"Tölz ist keine Herausforderung"

- VON HANS STAAR Bad Tölz - Der Pokalkampf der Tölzer Löwen gegen die Düsseldorfer EG (Sonntag 19 Uhr) ist wie das biblische Kräftemessen zwischen David und Goliath. Auf der einen Seite die Isarwinkler mit sieben 17- und 18-Jährigen, auf der anderen Seite das Star-Ensemble der Rheinländer, deren Manager das Match als "keine große Herausforderung" einstuft.<BR>

<P>Der Blick auf die finanziellen Möglichkeiten der beiden Teams spiegelt das mutmaßliche Kräfteverhältnis wider: Bad Tölz lässt sich sein Zweitliga-Team alles in allem 500 000 Euro kosten. "Davon bezahlen die Düsseldorfer ungefähr zwei Spieler", sagt Löwen-Trainer Axel Kammerer. Das mag hinkommen. Den Rheinländern ist die bevorstehende Saison 6,2 Millionen Euro wert. Gleichwohl versichert Kammerer tapfer: "Wir treten selbstverständlich an, um zu gewinnen."<P>Über Pokalrunde eins sind die Tölzer noch nie hinausgekommen. Dem 1:4 in Selb anno 2002 folgte ein Jahr darauf gegen die Kölner Haie ein 0:2. Im Vorjahr unterlagen die Löwen dem ERC Ingolstadt nach hochdramatischem Spiel unglücklich mit 3:4. Derweil bekleckerten sich die DEG Metro Stars nicht gerade mit Ruhm: Beim Oberligisten Heilbronn lagen die Rheinländer im Schlussdrittel schon mit 1:3 hinten, um am Ende mit Ach und Krach 4:3 zu gewinnen. Der Pokal und seine eigenen Gesetze . . .<P>DEG-Manager Lance Nethery und seine Truppe treffen schon am Samstag in Bad Tölz ein, legen am Sonntag vor dem Spiel noch eine Trainingseinheit in der Arena ein. Doch motivationsfördernd ist es nicht gerade, was der sportliche Leiter im Vorfeld von sich gibt: "Der Pokal ist eher unwichtig", wird Nethery zitiert, und Tölz sei "keine große Herausforderung". Er hätte lieber gegen einen stärkeren Konkurrenten gespielt und fürchtet, "dass es ein zu leichter Sieg wird".<P>Axel Kammerer sieht das Match naturgemäß aus einem anderen Blickwinkel: "Ich hoffe, dass meine Burschen nicht allzu viel Respekt haben", sagt er und verweist darauf, dass einige seiner Nachwuchskräfte das erste Pflichtspiel im Seniorenbereich bestreiten. Zu tun bekommen sie es mit Haudegen wie Craig Johnson mit der Routine von 583 NHL-Spielen. Bei den Löwen fehlt ausgerechnet der Erfahrenste: Peter Gulda muss wegen einer Mandelentzündung passen.<P>Für Axel Kammerer, der als Trainer Kassel ins Finale führte und noch nie ein DEB-Pokalspiel verlor, waren die Spiele gegen Düsseldorf "schon immer etwas ganz besonderes": Nach dem Spiel gegen Düsseldorf bekam der Tölzer von den Kassel Huskies den Stuhl vor die Tür gestellt. Diese Sorge muss der Ex-Nationalspieler in Bad Tölz jedenfalls nicht haben.<P>

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