Maximilian Franzreb, Torwart der Tölzer Löwen, mit Stürmer Manuel Edfelder (re.).
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Hält den Tölzern den Sieg in Heilbronn fest: Maximilian Franzreb – hier mit Manuel Edfelder (re.).

EISHOCKEY DEL 2 - Tölzer Löwen mühen sich zu einem 4:2 bei Schlusslicht Heilbronn und finden sich auf Rang zwei wieder

Dreckiger Sieg trotz fehlender Schärfe

  • Nick Scheder
    vonNick Scheder
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Die Tölzer Löwen mühen sich zu einem 4:2 bei Schlusslicht Heilbronn und finden sich auf Rang zwei wieder.

Heilbronn/Bad Tölz – Immer wieder die Kraft. Diesmal war es die lediglich halbe Kraft, die die Tölzer phasenweise aufwendeten. Sie taten sich deshalb recht schwer beim Tabellenletzten der DEL 2, bestimmten am Freitagabend zwar über weite Strecken das Spiel bei den Heilbronner Falken, versäumten es aber, frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. „Wir waren nicht scharf“, moniert Löwen-Trainer Kevin Gaudet.

Zu fahrig, zu unaufmerksam agierten sie zuweilen vor dem eigenen Kasten, vergaben viele Chancen, hielten die Gastgeber dadurch im Spiel. Doch weil sie in den entscheidenden Situationen die Zweikämpfe für sich entschieden, die Scheibe behaupteten und meist einfach cleverer waren als das Schlusslicht, immer wenn sie das Spiel ernst genug nahmen, brachten sie den 4:2-Sieg mit einem Treffer ins leere Tor doch noch in trockene Tücher.

Dreckiger Sieg trotz fehlender Schärfe

Richtig brenzlig wurde es im Schlussdrittel. Die Löwen führten mit 3:2, schalteten aber verfrüht in den Schongang. Hatten Glück, dass eine Strafe gegen Matthew Neal die Heilbronner Druckphase vorübergehend durchbrach. Doch auch aus dem vierten Powerplay des Spiels machten die Tölzer nichts, ließen die Falken anschließend wieder zurückkommen. sodass Heilbronn den Ausgleich durchaus verdient hätte. Josh Nicholls oder Bryce Gervais waren nahe dran. Erst Sasa Martinovic’ Treffer ins leere Tor zwei Sekunden vor Schluss beendete das Zittern.

Die Löwen hätten es nicht so spannend machen müssen. Sie bestimmten das Spiel über weite Strecken, waren Heilbronn meist einen Schritt voraus, schneller an und mit der Scheibe. Doch sie schlugen zu wenig Kapital aus ihrer Überlegenheit. Und den Falken reichten vereinzelte gelungene Einzelaktionen, um Maximilian Franzrebs Kasten immer wieder in Gefahr zu bringen.

Trotz Tölzer Dominanz war auch der Spielstand nach dem ersten Drittel ausgeglichen – durch zwei Unterzahltreffer. Lubor Dibelka hatte sich in Heilbronner Powerplay die Scheibe geschnappt, legte klug quer ab auf Mario Lamoureux, der fackelte nicht lange – 1:0. Doch im eigenen Powerplay fühlte sich kein Tölzer zuständig für Falken-Topscorer Dylan Wruck im Bandeneck, der passte seelenruhig zu Gervais in der Mitte, Ausgleich. „Unser Überzahlspiel war schlecht – genau wie unser Passspiel“, kritisiert Gaudet.

Plötzlich liefen sie sogar einem Rückstand hinterher

Die Löwen schienen sich ihrer Sache auch nach dem ersten Seitenwechsel zu sicher zu sein. Bald liefen sie sogar einem Rückstand hinterher, weil Marcus Götz die Scheibe aus kurzer Distanz in die Maschen drosch. Es war fast nur die nordamerikanische Fraktion bei den Tölzern, die Torhunger bewies. Nach Lamoureux’ Treffer war es jetzt Reid Gardiner, der nach einem Bully im Anschluss an ein weiteres erfolglos verstrichenes Powerplay die Scheibe zum 2:2-Ausgleich in die Maschen drosch. Ein Konter über Marco Pfleger, der mit Übersicht zu Lubor Dibelka passte, führte zum 3:2.

Gaudet: „Ich bin sehr froh, dass es zu den drei Punkten gereicht hat, ein dreckiger Sieg“, räumt der Löwen-Trainer ein. „Im dritten Drittel war Heilbronn klar die bessere Mannschaft.“ Er hebt seinen Torhüter heraus, der den Tölzern den Sieg festhielt. „Wir hatten einen starken Keeper und das nötige Scheibenglück – aber das brauchst du auch mal mit so einem kleinen Kader.“ Mit dem haben sich die Tölzer nun immerhin auf Rang zwei der DEL2-Tabelle vorgeschoben.

Heilbronn - Tölzer Löwen 2:4 (1:1, 1:2, 0:1)

Tore: 0:1 (3:14) Lamoureux (Dibelka/Heinzinger, 4-5), 1:1 (10:08) Gervais (Wruck/Maginot, 4-5), 2:1 (20:48) Götz (Wruck/Gervais), 2:2 (28:59) Gardiner (French), 2:3 (32:42) Dibelka (Pfleger/Martinovic), 2:4 (59:58) Martinovic (Schlager/French, ENG), – Strafminuten: Heilbronn 8, Tölz 6, – Schiedsrichter: Stephan Bauer, Bruce Becker.

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