Geht weite Wege, ist schnell, tifft und bereitet vor: Florian Strobl, Topscorer der Löwen in der abgelaufenen Saison, verlängert um ein Jahr in Tölz. Foto: Archiv

Topscorer bleibt, aber vier gehen

Bad Tölz - Löwen-Topscorer Florian Strobl unterschreibt für eine weitere Saison. Doch Anton Prommersberger, Christian Urban, Thomas Merl und Michael Fischer stehen nicht mehr zur Verfügung.

Mister Zuverlässig bleibt ein Tölzer Löwe: Florian Strobl, Topscorer der Vorsaison, verlängert seinen Vertrag um ein Jahr. „Auf ihn kann man sich immer 100-prozentig verlassen“, lobt Löwen-Trainer Florian Funk. „Strobl ist ein weiterer wichtiger Eckpfeiler für unseren Kader“, meint ECT-Präsident Josef Hintermaier. Allerdings müssen die Löwen bis jetzt vier Abgänge verkraften: Kapitän Christian Urban beendet seine Karriere, Thomas Merl spielt auf keinen Fall mehr in Tölz, mit Anton Prommersberger haben die Löwen nicht verlängert, Michael Fischer geht zurück nach Landsberg.

Die Abgänge sind für Hintermaier noch kein Grund zur Sorge. „Für die vier sollten wir aber schon adäquaten Ersatz finden“, meint Löwen-Trainer Florian Funk. „Ich hoffe, Klaus Kathan ersetzt einen davon.“ Vor allem in der Abwehr sieht er Handlungsbedarf. Verteidiger Prommersberger beendet seine Karriere berufsbedingt. Der 32-Jährige hat seine Ausbildung abgeschlossen, arbeitet Vollzeit. Er hätte sich zwar nebenher eine weitere Saison bei den Löwen vorstellen können. „Aber beim Geld sind wir nicht zusammengekommen“, sagt er. Jetzt hängt er seine Schlittschuhe an den Nagel, nimmt sie höchstens noch für Sternstunden-Eishockey-Spiele herunter.

Beim derzeitigen Stand des Kaders schmerzt Funk der Abgang des Routiniers schon. Prommersberger ist zwar kein besonders auffälliger Spieler. Aber ein solider Verteidiger. „Was er machen sollte, hat er gut gemacht“, sagt Funk. Jetzt bleiben der Tölzer Defensive nur die Kolacny-Brüder Christian und Florian als Routiniers erhalten. Außerdem die jungen Spieler Andreas Schwarz, Dominik Fuchs und Dennis Neal, der auch im Sturm einsetzbar ist. „Im Augenblick können wir die Lücken hinten mit eigenen Leuten nicht schließen, dafür fehlt die Erfahrung“, mahnt Funk. Für die Offensive schaut es - auch dank Strobl - ganz gut aus, auch wenn erst acht weitere Unterschriften vorliegen. Aber Yanick Dubés Signatur erfolgt wohl sicher. Auch bei Hannes Sedlmayr sei man auf einem guten Weg. „Er hatte in der Vorsaison viel Verletzungspech“, meint Hintermaier. „Wir wollen ihn behalten.“ Klaus Kathan könnte der Löwen-Trainer für den Angriff gut gebrauchen. Verzichten muss er auf Michael Fischer. „Er hat versucht, seine Arbeit zu machen, hatte mal gute, mal weniger gute Spiele“, sagt Funk, der die Lücke mit jüngeren Spielern auffüllen will. Was Fischer vorhat, weiß Funk nicht. Der Stürmer war gestern telefonisch nicht zu erreichen.

Strobl ist ein Spieler, der sich immer reinhängt, einer der schnellsten Löwen, der nach hinten und vorne weite Wege geht. Die Weiterverpflichtung des 23-Jährigen war jedoch keineswegs sicher. Er hatte Angebote von Zweitligisten aus der Umgebung, schaute sich bei DEL-Clubs um. „Aber eigentlich gab es keinen Grund zu wechseln“, sagt Strobl. Außerdem ließ sich nur bei den Löwen Eishockey und berufliche Karriere unter einen Hut bringen: Strobl drückt ab September wieder die Schulbank, besucht die technische Meisterschule Maschinenbau. „Bei den Löwen passt alles, ich kenne die Leute, und es macht viel Spaß.“ Um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, verdient er sich als Nachwuchs-Trainer beim ECT noch ein wenig Geld dazu. „Wohnung, Auto - Freundin“, sagt Strobl lachend. „Das muss alles bezahlt werden.“

Bei den Löwen zählt Strobl mit 23 Jahren zu den Routiniers. Mit der abgelaufenen Saison ist er nicht vollauf zufrieden. „Da haben wir etwas gutzumachen.“ Er fasst sich zwar auch an die eigene Nase. „Man kann immer besser werden.“ Doch er nimmt auch die jüngeren Spieler in die Pflicht. „Wir müssen mannschaftsintern wieder mehr Zug reinbekommen“, fordert er. Als Nachwuchs-Spieler habe man um einen Stammplatz nicht wirklich kämpfen müssen. „Kein Vorwurf an die Jungen, aber Konkurrenz schadet nicht.“ Wenn man etwas erreichen wolle, müsse man immer 100 Prozent geben. Deswegen stößt die Ankündigung von Trainer Florian Funk, härter zu trainieren, bei Strobl auf vollste Zustimmung.

Löwen-Kader:

Tor: Viona Harrer, Marco Wölfl; Abwehr: F. Kolacny, C. Kolacny, Schwarz, Fuchs, Neal; Angriff: Kottmair, Ketterer, Kammerer, Eder, Strobl, Pfleger, Fischhaber, Kimmel, Körner.

(Nick Scheder)

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