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Zur Verzweiflung gebracht: Löwen-Goalie Maximilian Franzreb (li.) stemmte sich den Kasseler Stürmern – hier Corey Trivino neben Manuel Edfelder (re.) – mit starken Paraden erfolgreich entg egen.

Eishockey: DEL 2

Die erfolgreichen Tölzer Konter-Wellen

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Die Tölzer Löwen schlagen Spitzenreiter Kassel zum zweiten Mal. Neuer Torhüter Maximilian Franzreb starker Rückhalt bei 3:1. 

Bad Tölz – Öfter so eine Leistung, und die Tölzer Löwen müssten längst nicht mehr um die Playoffs bangen. Gegen Spitzenreiter Kassel Huskies lieferten sie gestern eine nahezu makellose Leistung ab und gewannen mit 3:1. Sie hielten dem teils immensen Druck des Spitzenreiters im ersten Drittel und in der Schlussphase Stand, zeigten durchdachte Offensivaktionen und nutzten im Mittelabschnitt zur rechten Zeit ihre Chancen. Ein hervorragend aufgelegter Maximilian Franzreb zwischen den Pfosten hielt die Löwen im Spiel und wurde erst kurz vor Schluss um seinen verdienten Shutout gebracht.

Kassel war keineswegs ein schwacher Gegner, machte gleich zu Beginn im Powerplay und später in einer temporeichen Schlussphase mächtig Druck. Doch Löwen-Keeper Franzreb brachte den Kasseler Topscorer Ben Duffy sowie Alexander Karachun, Corey Trivino und Austin Carroll regelmäßig zur Verzweiflung. Nicht nur wehrte er ihre Schüsse zuverlässig ab. Sondern er verhinderte auch Nachschüsse, indem er Scheiben festhielt, wenn angebracht. „Wir hatten einen sehr starken Goalie“, lobt auch der Tölzer Trainer Kevin Gaudet. Franzreb verlieh der Mannschaft Sicherheit, die sehr abgeklärt verteidigte. Besonders Matt MacKenzie klärte mehrfach brenzlige Situationen zuverlässig. Straubing-Leihgabe Maximilian Gläßl half ebenfalls, die Defensiv-Ausfälle Markus Eberhardt und Sasa Martinovic gut zu kompensieren.

„Wir hatten Schwierigkeiten, in die Tölzer Zone zu kommen“, räumt Huskies-Trainer Tim Kehler ein. Wichtig war es, dass die Löwen die erste Unterzahlsituation – auch dank Franzreb – überstanden und mit 0:0 in die erste Pause gingen. Dann zahlte sich die Geduld aus – und erfolgreiche Fastbreaks. „Tölz war mit seinen Konter-Wellen sehr effektiv“, sagt Kehler. „Wir waren bereit, haben um jeden Zentimeter gekämpft, haben sehr gut dagegengehalten“, lobt Gaudet.

Und nicht nur das: Ansehnliche Offensivaktionen der Buam beschäftigten den Spitzenreiter, Luca Tostos dritter Saisontreffer war für den Löwen-Coach der Schlüssel zum Erfolg: „Das Spiel war sehr ausgeglichen, das Tor hat uns Schwung gebracht“, sagt Gaudet. Der 19-Jährige Tosto schweißte Marco Pflegers Zuspiel zentral vor dem Kasten in die Maschen.

Getoppt wurde das schöne Tor nur noch durch Lubor Dibelkas 2:0. Er tankte sich durch die Huskies-Abwehr, verzögerte seinen Abschluss so lange, bis Huskies-Torhüter Gerald Kuhn auf dem Eis lag, um die Scheibe aus spitzem Winkel über den Keeper ins Tor zu lupfen. Tosto, Stefan Reiter, Pfleger und Max French hätten die Führung ausbauen können, bevor die Löwen komplette Dominanz im Powerplay demonstrierten. Sie vergaben jedoch etliche Hochkaräter, bis Kassel zur Schlussoffensive blies. Franzreb hielt alles, brachte die Huskies-Stürmer schier zur Verzweiflung, bis er sich in doppelter Unterzahl – Kassel ohne Torwart – doch noch Nathan Burns geschlagen geben musste. Doch Shawn Weller machte mit seinem Schuss ins leere Tor den Sack zu. „Wenig Strafen, gute Abwehr, es war ein Sieg der ganzen Mannschaft“, lobt Gaudet.

Tölzer Löwen – Kassel Huskies 3:1 (0:0, 2:0, 1:1)

Tore: 1:0 (26:36) Tosto (Pfleger/French), 2:0 (33:22) Dibelka (French/MacKenzie), 2:1 (58:17) Scalzo (Duffy/Burns, 6:4), 3:1 (59:20) Weller (McNeely, ENG), – Strafminuten: Tölz 4, Kassel 6, – Schiedsrichter: Martin Holzer, Ulpi Sicorschi, – Zuschauer: 2522.

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