Reichlich Arbeit hatten Goalie Maxi Franzreb und Manuel Edfelder in der vergangenen Saison gegen die Steelers: Die Bietigheimer um Brett Breitkreuz (re.) trafen in vier Spielen 16 Mal ins Löwen-Gehäuse.
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Reichlich Arbeit hatten Goalie Maxi Franzreb und Manuel Edfelder in der vergangenen Saison gegen die Steelers: Die Bietigheimer um Brett Breitkreuz (re.) trafen in vier Spielen 16 Mal ins Löwen-Gehäuse.

EISHOCKEY DEL 2

Tölzer Löwen gegen Titelaspirant Bietigheim nur mit fünf Verteidigern

  • vonWolfgang Stauner
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Löwen-Trainer Kevin Gaudet betrachtet die Bietigheim Steelers als einer der Mitfavoriten um den Meistertitel. Sein Rezept, um zum Sieg zu kommen: „Auf allen Positionen sicher stehen.“

Bad Tölz – Kevin Gaudet hat keinen Zweifel an der Stärke der Bietigheim Steelers, die am Freitagabend (19.30 Uhr) in der weeArena gastieren; nach Ravensburg und Heilbronn der dritte schwäbische Kracher in Folge. Der Trainer der Tölzer Löwen sieht in seinem ehemaligen Team nichts weniger als einen Mitfavoriten auf den Titel. „Ravensburg und Bietigheim werden im Playoff-Finale stehen“, legt sich Gaudet schon jetzt fest.

Steelers-Verteidiger Nikolai Goc hat bereits zwei DEL-Titel geholt

Das ist beileibe keine reine Sympathiebekundung für das Team, mit dem er in sechs äußerst erfolgreichen Spielzeiten fünf Titel (dreimal die Meisterschaft, zweimal den Pokal) eingefahren hat. Auch die Statistik spricht für die Steelers: Mit Nikolai Goc, Tim Schüle, Max Renner, Eric Stephan und Max Prommersberger stehen fünf Verteidiger auf dem Eis, die zusammen die Erfahrung von knapp 1200 DEL-Begegnungen mitbringen; herausragend dabei Nikolai Goc, der mit den Hannover Scorpions (2010) und den Adler Mannheim zwei Meistertitel in Deutschlands bester Eishockey-Liga verbuchte. Auch in der Offensive tummeln sich fünf ehemalige DEL-Cracks, wenn auch nicht mit derart beeindruckenden Werten. Neuzugang C.J. Stretch kommt zwar aus der ersten ungarischen Liga, hat aber mit den Frankfurt Löwen bereits einen DEL 2-Titel auf dem Konto. Ihn und Matt McKnigt, der seine achte Saison für Bietigheim bestreitet, zählt Gaudet zu den besten Mittelstürmern der Liga. „Bietigheim hat keine Schwachpunkte“, glaubt der Coach.

Dennoch lief’s in den vergangenen zwei Jahre alles andere als rund für die Schwaben. In der letzten Saison schafften sie nicht einmal die Qualifikation für die Playoffs. Sie unterlagen dem ESV Kaufbeuren in den Pre-Playoffs, ehe der Corona Shutdown die Saison abrupt beendete. Das sommerliche Bangen um die Lizenz, die dann schließlich unter Auflagen doch erteilt wurde, beendete die turbulenten Zeiten; nun wollen die Bietigheimer wieder in sportlicher Hinsicht von sich reden machen.

Daniel Naud ist neuer Coach in Bietigheim

Neben dem eingespielten Kader soll das vor allem das neue Duo hinter der Bande gewährleisten: Head-Coach Daniel Naud, der zu Beginn der Nuller-Jahre schon einmal in Bietigheim coachte, und dessen Assistent Fabian Dahlem. Angesichts der geballten Klasse auf dem Eis hat Naud eine vergleichsweise leichte Aufgabe. „Dannys Job ist es, die Mannschaft zu motivieren“, sagt Gaudet. Da hat der Tölzer Trainer schon bedeutend mehr Arbeit vor der Brust. Verteidiger Niklas Heinzinger hat in Heilbronn einen üblen Check abbekommen und eine Oberkörperverletzung davongetragen. „Mal sehen, wie lange das dauert“, sinniert Gaudet, „an diesem Wochenende ist aber keinesfalls an einen Einsatz zu denken.“

Tölzer Löwen mit nur fünf Verteidigern

Ob er dem jungen Florian Leitner Eiszeit gewährt, weiß der Trainer noch nicht, schließlich habe der Youngster während der Woche aufgrund seiner Ausbildung nicht trainieren können. „Wir spielen schließlich nicht gegen Pfaffenhofen“, scherzt der Coach, „ich weiß nicht, ob ich Leitner einen Gefallen tue, wenn ich ihn gegen so ausgebuffte Profis reinschicke.“ Denn wenn die Löwen mit fünf Verteidigern eine Siegchance haben wollen, dann dürfen derart individuelle Patzer wie im ersten Drittel gegen Ravensburg nicht wieder vorkommen. „Ravensburg war nicht unglaublich stark“, blickt Gaudet auf das 3:6 vom Saisonstart zurück, „wir haben sie durch unsere Fehler stark gemacht.“ Gegen den Mitfavoriten um die Meisterschaft gilt ausnahmslos: „Wir müssen auf allen Positionen sicher stehen.“

Lesen Sie auch das Interview mit Löwen-Chef Christian Donbeck: „Sind stärker als in der vergangenen Saison“

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