Außer Gefecht: Nach dem jüngsten Heimspiel gegen die Lausitzer Füchse wurden fünf Akteure der Tölzer Löwen positiv auf Corona getestet. Bei den Gästen ist unter anderem Torhüter Tobias Ancicka (re.) betroffen. Vorerst wurden alle anstehenden Partien verlegt.
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Außer Gefecht: Nach dem jüngsten Heimspiel gegen die Lausitzer Füchse wurden fünf Akteure der Tölzer Löwen positiv auf Corona getestet. Bei den Gästen ist unter anderem Torhüter Tobias Ancicka (re.) betroffen. Vorerst wurden alle anstehenden Partien verlegt.

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Tölzer Löwen bis 5. Dezember in Quarantäne

  • vonOliver Rabuser
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Fünf Spieler des DEL2-Klubs Tölzer Löwen sind nach dem jüngsten Heimspiel gegen die Lausitzer Füchse positiv auf Corona getestet worden. 13 weitere Akteure und vier Betreuer sind vom Gesundheitsamt ebenfalls bis zum 5. Dezember in Quarantäne geschickt worden.

  • Bei den Tölzer Löwen haben sich fünf Spieler mit Corona infiziert.
  • Weitere 13 Akteure und vier Betreuer müssen sich ebenfalls in Quarantäne begeben.
  • Die zwei DEL2-Partien an diesem Wochenende sowie das Match am kommenden Dienstag wurden verlegt.

Bad Tölz – Dass auch in der DEL2 Corona-Fälle auftreten und die Tölzer Löwen dabei nicht unbehelligt bleiben würden, stand im Prinzip fest. Alles andere wäre ein schwer in Worte zu fassender Glückfall. Aber gerade jetzt – inmitten der so wichtigen Findungsphase des Teams, nötig geworden durch die eingeschränkte Vorbereitung? Ausgerechnet nach dem ersten Wochenende mit zwei Siegen stieß der offenbar während der Sonntagspartie gegen die Lausitzer Füchse übertragene Virus die Tölzer vor den Kopf.

Egal, wiegelt Christian Donbeck ab. „Es wird jeden treffen.“ Die Mannschaft habe gegen Bietigheim zwei Punkte verschenkt, sei aber ansonsten absolut im Soll. „Wir stehen genauso da wie letztes Jahr“, relativiert der Geschäftsführer. Viel wichtiger sei es, mit der Situation „vernünftig“ umzugehen. Eishockey stehe derzeit nicht an erster Stelle. Vielmehr gehe es um die Spieler, ihre Familien und deren soziale Kontakte. „Wir wollen nicht, dass Bad Tölz zum Hot-Spot wird“, stellt der 48-Jährige klar.

Keine Spekulationen über Wiederaufnahme des Spielbetriebs

Irgendwelche Vermutungen, wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, erachtet Donbeck als überflüssig. Vorerst befinde sich das Team bis Mitte nächster Woche in Quarantäne. Die Anzahl jener Löwen-Cracks, die beim PCR-Test am Dienstag durchs Raster gefallen sind, wollte der TEG-Chef nicht kommunizieren. „Einige“, sagt er. Kurios findet Donbeck die Tatsache, dass die Quarantänezeit bei den infizierten Akteuren um zwei Tage kürzer ist als beim Rest. Doch das kann sich bei der Nachtestung am Freitag (Ende des Inkubationszeitraums) noch ändern. „Erst dann können wir genau sagen, was Sache ist.“ Was nach Ablauf der ursprünglichen Quarantäne ist, geschehe ausnahmslos in Rücksprache mit dem Gesundheitsamt.

Gesundheitsamt verordnet Quarantäne bis 5. Dezember

Von dort kam am frühen Freitagnachmittag auch eine offizielle Mitteilung. „Fünf Akteure der Tölzer Löwen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Sie müssen nun in Isolation, 13 weitere Spieler sowie vier Betreuer müssen als Kontaktpersonen I in Quarantäne“, teilte Pressesprecherin Marlis Peischer mit. Im Laufe des Freitags gehe die Kategorisierung weiterer Beteiligter weiter. Peischer: „Nicht in Quarantäne sind drei Spieler, die im infektiösen Zeitraum nicht anwesend waren sowie die vier Schiedsrichter. Letztere wurden als Kontaktpersonen II eingestuft. Die Quarantäne für die als Kontaktpersonen I kategorisierten Spieler endet am 5. Dezember.“

Abgesagt wurden die nächsten drei Partien der Löwen. Ob am ersten Dezember-Wochenende wieder Eishockey gespielt werden kann in Bad Tölz, darüber will Donbeck nicht spekulieren. Er sei schon in der Vorbereitung richtig gelegen, als er die Memmingen Indians kurzfristig wieder auslud. „Da lasse ich nicht mit mir handeln“, betont der Geschäftsführer. Vorrang habe, „dass die Spieler keine Folgeerscheinungen haben, wir alle gesund bleiben und die Saison bestmöglich zu Ende bringen.“

Hierfür müsse man „flexibel“ sein und unter den DEL2-Klubs „Einigkeit demonstrieren“. Und damit das Gegenteil von den Kontroversen in dieser Woche praktizieren. Die abschlägigen Bescheide aus Kassel, respektive Bietigheim, hinsichtlich der Bitte des Corona-gebeutelten EV Landshut, nicht mit einem kaum konkurrenzfähigen Minikader antreten zu müssen, bringen Donbeck auf die Palme: „Ich finde es unmöglich, wie unkollegial manche Vereine in dieser Zeit miteinander umgehen.“ So brauche man über Zusammenhalt gar nicht erst sprechen.

Donbeck plädiert für Neuausrichtung der DEL 2

Was dann nach dieser Spielzeit kommt ist unklar. Der Löwen-Funktionär geht von massiven Einschnitten bezüglich der bewährten Ligenstruktur aus. Man müsse unter den Gesellschaftern Entscheidungen für die „nächsten zehn Jahre“ treffen. Etliche Firmen werden in Sachen Sponsoring zurückrudern oder gar kapitulieren müssen, solange sie Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken oder anderweitig in Mitleidenschaft gezogen wurden. Donbeck plädiert für eine Aufspaltung der Liga in Nord und Süd unter Einbeziehung ambitionierter Oberligisten. Bedeutsam sei, den Fans die Attraktivität des Sports wieder zu vermitteln. Eishockey lebe von der Emotion. Und wo gebe es mehr davon als bei echten Lokalderbys.

Ziel müsse es sein, kleinere Vereine am Leben und dadurch die Plattformen für die Ausbildung junger Spieler aufrecht zu halten. Versäumt man diesen Schritt, sieht es Donbeck zufolge düster mit dem Eishockey aus: „Dann verlieren wir den Breitensport und damit automatisch irgendwann auch den Spitzensport.“ Und das kann keiner wirklich wollen.

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