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Bewacher und Vorbereiter: Löwen-Verteidiger Matt MacKenzie (hinten li.) hatte nicht nur EVR-Torjäger Jeff Hayes (vorne li.) gut im Griff. Er bereitete auch zwei Tölzer Tore vor und schoss eines selbst.

Eishockey: DEL2

Einziges Manko: Chancenverwertung

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Die Tölzer Löwen schlagen Meister Ravensburg mit 4:3, hätten sich aber die Verlängerung auch sparen können. 

Bad Tölz– In teils beeindruckender Manier holten die Tölzer Löwen auch im vierten Spiel in Folge Punkte. Mit phasenweise hohem Tempo und guten Kombinationen rangen sie dem amtierenden DEL 2-Meister EV Ravensburg in der Verlängerung einen 4:3-Sieg ab. Allerdings wäre auch die volle Ausbeute möglich gewesen: Im Schlussabschnitt waren die Tölzer gestern Abend mit 3:2 in Führung liegend teilweise drückend überlegen, versäumten es aber, den Sack zuzumachen und kassierten den Ausgleich. Erst der Spieler des Abend, Max French, der erneut doppelt traf, sorgte für die Entscheidung. „Ich freue mich, meine Mannschaft hat hervorragend gespielt“, sagt Löwen-Trainer Kevin Gaudet.

Als Spitzenreiter – punktgleich mit drei anderen Teams – legten die Löwen standesgemäß los. Extrem schnell, mit schönen direkten Kombinationen zielstrebig nach vorne. Und auch die Effizienz konnte sich zunächst sehen lassen: Matt MacKenzie von der blauen Linie ließ Ex-Löwen-Goalie Marco Wölfl das erste Mal nach kaum drei Minuten hinter sich greifen. Max French vollstreckte Hannes Sedlmayrs Zuspiel zum 2:0, nachdem die Gastgeber zuvor eine ganze Reihe Schüsse auf den Ravensburger Kasten abgefeuert hatten. Gaudet: „Wir waren das dominante Team.“

Ravensburg hielt zwar das Tempo mit, fiel aber nicht als Übermannschaft auf – bis Andreas Schwarz als erster Löwe auf die Bank musste. Es folgte ein ganz gefährliches Powerplay der Gäste, das die Tölzer zwar mit Ach und Krach sowie dank starkem Sinisa Martinovic zwischen den Pfosten überstanden. Aber kurz darauf kassierten sie den Anschlusstreffer, Thomas Brandl ließ dem Löwen-Keeper keine Chance.

Das zweite Drittel verlief weniger aufsehenerregend. Keiner wollte viel riskieren, es ergaben sich wenige Chancen und nur eine Handvoll Torschüsse. Beide Teams fuhren nicht mehr so schnell über das Eis. Ein Tor für die Tölzer aus dem Nichts wurde aberkannt, weil die Scheibe nicht über der Linie war. Weil die Löwen die Führung nur verwalteten, kam der Ausgleich nicht unverdient – und zwar bei eigener Überzahl: Nach einem Wechselfehler schnappte sich David Zucker den Puck und versenkte ihn zum 2:2. „Da haben wir Ravensburg ein Geschenk gemacht“, sagt Gaudet kopfschüttelnd. „Aber man sieht die Erfahrung, das Potenzial dieser Mannschaft.“

Doch im Schlussabschnitt war Tölz erneut klar überlegen. Die Buam nahmen das Tempo der Anfangsphase wieder auf, die Gäste liefen nur noch hinterher, wussten sich nur durch Fouls zu helfen, sodass die Löwen fast zehn Minuten lang in Überzahl agieren durften. Es sprang allerdings nur ein Treffer heraus, als Marco Pfleger aus dem Gewühl heraus zum 3:2 abschloss.

Doch die anschließenden Top-Chancen – Lubor Dibelka scheiterte mehrfach bei schönen Alleingängen, Pfleger aus kurzer Distanz – blieben ungenutzt. Und das sollte sich rächen: Mit der ersten nennenswerten Möglichkeit im Schlussdrittel gelang Ravensburg der erneute Ausgleich. Martinovic hielt Jeff Hayes’ Schuss nicht fest, den Nachschuss versenkte Vincenz Mayer. Die erneute Führung verpassten mehrfach Hannes Sedlmayr und Dibelka. Gaudet sieht bei der Chancenverwertung Luft nach oben, ist aber zuversichtlich: „Das ist etwas, das wir verbessern können“, meint der Löwen-Trainer. „Besser wir haben Chancen und vergeben sie, als wenn wir einfach zu schwach sind.“

Das waren die Löwen ganz und gar nicht. Am wenigsten Max French, der sich kurz vor Ablauf der Verlängerung ein Herz fasste, einfach mal draufhielt und die Scheibe in den Winkel drosch.

Tölz - Ravensburg n.V. 4:3 (2:1, 0:1, 1:1/1:0)

Tore: 1:0 (2:45) MacKenzie (Pfleger/Weller, 5-4), 2:0 (8:45) French (Sedlmayr/MacKenzie), 2:1 (11:58) Brandl (Merl/Kornelli), 2:2 (38:05) Zucker (Just, 4-5), 3:2 (45:43) Pfleger (MacKenzie/McNeely, 5-4), 3:3 (52:53) Mayer (Hayes/Sturm), 5-4), 4:3 (64:17) French (Schlager/McNeely), – Strafminuten: Tölz 10, Ravensburg 14, – Schiedsrichter: Christian Oswald, Erich Singaitis, – Zuschauer: 2733.

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