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Eiskalt vollstreckt: Löwen-Stürmer Max French (li.) steht goldrichtig zum Nachschuss und lässt Eislöwen-Torhüter Florian Proske beim 3:0 für Tölz keine Chance. 

Eishockey: DEL 2

Strafen machen’s spannend

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Nach 4:0-Führung: Die Tölzer Löwen halten Dresdner Schlussoffensive stand und siegen 5:4. 

Bad Tölz– Eindrucksvoller Heimauftakt mit am Ende glücklichem Ausgang: Mit gutem Spiel, verbessertem Powerplay und gesteigerter Effizienz im Torabschluss setzen sich die Tölzer Löwen gestern Abend mit 5:4 gegen die recht hoch gehandelten Dresdner Eislöwen durch. Dass es nach klarer 4:0-Führung nach 43 Minuten im Schlussdrittel noch einmal spannend wurde, lag vor allem am Gegner. Die Eislöwen, auf vielen Positionen verstärkt, schienen anfangs noch nicht ganz eingespielt zu sein oder unterschätzten die Hausherren. Doch in der Schlussphase drehten sie auf, machten immensen Druck und kamen heran. Da habe Torhüter Sinisa Martinovic die Löwen im Spiel gehalten, meint Trainer Kevin Gaudet. „Er war hervorragend – trotz der vier Gegentore.“

Die Gastgeber, die mit drei Reihen aufliefen, harmonierten sehr gut und legten mit viel Tempo los. Vor allem die Paradereihe mit Shawn Weller, Lubor Dibelka und Tyler McNeely machte mächtig Druck. Später überzeugten vor allem Doppeltorschütze Max French, Marco Pfleger mit Pfostentreffer und Hochkarätern und Verteidiger Sasa Martinovic. „Wir haben uns viele Chancen erarbeitet“, sagt Gaudet. „Hätten mehr nutzen können.“ Die Special-Teams arbeiteten zunächst zu vollster Zufriedenheit des Trainers: In Unterzahl ließen die Tölzer kaum etwas zu, im Powerplay zeigten sie sich verbessert und prüften Eislöwen-Torhüter Florian Proske häufig.

Der blieb Sieger – bis Dibelka in Überzahl auf 1:0 stellte. Kein Zufallsprodukt, Matt MacKenzie und Pfleger hatten in erneuter Überzahl gute Chancen, die Führung auszubauen. Auch Manuel Edfelder und Hannes Sedlmayr waren nahe dran. Von Dresden, das Gaudet zu den Top-Fünf der DEL 2 zählt, war dagegen wenig zu sehen. Toni Ritter scheiterte an Martinovic, der Tölzer Goalie blieb auch gegen Alexander Dotzler zweimal Sieger.

Und plötzlich war bei den Löwen so etwas wie Kaltschnäuzigkeit zu sehen. French schlug zweimal geradlinig in Torjägermanier zu, erhöhte auf 3:0 – keineswegs unverdient. Erst fälschte der Kanadier Hannes Sedlmayrs Schlagschuss zum 2:0 ab. Dann stand er nach Pflegers Scheibe goldrichtig zum Nachschuss und ließ Proske keine Chance. „Wir haben viel investiert, hatten auch etwas Puckglück“, meint Gaudet. Ebenfalls eiskalt: Sasa Martinovic, der Shawn Wellers Konter über links eiskalt zum 4:0 vollstreckte.

Abschlachten lassen wollten sich die Gäste aber dann doch nicht, machten im Schlussdrittel mächtig Druck, verkürzten per Doppelschlag in 37 Sekunden auf 2:4. Shawn Weller traf gleich darauf zum 5:2, als er Matt MacKenzies Blueliner abfälschte. Dennoch gaben die Eislöwen nicht auf. Als Philipp Schlager auf die Strafbank musste, verkürzte Steve Hanusch auf 3:5, kurz vor Schluss reduzierte Mario Lamoureux auf ein Tor Rückstand.

„Dresden hat gezeigt, dass es ein talentiertes Team hat, das hätte auch anders ausgehen können“, sagt Gaudet angesäuert. Der Grund für seinen Ärger: die Disziplin. „Wir haben zu viele Strafen genommen, in Bayreuth hat uns das den Sieg gekostet, und es wäre fast wieder passiert.“ Und nicht alle Talente wussten ihn zu überzeugen. So nahm er Luca Tosto nach ein paar Einsätzen im ersten Drittel komplett aus dem Spiel. „Er hat zuletzt kaum mit uns trainiert, in der DNL spielst du ein ganz anderes Tempo, er muss und wird sich verbessern.“

Tölzer Löwen - Dresdner Eislöwen 5:4 (1:0, 2:0, 2:4)

Tore: 1:0 (13:52) Dibelka (Schlager/Sedlmayr, 5-4), 2:0 (28:41) French (Sedlmayr/Pfleger), 3:0 (38:42) French (Pfleger/Dibelka), 4:0 (43:08) Sasa Martinovic (Weller/Dibelka), 4:1 (47:55) Knackstedt (Huard/Kretschmann, 4-4), 4:2 (48:32) Biezais (Lamoureux/Lavallée, 4-3), 5:2 (50:46) Weller (MacKenzie/McNeely), 5:3 (54:28) Hanusch (Huard/Pielmeier, 5-4), 5:4 (59:53) Lamoureux (Knackstedt/Mitchell, ENG), – Strafminuten: Tölz 16, Dresden 10, – Schiedsrichter: Patrick Altmann, Roland Aumüller. – Zuschauer: 2728.

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