Tölzer Löwen (v. li.) Manuel Edfelder, Andreas Schwarz und Mario Lamoureux
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Starke Leistung gegen Bietigheim: Die Tölzer Löwen (v. li.) Manuel Edfelder, Andreas Schwarz und Mario Lamoureux müssen in Dresden wieder die Kriegermentalität auspacken.

EISHOCKEY DEL 2 - Tölz tritt in Dresden an und sollte den Tabellenzwölften nicht unterschätzen

Fitte Löwen mit Kriegermentalität

  • Nick Scheder
    vonNick Scheder
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Tölz tritt in Dresden an und sollte den Tabellenzwölften nicht unterschätzen.

Bad Tölz – Es gab kürzlich den einen oder anderen Bietigheimer Spieler, der sich beim Spiel in Tölz über den geschrumpften Kader beschwerte. Da konnten die Tölzer Löwen nur müde schmunzeln: Sie treten seit Wochen mit fünf Verteidigern und sieben, acht Stürmern an – und fahren damit offensichtlich gut. Sie reisen am Dienstag als Tabellenzweiter zum Spiel bei den Dresdner Eislöwen (19.30 Uhr). Trainer Kevin Gaudet hat zwei Erklärungsansätze dafür, warum es mit seinen zweieinhalb Reihen überraschend gut läuft: „Dazu braucht es eine gute Fitness und Kriegermentalität – beides haben wir.“

Spieler mit Kriegermentalität und großem Herzen

Seine Spieler wissen, dass sie bis zum Ende kämpfen müssen, um erfolgreich zu sein, sind sich bewusst, dass es für einen Sieg die volle Leistung jedes einzelnen braucht, und das über eine lange Zeit. Sie brauchen nicht darauf zu warten, dass der Kader so bald größer wird. „Ich habe Spieler mit großem Herzen“, freut sich Gaudet.

Auch zum Nachholspiel in Dresden ist bei den Tölzern personell keine Besserung in Sicht. Thomas Merl hat zwar diese Woche noch einen Leistungstest, ist aber genau wie Kapitän Philipp Schlager (Leistenprobleme) frühestens kommende Woche wieder einsatzbereit. „Nicht ganz fit oder mit Schmerzen braucht man nicht aufs Eis zu gehen“, bestimmt Gaudet. Auch an eine Rückkehr der restlichen Langzeitverletzten ist noch nicht zu denken. Es bleibt bei der Aufstellung vom Spiel gegen Bietigheim (siehe unten).

Die Löwen bekommen es in Dresden mit einem Gegner zu tun, der zwar immer noch im Tabellenkeller auf Rang zwölf liegt, bei dem Gaudet allerdings eine starke Aufwärtstendenz festgestellt hat: „Die Eislöwen sind unter Trainer Andreas Brockmann viel besser geworden, haben jetzt zum Beispiel auch die Siegesserie von Crimmitschau beendet.“ Allerdings gab es zuvor eine 2:10-Niederlage gegen Frankfurt. „Sie haben gute neue Ausländer, die immer besser in Fahrt kommen“, sagt Gaudet über Roope Ranta und Elvijs Biezais. „Jordan Knackstedt ist einer der besten deutschen Stürmer der Liga“, lobt er den Eislöwen-Topscorer. In der Statistik beeindrucken die Dresdner noch nicht mit überdurchschnittlichen Werten. Sie haben keine guten Special-Teams, die zweitwenigsten Tore der Liga geschossen und brauchen zu viele Versuche für ein Tor. Dafür sitzt fast jeder neunte Schuss der Gegner.

Das Heimspiel gegen Dresden ging verloren

Kein Grund, die Sache entspannt anzugehen – das zeigt auch die 3:4-Heimniederlage vor zwei Wochen. An den Vorzeichen hat sich wenig geändert. Wenn – wieder einmal – die richtige Einteilung der Kraftreserven eine Rolle spielt, sei eine Führung im Rücken extrem wichtig, sagt Gaudet. Er nennt es „das Momentum“. Das hatten die Löwen zuletzt auch gegen Bietigheim. Und es verhalf ihnen zu einem recht deutlichen Sieg, obwohl sie nicht klar besser waren. „Wir müssen schlau spielen und von Anfang an versuchen, das Momentum für uns zu entscheiden.“ Der Rest sind Fitness und Kriegermentalität.

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