Fans der Tölzer Löwen im Tölzer Eisstadion
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So bald nicht wieder: Dicht gedrängte Ränge bei einem Heimspiel der Tölzer Löwen. Die werden am 6. November voraussichtlich mit Geisterspielen in die Saison einsteigen. Foto: Archiv

EISHOCKEY DEL 2 - Beginn der Punkterunde am 6. November – egal, ob mit oder ohne Zuschauer

Tölzer Löwen halten an Saisonstart fest

  • Nick Scheder
    vonNick Scheder
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Der Amateursport macht wegen dem Anstieg der Corona-Zahlen eine Zwangspause. Die Eishockey-Profis der Tölzer Löwen dagegen steigen wohl wie geplant am 6. November in die DEL 2-Saison ein - zur Not mit Geisterspielen.

Bad Tölz – Die Amateursportler müssen eine Zwangspause einlegen, die Tölzer Löwen steigen in die Saison ein: Trotz des von der Bundesregierung verordneten Teil-Lockdowns wollen die Eishockey-Zweitligisten wie geplant am Freitag, 6. November, in die neue DEL 2-Spielzeit einsteigen. Notfalls auch ohne Zuschauer: Profi-Sport darf stattfinden, aber nur ohne zahlende Fans. Löwen-Chef Christian Donbeck hofft immer noch auf eine Ausnahmeregelung oder aber staatliche Unterstützung für den drohenden Einnahmen-Ausfall. Und er äußert Unverständnis über die beschlossenen Maßnahmen trotz ausgefeilter Hygienekonzepte und monatelanger Vorbereitung.

„Mir ist unbegreiflich, wie man auf die zweite Welle, die ja nun nicht überraschend kommt, so schlecht vorbereitet sein kann“, poltert der Geschäftsführer der Tölzer Eissport-Gesellschaft. Die Politik habe es „nicht ansatzweise geschafft, Strukturen zu schaffen, mit deren Hilfe es möglich ist, mit dem Virus leben zu können.“ Der Profi-Sport habe seine Hausaufgaben dagegen gemacht. „Wir haben ein Hygienekonzept mit allem drum und dran, das Gesundheitsamt hat uns bestätigt, dass es funktioniert, dass wir vielleicht sogar für bis zu 2000 Zuschauer zulassen können, und jetzt wird trotzdem alles runtergefahren? Unglaublich.“

Tölzer Löwen halten an Saisonstart 6. November fest

Ihm fehlt die Begründung dafür, dass Eishockeyspiele trotz Abstandsregeln, Kontaktnachverfolgung, Maskenpflicht, Lüftung oder mehrerer getrennter Zu- und Ausgänge zur Ausbreitung des Virus beitragen sollen. „Da müsste man jeden Bahnhof zusperren, jeden Baumarkt. Da sind auch viele Menschen auf engem Raum – ohne so viele Regeln, wie wir sie haben.“

Eine kurzfristige Schalte mit den DEL2-Kollegen habe die Absicht bestärkt, den Saisonauftakt wahrzunehmen. Allerdings ist es für etliche Klubs – und ganz bestimmt für die Tölzer – unmöglich, ohne Zuschauereinnahmen die Saison durchzustehen. Deshalb hofft Donbeck doch noch auf Lockerungen. Andernfalls müsse er Konsequenzen ziehen: „Wenn wir einen negativen Bescheid vom Gesundheitsamt bekommen, der nicht begründet ist, werden wir dagegen vorgehen“, versichert Donbeck. Sonst bliebe ihm noch die Entschädigung aus dem Konjunkturpaket Sport der Bundesregierung, aus dem ein Großteil des Einnahmen-Ausfalls erstattet werden soll. Donbeck ist zuversichtlich, dass er dieses Geld bekommt. „Wir haben die Unterlagen eingereicht und nichts Negatives gehört. Die Unterstützung würde uns schon helfen.“ Das Problem ist nur: Die Gelder werden nur bis Ende des Jahres ausgeschüttet. „Immerhin wurden jetzt auch wieder Entschädigungen von bis zu 75 Prozent für Unternehmen versprochen“, sagt Donbeck. Doch da schwinge viel Unsicherheit mit. Und er möchte sich schon darauf verlassen können. „Wir müssen ja auch planen.“

Für den Fall, dass die DEL 2-Heimspiele – bis Dezember oder auch länger – vor leeren Rängen stattfinden, strebt Donbeck eine Aufwertung der Übertragung per Sprade-TV an. „Bessere Netze, da werden wir ein paar Euro investieren müssen.“

Letztes Testspiel noch mit Zuschauern

Das letzte Vorbereitungsspiel am Samstag (17 Uhr) gegen den EV Landshut, wird – Stand jetzt – noch vor Zuschauern stattfinden. Der Saisonauftakt selbst ohne. Trotzdem ist beispielsweise DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch froh, dass überhaupt gespielt werden kann. „Das ist keine Selbstverständlichkeit, vor allem bei der Abhängigkeit von Zuschauereinnahmen unserer Vereine. Dennoch sehen wir den Start als wichtig an, im Sinne der Sportart, aber vor allem auch für unsere zahlreichen Spieler und Familien.“

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