Oliver Ott (li.) Stürmertalent der Tölzer Löwen
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Ein Vorsprung beflügelt die Tölzer Löwen fast immer: Oliver Ott (li.) brachte seine Mannschaft abgezockt mit 1:0 in Führung. Anschließend zeigten die Löwen ein großes Auswärtsspiel in Ravensburg.

EISHOCKEY DEL 2 - Nächster Auswärtssieg - und wie

„Großes Herz und große Eier“

  • vonOliver Rabuser
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Die Tölzer Löwen sind selbst überrascht von ihrer Dominanz beim 5:1 in Ravensburg.

Ravensburg/Bad Tölz – Zwei Auswärtssiege lassen aufkeimende Kritik verstummen und minimieren Sorgen um den Zustand des Teams. Nach dem Endspurtsieg am Dienstag ließen die Tölzer Löwen beim 5:1 in Ravensburg in keiner Phase des Spiels Zweifel an ihrer Überlegenheit aufkommen. „Ein großer Auswärtssieg“, war selbst Kevin Gaudet von der Dominanz des Teams überrascht. Oder wie der Tölzer Coach später etwas trivialer umriss: „Großes Herz, große Eier.“

Nächster Auswärtssieg der Tölzer Löwen - und wie

Ob aus Oliver Ott ein abgezockter Torjäger wird, hat der 19-Jährige selbst in der Hand. Aber: Die Entwicklung stimmt. Ott gelangen im Februar drei Torerfolge – sämtliche Saisontreffer in kurzer Zeit. Beeindruckend die Art und Weise seines Führungstreffers in Ravensburg: Bedient von Philipp Schlager zog er die Scheibe kurz eng an den Körper, um sie Wimpernschläge später aus dem Handgelenk in die Maschen zu setzen. Ein Vorsprung, der den kleinen Tölzer Kader fast immer beflügelt. Andersrum gab es zuletzt drei Heimniederlagen nach 0:1-Rückstand.

Die Führung also ein dickes Plus, aber keineswegs der spielentscheidende Faktor. Der war in erster Linie bei den Importspielern und im Vergleich der Torhüter zu finden. Jonas Langmann hielt stark. Ist man vom EVR-Goalie so gewohnt und brachte dem 29-Jährigen zwischenzeitlich ein Engagement in Nürnberg ein. Max Franzreb aber hatte in der Torhüterwertung die Nase vorne. Er parierte John Henrions Knaller aus der Halbdistanz, machte gegen Alexander Dosch im letzten Augenblick die Ecke zu, hatte eine Reihe weiterer guter Saves. Kurzum: Er hielt herausragend.

Bei den Kontingentspielern war auf Ravensburger Seite nur Henrion durch stetes Bemühen auffällig. Das Tölzer Quartett indes überzeugte durch die Bank. Kenney Morrison gab den dominanten Abwehrchef, Tyler McNeely rackerte und sorgte für Balance bei der Bullystatistik, French war kaum zu bremsen, enteilte seinen Gegenspielern immer wieder durch Körpertäuschungen. Und dann Reid Gardiner: Dessen Name sollte Jürgen Rumrich weit oben auf seiner Liste haben, wenn es für den neuen Geschäftsführer um erste Sondierungen in Vertragsangelegenheiten geht. Gardiner machte in der CHG-Arena das, was er seit seiner – durch Verletzungspause leicht verzögerten – Ankunft in Tölz umsetzt: Er schießt Tore. Fast immer Präzisionsabschlüsse, die meist jene Quadratzentimeter des Tores finden, die vom Goalie nicht abzudecken sind. Zunächst stellte er aus halbrechter Position auf 2:0, und Anfang des Schlussabschnittes ließ er Langmann nicht die Zehntelsekunde, um mit den Schonern die Eisfläche gegen Flachschüsse abzudichten.

Beim 5:1: Konturen einer Demütigung

Danach folgte die typische Chronologie eines Eishockeyspiels, in dem ein Team deutlich mehr anzubieten hat. Um Calvin Pokonrnys Anschlusstreffer zu erwidern, benötigte Marco Pfleger nicht mal eine ganze Minute. Lubor Dibelkas Unterzahltor zum 5:1 hatte schon Konturen einer Demütigung. Bald darauf hatten es die Towerstars überstanden. „Ich war etwas überrascht, wie viel Energie wir hatten“, räumt Gaudet ein. Sein Team habe über 60 Minuten „sehr konzentriert und fokussiert“ gespielt.

EV Ravensburg – Tölzer Löwen 1:5 (0:1,0:1,1:3)

Tore: 0:1 (15:02) Ott (Dibelka/Schlager), 0:2 (28:03) Gardiner (Schlager/Eberhardt), 0:3 (42:47) Gardiner (Morrison/French, 5-4), 1:3 (48:04) Hospelt (Samanski/Stiefenhofer), 1:4 (49:00) Pfleger (Gardiner/French), 1:5 (51:53) Dibelka (Schlager/Morrison, 4-5), – Strafminuten: Ravensburg 4, Tölz 6, – Schiedsrichter: Holzer, Schütz.

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