Lukas Vantuch, Neuzugang der Tölzer Löwen.
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Verstärkung zur rechten Zeit: Bei so vielen verletzungsbedingt leeren Plätzen in der Kabine trifft es sich gut, dass Lukas Vantuch eine Lücke bei den Tölzer Löwen schließt.

EISHOCKEY DEL 2 Tölzer Löwen

Gefährliche Hantelscheibe

  • Nick Scheder
    VonNick Scheder
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Abwehrhüne verhebt sich mit Hantelscheibe im Kraftraum: Nach Verletzung beim Aufräumen fällt auch Dominik Bohac im Heimspiel gegen Heilbronn aus.

Bad Tölz – Wenn es nicht so ernst wäre, wäre es schon fast lustig: Dominik Bohac, durchtrainierter 95-Kilo-Mann und Abwehr-Hüne der Tölzer Löwen, hätte lieber die Finger von einer 10-Kilogramm-Hantel gelassen. Beim Aufräumen im Kraftraum des Eisstadions hob der 31-jährige Deutsch-Tscheche die Scheibe an, und es fuhr ihm in den Rücken. Muskelverletzung, Ausfall zumindest an diesem Wochenende. „Er ist eine Maschine, topfit, und verletzt sich beim Hochheben einer 10-Kilo-Scheibe“, sagt Trainer Kevin Gaudet fassungslos.

Gefährliche Hantelscheibe

Nun ist Bohac nicht der einzige Ausfall der Tölzer, sondern erweitert eine ohnehin schon lange Liste an Verletzten: Cam Spiro ist nach seinen Leistenproblemen erst wieder im Aufbautraining, Anton Engel muss eine Gehirnerschütterung auskurieren. Tom Horschel ist mit gebrochenem Daumen zu einer Zwangspause verdammt, und Dominik Kolb hat sich die Schulter ausgekugelt, Saison schlimmstenfalls beendet. Die Tölzer Löwen nehmen daher die Heilbronner Falken an diesem Sonntag (18.30 Uhr) mit acht Stürmern und vier Verteidigern im Tölzer Eisstadion in Empfang. Und das auch nur, weil sie mit Stürmer Lukas Vantuch am Donnerstag noch einen schnellen Transfer getätigt haben (wir berichteten).

Trotz der Personalmisere ist Gaudet zuversichtlich, dass auch gegen Heilbronn ein Sieg möglich ist: Die Löwen haben auch schon am zurückliegenden Wochenende mit kleinem Kader überrascht und die maximale Punktausbeute eingefahren. Damit das gegen Heilbronn vielleicht noch einmal gelingen kann, müssen sie allerdings zwingend die Dinge beherzigen, die Gaudet gebetsmühlenartig wiederholt: Mehr auf die Defensive achtgeben und unnötige Strafen vermeiden. „Wir haben gegen Freiburg zu viele Chancen zugelassen, hatten Glück, dass uns Marco Wölfl im Spiel gehalten hat“, lobt Gaudet seinen Torhüter, der ihn bis jetzt positiv überrascht hat. Gegen Heilbronn sollen seine Vorderleute es gar nicht erst so weit kommen lassen, dass so viele Paraden nötig sind.

Heilbronn hat gute junge Spieler - zum Beispiel Ex-Löwen Luca Tosto

Die Falken hält der Tölzer Trainer für eine gute Mannschaft. „Sie haben vor allem gute junge Spieler“, sagt Gaudet. Sie haben Ex-Löwen Luca Tosto, in der Vorsaison mit Abstand bester Förderspieler der Liga (32 Scorerpunkte), der per Förderlizenz von Mannheim für Heilbronn aufläuft. Und Philipp Preto. Auch ein Wiedersehen mit Kenny Morrison, in der Vorsaison Verteidiger mit gewaltigem Schlagschuss im schwarz-gelben Trikot. „Tosto und er werden sich gegen uns mächtig reinhängen“, ist Gaudet überzeugt.

Das fordert er auch von seiner Mannschaft. Sie muss die Balance finden zwischen Vorsicht und Aggressivität. „Wir müssen Druck machen, aber wenn es nicht weiter geht nicht einfach Hurra-nach-vorne stürmen, sondern uns wieder zurück orientieren. Schlau spielen.“ Immerhin haben die Tölzer zuletzt eine beeindruckende Effizienz bei den Torabschlüssen an den Tag gelegt. „Wir haben aus wenigen Chancen viel gemacht“, freut sich Gaudet.

Trotz vieler Ausfälle optimistisch

Das stimmt ihn trotz der vielen Ausfälle optimistisch. „Ich glaube in jedem Spiel daran, dass wir eine Chance haben zu gewinnen“, sagt der 57-jährige Deutsch-Kanadier. „Wir müssen eben den richtigen Weg finden.“

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