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Tölzer entzaubern das Team der Stunde - 2:1 nach Verlängerung bei Spitzenreiter Nauheim

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Von: Oliver Rabuser

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Lattenkreuz, Nachschuss, Tor: Kevin Schmidt gelingt es, den überragenden Löwen-Goalie Jimmy Hertel zur Nauheimer 1:0-Führung zu überwinden.
Lattenkreuz, Nachschuss, Tor: Kevin Schmidt gelingt es, den überragenden Löwen-Goalie Jimmy Hertel zur Nauheimer 1:0-Führung zu überwinden. © Andreas Chuc

Bad Nauheim/Bad Tölz – Toller Achtungserfolg für die Tölzer Löwen. Sie entführten beim Spitzenreiter EC Bad Nauheim zwei wertvolle Zähler beim 2:1-Sieg nach Verlängerung.

„Die Aufgabe war schwer, aber wir haben einen Weg gefunden“, kommentierte Kevin Gaudet den Spielstand. Weil das antike Colonel-Knight-Stadion hinter anderthalb Tribünenseiten offen und zugig ist, gilt ein Heimspiel der Roten Teufel als Freiluftveranstaltung, zulässig für maximal 3000 Besucher. Wenn in Tölz am Sonntag mehr als 500 Zuschauer wegen der 2G plus-Regel die Drehkreuze passieren, wäre der erste Erfolg bereits verbucht. Vielleicht wären einheitliche Regelungen innerhalb der DEL 2 vertrauensstiftender als den Nutzen von föderalistischen Maßnahmen zu suchen.

Jimmy Hertel ein verlässlicher Rückhalt

Beide Kurstadtvertreter lieferten sich ein offenes Match. Führungstreffer deuteten sich mehrmals an, fielen aber nicht. Torlos aber hätte der erste Abschnitt keineswegs bleiben müssen. Beppi Eberhardt etwa fuhr auf Tölzer Seite den Unterzahlkonter, verpasste aber die erste Abschlussgelegenheit, legte sich dann den Puck auf die Rückhand, und scheiterte an Goalie Philipp Maurer. Der schickte später eine noch bessere Rettungstat gegen Tyler McNeely hinterher, wohingegen auf der anderen Seite Jimmy Hertel einen nicht minder verlässlichen Rückhalt darstellte. Er parierte mehrmals stark, unter anderem gegen den früheren Löwen Stefan Reiter.

Routiniers Dibelka und McNeely mit Abschlusspech

Den Durchblick in der Wetterau zu behalten, war grundsätzlich gar nicht so einfach. Zu fragil präsentierte sich die Deckenbeleuchtung der teuflischen Behausung, und für LED-Lampen gilt die flächendeckende Testpflicht bekanntlich nicht. Auch nach der Pause wechselte das Momentum in Sachen möglicher Vorsprung immer wieder. Lubor Dibelka traf im Powerplay den Puck frei vor Maurer nicht so, dass er wie geplant im Torwinkel landen konnte, und einmal mehr schrieb McNeely einen Fehlversuch an. Das Abschlusspech des Routiniers ist eingedenk seines aufopfernden Einsatzes ungerecht.

Auch die Bad Nauheimer schnupperten mehrfach am 1:0, aber Hertel ließ sich nicht düpieren. Akkurat bis zu jenem Zeitpunkt, da Mick Köhler aus halblinker Position das Lattenkreuz traf und Kevin Schmidt beim Abstauber die Nase vorne hatte. Das war allerdings kein Ding, auf das die Buam keine Antwort gefunden hätten. Wieder tauchte Dibelka halblinks vor Maurer auf, dessen Fußabwehr den Puck just in den Slot beförderte, wo sich Eberhardt freute – 1:1.

Übler Sekesi-Check: Besse mit Verdacht auf Gehirnerschütterung

Nauheim entpuppte sich trotz Tabellenführung nicht als dominanter Opponent, was mitunter am Ausfall zweier Akteure aus Übersee lag. Tristan Keck musste bereits im Vorfeld passen; Jerry Pollastrone suchte Anfang des Schlussabschnitts angeschlagen den Weg in die Kabine. Doch die Tölzer versäumten es, ihre Überzahlsituationen auszunutzen. Kein gefährlicher Schuss in sechs Minuten numerischen Vorteils. Gleiches Bild zehn Minuten vor Ende, als Huba Sekesi, Nauheimer mit Tölzer Hintergrund, Grant Besse übel gegen den Kopf checkte, und mit Matchstrafe abdampfte. Der Kanadier blutete, musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung behandelt werden, während seine Vorderleute nicht in die Aufstellung kamen.

Völlig erstaunlich die Effizienz der Tölzer in der Overtime, die gerade mal sechs Sekunde währte. Vom Bully weg bediente Philipp Schlager Cam Spiro – 2:1. „Es war ein pures Kampfspiel von beiden Seiten und beide Torhüter war sehr gut“, resümierte Gaudet die enge Kiste.

EC Nauheim – Tö. Löwen n.V. 1:2 (0:0, 1:1, 0:0/0:1)

Tore: 1:0 (35:21) K. Schmidt (Köhler, T. Schmidt), 1:1 (38:34) Eberhardt (Dibelka), 1:2 (60:06) Spiro (Schlager). – Strafminuten: Bad Nauheim 6 + 5 + Matchstrafe Sekesi (Check gg. Kopf), Bad Tölz 4. – Schiedsrichter: Janssen/Neutzer. – Zuschauer: 2087.

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