+
Der D eggendorfer Topscorer Kyle Gibbons (2. re.) wird vor Ben Meisner von Tom Horschel (re.) abgedrängt. Wenig später flogen erst Handschuhe und Helm, und dann Gibbons selbst wegen Unsportlichkeit vom Eis. 

Eishockey: DEL 2

Fliegende Helme und Torwart-Rückwechsel

  • schließen

Die Tölzer Löwen gewinnen ein Spiel mit skurrilen Szenen gegen Deggendorf souverän mit 5:1, obwohl einige Spieler fehlen. 

Bad Tölz – Mit einer 4:0-Führung im Rücken spielt es sich leicht auf. Das war Florian Strobl anzusehen, der ansatzlos zum Solo im Angriffsdrittel ansetzte, alle Deggendorfer umkurvte – auch Torhüter Jason Bacashihua. Doch ein Schläger hinderte ihn am erfolgreichen Abschluss. Der Druck war da längst von den Tölzer abgefallen, die sich letztlich ungefährdet 5:1 gegen harmlose und mit sich selbst beschäftigte Deggendorfer durchsetzten. „Wir haben verdient gewonnen“, sagt Trainer Markus Berwanger.

Es war ein Spiel mit skurrilen Szenen. Zum Beispiel, als Andrew Schembri nach einer unspektakulären Situation die Handschuhe von sich warf und blutend vom Eis fuhr. Später lief er wieder auf. Im Gegenzug machte Philipp Schlager das 1:0. „Wir haben sehr diszipliniert gespielt, schnell nach vorne“, lobt Berwanger. Allerdings waren die Gastgeber am Freitagabend nicht wirklich gefordert. Erst recht nicht mehr, als sich Deggendorf selbst dezimierte, nachdem Kyle Gibbons völlig austickte, als ihn wohl ein Schläger am Ohr getroffen hatte. Er warf erst den einen Handschuh gegen das Plexiglas, den anderen auf die Eisfläche und ließ seinen Goldhelm folgen. Spieldauerstrafe. Mit ihm verließen koordinierte Angriffsbemühungen die verbliebene Deggendorfer Mannschaft.

Die Löwen bestimmten das Spiel, obwohl sie nur mit drei Sturmreihen und fünf Verteidigern aufliefen. „Es war eine Energieleistung, auch wenn Deggendorf ebenfalls nur drei Blöcke hatte“, sagt Berwanger. Hannes Sedlmayr, für den Luca Tosto einen guten Job in der ersten Reihe machte und verdient Spieler des Abends wurde, und Marinus Reiter fehlten krank. Niklas Heinzinger (U 20-WM) und Kevin Slezak (dicker Knöchel) fielen ebenfalls aus. Doch die Löwen rannte unermüdlich gegen den erlahmenden Widerstand an. Und sie versäumten es nicht, das wichtige 2:0 vor der Pause nachzulegen, nachdem Valentin Gschmeißner, Strobl, Manuel Edfelder aus der Drehung und mehrfach Kyle Beach am starken DSC-Torhüter scheiterten. Doch nach einem Traumpass von Stephen MacAulay fand sich Andreas Schwarz völlig frei vor Bacashihua und schob ihm clever, aber auch etwas glücklich den Puck durch die Schoner.

War Gibbons Spieldauerstrafe die Vorentscheidung, machte der Löwen-Doppelpack gleich nach der ersten Pause endgültig alles klar. Kevin Wehrs traf per Schlagschuss zum 3:0, Edfelder staubte eine Minuten später per Nachschuss zum 4:0 ab.

Torhüter Ben Meisner witterte seinen zweiten Shutout, zeigte bei den wenigen Deggendorfer Chancen gute Paraden. „Aber im letzten Drittel wollten wir es zu sehr spielerisch lösen, das war nicht so gut“, moniert Berwanger. Und so verlor Gschmeißner im Angriffsdrittel die Scheibe an Schembri, der zog auf und davon und zerstörte Meisners Hoffnungen auf ein Zu-Null. Wenig später stürmte er plötzlich vom Eis, Andreas Mechel nahm seinen Platz ein, bekam nicht viel zu tun, und nach fünf Minuten kehrte Meisner zurück. Er hatte wohl nur Probleme mit seinen Schlittschuhen und herzte Mechel beim Rückwechsel.

Den Schlusspunkt setzte Lubor Dibelka mit einem Schuss unter die Latte. Berwanger: „Tolles Eishockey und wichtige drei Punkte.“

Tölzer Löwen - Deggendorfer SC 5:1 (2:0, 2:0, 1:1)

Tore: 1:0 (3:57) Schlager (Dibelka/Tosto), 2:0 (17:02) Schwarz (MacAulay/Horschel), 3:0 (20:40) Wehrs (Schlager/Gschmeißner), 4:0 (21:48) Edfelder (Drews/Strobl), 4:1 (47:34) Schembri, 5:1 (58:09) Dibelka (Borer/MacAulay, 5-4), –Strafminuten: Tölz 8, Deggendorf 8 + 20 (Gibbons, unsportl. Verh.), –Schiedsrichter: Roland Aumüller, Cori Müns, –Zuschauer: 1945.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Das alte Leid: Wieder zu viele Strafen
Fünfte Niederlage in Folge: Die Tölzer Löwen verlieren wegen zu vieler Strafen in Freiburg. 
Das alte Leid: Wieder zu viele Strafen

Kommentare