Mario Lamoureux (vorne)  und Lubor Dibelka (li.). Stürmer der Tölzer Löwen.
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Gute Zusammenarbeit: Mario Lamoureux (vorne) im Zusammenspiel mit Routinier Lubor Dibelka (li.) war an allen Tölzer Toren beteiligt, doch am Ende ging dem Mini-Kader der Löwen gegen Dresden die Kraft aus.

EISHOCKEY DEL 2 - Tölzer Löwen mit Minikader müssen sich Dresden 3:4 geschlagen geben

Großer Kampf, kein Ertrag

  • vonOliver Rabuser
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Der Kader wird immer kleiner, ein Sieg gegen Dresden war nicht drin: Die Tölzer Löwen unterliegen im Heimspiel am Sonntagabend mit 3:4.

Bad Tölz – Sie nahmen den Torhüter heraus, bissen, kratzten und kämpften um jeden Zentimeter Eis. Hätten die Tölzer Löwen auch diese Partie für sich entscheiden, wäre die Saga vom kleinen aber feinen Kader wohl endgültig Teil der DEL 2-Geschichte geworden. Dafür fehlten wenige Minuten. Tölz wehrte sich aufopferungsvoll und leistete mit Mini-Kader ungewöhnlich hohen Widerstand. Am Ende aber bejubelten die Dresdner Eislöwen mit ihrem Coach Andreas Brockmann einen 4:3-Erfolg.

Ein angeschlagener Oliver Ott, ein frisch lädierter Luca Tosto (siehe unten), und schon waren es nur noch zwei Blöcke, die sich den Sachsen unerschrocken entgegenstellten. Dresden wusste angesichts einer Überzahl von sieben Spielern, was zu tun war. Die Eislöwen suchten nach Tempo, verlangten so den Tölzern läuferisch von Beginn an einiges ab. Mit frischen Beinen lag die Verantwortlichkeit für spielerische Akzente allerdings zunächst aufseiten der Kurstädter.

Großer Kampf, kein Ertrag: Löwen verlieren 3:4

Reid Gardiner verfehlte das Tor nur knapp, während sich beim zentralen Abschluss von Lubor Dibelka Goalie Riku Helenius reaktionsschnell einmischte. Dann aber doch die Führung für Tölz. Vorbereitet von einem Spieler, der durch seine Verlässlichkeit unersetzlich für das Team ist. Andreas „Blacky“ Schwarz ist in bestechender Form. Der Holzkirchner, zuletzt zweimal als Torschütze in Erscheinung getreten, umkurvte das Dresdner Gehäuse, ehe er mit der Rückhand auf Mario Lamoureux legte – 1:0.

„Starkes erstes Drittel, wir hätten 3:0 führen können“, urteilt Kevin Gaudet. Die starke Leistung des US-Boys in Kaufbeuren war beileibe keine Eintagsfliege. Trotz feiner Hände ist sich Lamoureux auch fürs Grobe nicht zu schade. Immer wieder ackerte er an den Banden um Scheiben, Zweikämpfe scheut der 32-Jährige ohnehin nicht. Als Belohnung ging auch der zweite Löwen-Treffer auf die Kappe des Routiniers. In Überzahl hielt Dibelka unmittelbar vor Helenius seine Kelle in einen Schuss von Lamoureux – 2:2.

Davor lagen der Ausgleich durch Filins Schuss aus spitzem Winkel ins kurze Eck sowie der erstmalige Vorsprung der Gäste, bei dem Toni Ritter noch entscheidend an die Scheibe kam. Es war auch eine Phase, in der die Gäste Dampf machten, früh anliefen und den Tölzern mit ihren brennenden Oberschenkeln mit kernigen Checks in die Parade fuhren. Die Türe zur Wechselbank öffnete sich nun ständig. „Da war der Tank leer“, wusste Gaudet.

Dumme Fehler, aber kein Vorwurf

Wem nach dem 2:1 der Gäste Böses schwante, der wurde eines Besseren belehrt. Die Buam nutzten auch ihr nächstes Powerplay. Diesmal war Gardiner nach Dibelkas findigem Haken einer von drei Löwen, die unbehelligt auf Helenius zustürmten. Vorne reichten die Kräfte locker. Immer wieder lief Tölz an, selbst ein Unterzahl-Break über Dibelka war drin. Hinten dagegen ließen sich die Räume nicht mehr konsequent verdichten. „Dumme Fehler, aber da kannst du keinen Vorwurf machen“, merkte der Coach an. Roope Rantas 3:3 wäre zu verschmerzen gewesen. Doch als Lamoureux Jordan Knackstedt enteilen ließ, schob der Top-Scorer der Sachsen zum 4:3-Siegtreffer ein. Die Löwen hatten Pech mit zwei Pfostentreffern, auch Dibelkas letztes Solo führte nicht mehr zum verdienten Ausgleich.

Tölzer Löwen – Dresdner Eislöwen 3:4 (1:1, 0:0, 2:3)

Tore: 1:0 (8:43) Lamoureux (Schwarz/Gardiner), 1:1 (19:24) Filin (Hanusch/Huard), 1:2 (41:26) Ritter (Knackstedt/Lavallée), 2:2 (43:01) Dibelka (Lamoureux/Martinovic , 5-4), 3:2 (49:08) Gardiner (Lamoureux/Dibelka, 5-4), 3:3 (50:46) Ranta (Kramer/Ritter), 3:4 (55:22) Knackstedt (Filin/Lavallee), – Strafminuten: Tölz 6 – Dresden 6, – Schiedsrichter: Holzer, Kalnik.

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