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Kein Weg vorbei: Und wenn die Scheibe mal an Olafr Schmidt (li.) vorbeiging, so wie bei Hannes Sedlmayrs (re.) Penalty, verhinderte das Torgestänge Zä hlbares für die Tölzer Löwen. 

Eishockey: DEL2

Pfosten und Schmidt verhindern mehr Punkte

  • Nick Scheder
    vonNick Scheder
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Die Tölzer Löwen dominieren gegen Ravensburg lange, scheitern aber ständig an Keeper und Torgestänge und verlieren 1:2 n.P.

Bad Tölz – Zum zweiten Mal in Folge – und zum vierten Mal insgesamt – endete ein Spiel der Löwen gegen die Ravensburg Towerstars mit einem Tor Unterschied. Nach dem 3:2-Auswärtssieg am Freitag zogen die Tölzer gestern zuhause beim 1:2 nach Penaltyschießen den Kürzeren. Trotz solider Abwehr, mehrfachen Pfostentreffern und weiteren Hochkarätern. Vergebene Chancen rächen sich, das ist Gesetz. „Wir können nicht viel mehr geben als das“, sagt Löwen-Trainer Kevin Gaudet. „Wenn wir den zweiten und dritten Treffer nicht machen, wird es am Ende sehr schwer gegen eine Mannschaft wie Ravensburg.“

EVR-Torhüter Olafr Schmidt brachte die Löwen schier zur Verzweiflung. Er parierte selbst die besten Möglichkeiten und Alleingänge der Löwen. Musste sich nur beim kuriosen Tölzer Führungstreffer geschlagen geben – und bei Marco Pflegers Penalty im Shootout. Doch weil Andreas Driendl seine beiden Versuche verwandelte, ging der Zusatzpunkt an Ravensburg.

So weit hätten es die Löwen nicht kommen lassen müssen. Sie bestimmten das Spiel mit komplettem Kader von Anfang an. Bei den Gästen fehlten sieben Spieler, unter anderem Robin Just und der Ex-Tölzer Thomas Merl. Die Hausherren ließen wenig zu und tauchten ständig gefährlich vor dem Ravensburger Tor auf. Aber sie hatten viel Pech. Zweimal kurz hintereinander im Powerplay und bei Gleichzahl auf dem Eis brachten sie die Scheibe nicht hinter Schmidt unter. Stefan Reiter scheiterte mehrfach, Manuel Edfelder und Lubor Dibelka ebenfalls. Und dann die Pfostenschüsse: Shawn Weller, Luca Tosto aus spitzem Winkel, Marco Pfleger und Hannes Sedlmayr bei seinem Penalty – er wurde auf dem Weg zum Tor umgesenst – landeten am Gestänge. Später folgte ein weiterer Lattentreffer von Sedlmayr. Weitere Hochkaräter vereitelte Schmidt. „Uns hat das Puckglück gefehlt“, sagt Gaudet. „Und Ravensburg hatte einen hervorragenden Keeper.“ Nur bei Mark Heatleys verunglücktem Pass von hinter dem Tor hatte Schmidt das Nachsehen: Die Scheibe sprang von seinem Beim zum 1:0 ins Tor.

Die Tölzer Führung zu diesem Zeitpunkt völlig verdient. Aber ein gefährlicher Spielstand, weil schnell auszugleichen, wenn es dabei bliebe. Auch Sinisa Martinovic im Tölzer Kasten musste sich mehr und mehr auszeichnen. Er war bei Jared Gomes Versuchen in Ravensburger Überzahl auf dem Posten, hielt die Löwen im Spiel, als die Gäste nach einer halben Stunde besser wurden. Noch vor dem zweiten Seitenwechsel glich der EVR aus, per Nachschuss: Daniel Stiefenhofer von der Blauen, Sasa Martinovic wehrte zur Seite ab, dort versenkte Shawn O’Donnell den Abpraller zum 1:1.

„Am Ende war es Kampf pur“, sagt Gaudet. „Wir hätten mehr verdient gehabt.“ Der Einsatz brachte nicht mehr viele Chancen ein, kostete aber viel Kraft. Genau wie die Unterzahl nach Max French’ umstrittener Strafzeit zu Beginn der Verlängerung. Die Löwen überstanden die brenzlige Situation, beim Penaltyschießen traf nur Pfleger für die Löwen, Driendl jedoch im vierten Versuch zum zweiten Mal.

„Wir sind derzeit die beste Auswärtsmannschaft“, sagt Gaudet. „Aber wir müssen Wege finden, zuhause besser zu werden.“

Tölz – Ravensburg n.P. 1:2 (0:0, 1:1, 0:0/0:1)

Tore: 1:0 (22:00) Heatley (Schlager/Heinzinger), 1:1 (36:32) O’Donnell (Koskiranta/Stiefenhofer), 1:2 (65:00) Driendl (GWP), – Strafminuten: Tölz 4, Ravensburg 6, – Schiedsrichter: Altmann, Paule, – Zuschauer: 2611.

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