascht selbst den Löwen-Trainer. Die Westsachsen haben während des Sommers zwar mit Marian Bazany einen neuen Trainer verpflichtet – nachdem Mario Richer Knall auf Fall seinen Vertrag gekündigt hatte – doch ansonsten wenig Fluktuation im Team gehabt.

Eispiraten mit herausragendem Torwart: slowenischer Nationalkeeper Luka Gracnar

Herausragend besetzt haben sie indessen die Torwart-Position: Luka Gracnar hat als slowenischer Nationalspieler 40 internationale Einsätze auf dem Buckel, darunter die Teilnahme an zwei Olympischen Spielen und drei A-Weltmeisterschaften und kommt aus Österreichs 1. Liga. „Er ist der Schlüssel zum Erfolg“, sagt Gaudet, der den letztjährigen Neunten zur Überraschungsmannschaft der DEL 2 kürt. Als Bazany seinem Star gegen Aufsteiger Selb eine Verschnaufpause gönnte, ging das prompt mit 2:3 in die Hose.

Ein ähnliches Schicksal erlitten jüngst auch die Tölzer – mit 4:6 fiel es sogar noch etwas heftiger aus. Die Defensive, das ist derzeit Gaudets Sorgenkind: „Elf Gegentore an einem Wochenende sind entschieden zu viel. Damit gewinnst du keine Spiele.“ Vier davon waren Blueliner, bei denen Löwen-Goalie Marco Wölfl die Sicht versperrt war. „Wir müssen besser blocken, uns in die Schüsse stellen“, fordert der Coach. Denn die Eispiraten sind nicht nur hinten stark aufgestellt, sondern haben vorne mit Scott Feser (6 Tore), Mathieu Lemay (4) und Vincent Schlenker (5) starke Schützen.

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