Reid Gardiner Stürmer der Tölzer Löwen
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Energisch am Puck: Reid Gardiner besorgte für die Löwen das zweite Powerplay-Tor, außerdem steuerte der Kanadier noch zwei Assists bei und schraubte damit seine Saisonbilanz auf 60 Scorerpunkte.

EISHOCKEY DEL 2

Erst Naschwerk, dann Tempo 

  • Nick Scheder
    vonNick Scheder
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Nach dem 6:1-Sieg gegen Crimmitschau erwartet Tölz mit Heilbronn am Montagabend ein anderes Kaliber.

Bad Tölz – Der Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ist oft im souveränen Auftreten zu finden. „Im ersten Drittel gegen Crimmitschau waren wir bereit“, sagt Löwen-Trainer Kevin Gaudet. „Gegen Weißwasser waren wir es nicht.“ Am Freitag stand ein 4:5 nach Verlängerung zu Buche, beim 6:1-Sieg am Samstag waren die Eispiraten Crimmitschau bloß Naschwerk. Damit es gegen die Heilbronner Falken – bereits am Montag (19.30 Uhr) müssen die Tölzer wieder ran – erneut mit einem Sieg klappt, „müssen wir von Anfang an bereit sein“.

Der Auftakt zählt

Der Start im Heimspiel gegen Crimmitschau machte den Tölzer Trainer sehr glücklich. Besonders die Tölzer Paradereihe spielte teilweise Katz und Maus mit ihren Gegnern. Fünf der sechs Treffer gingen auf das Konto der Formation um Marco Pfleger, Max French und Reid Gardiner. Die Löwen zwangen die Gäste zu Strafen, Pfleger und Gardiner nutzten die Überzahl-Situationen aus und stellten auf 2:0. Gaudet hatte seine fünf punktbesten Angreifer auf das Eis geschickt. „Für uns war die Überzahl der Schlüssel. Wir haben ihre Strafen sofort bestraft.“

Eispiraten-Goalie Michael Bitzer war praktisch bei allen Toren machtlos – die Abschlüsse und Passqualität der Löwen waren hervorragend. French traf nach schöner Kombination zum 3:0 und Saisontreffer Nummer 36. Damit schob er sich in die Top-Zehn der DEL 2-Spieler, die die meisten Tore in einer Hauptrunde schossen – an Spieltag 43. Es fehlen vier weitere zum Rekord. Auf der anderen Seite war Lukas Vantuchs Streifschuss an den Außenpfosten die einzige ernsthafte Gäste-Chance.

Vorentscheidung statt Anschlusstreffer

Ein paar Möglichkeiten kamen im zweiten Abschnitt, hinzu. „Doch wieder einmal hatte Max Franzreb ein paar big saves“, meint Gaudet. Kenney Morrison erhöhte nach Querpass von Comebacker Thomas Merl mit der Drittelsirene zum 4:0. Die Vorentscheidung, auch wenn Gaudet zu viele Fehler in diesem Abschnitt bemängelte.

Zwar gaben die Eispiraten auch anschließend nicht auf, zeigten ihr Potenzial aber nur selten. So erhöhte erneut Pfleger auf 5:0, ehe wenige Sekunden später Willy Rudert zum Ehrentreffer abstaubte. Damit war Maximilian Franzrebs fünfter Shutout vertan. Den Schlusspunkt setzte Lubor Dibelka, der die Scheibe schnörkellos zum 6:1 in die Maschen schlenzte.

Ganz so einfach wird es gegen Heilbronn nicht ablaufen, vermutet Gaudet. Der Löwen-Trainer hält die Mannschaft für deutlich besser, als Tabellenrang zehn vermuten lässt. „Sie hatten viel Pech mit Verletzten und Corona“, sagt er. Zudem hat Heilbronn seit ein paar Wochen einen neuen Trainer. Bill Stewart, genannt „Kill-Bill“, ist als harter Hund bekannt, der seine Mannschaft hart an die Kandare nimmt. „Für eine Weile ist das sicher gut, und mit Heilbronn ist es auch wirklich aufwärtsgegangen“, sagt Gaudet. Neun Punkte fehlen den Falken auf die Play-off-Plätze. „Das wird sie zusätzlich anspornen.“

Die Stärke der Heilbronner sieht er in deren hohem Tempo. Mit schnellen Spielern wie Topscorer Dylan Wruck, Bryce Gervais oder Josh Nicholls besitzen sie viel offensives Potenzial – wenn man ihnen Chancen gewähre. „Schnell spielen und schnell denken“, helfe dagegen, stellt der 57-jährige Löwen-Coach klar.

Weiter effizient bleiben

Da trifft es sich gut, dass die Löwen mit einem so „breiten“ Kader wie schon am Samstag auflaufen. Merl, French und Dibelka sind erneut einsatzbereit, sodass den Löwen mit Oliver Ott sogar ein zehnter Stürmer zur Verfügung steht. Sie haben die Aufgabe zu tun, was die Löwen am besten können: Tore schießen. Mit 176 Treffern hat Tölz den Bestwert der Liga aufzuweisen, benötigt im Schnitt nur acht Versuche, bis es klingelt.

Da könnte allerdings bei den Heilbronnern einer besonders etwas dagegen haben: der junge Keeper Florian Mnich. Der 21-Jährige stand unter „Kill-Bill“ zuletzt vermehrt anstelle von Matthias Nemec zwischen den Pfosten, brachte es in elf Einsätzen auf 91,56 Prozent Fangquote. „Nicht zu viel nachdenken, wer zwischen Pfosten steht“, empfiehlt allerdings Gaudet. Ihm wäre es am liebsten, wenn Tölz seine Effizienz beibehält und von Anfang an bereit ist, Tabellenplatz zwei zu verteidigen. Denn „das ist genau das, was wir wollen – mit einem Sieg gegen Heilbronn.“

Tölzer Löwen – Eispiraten Crimmitschau 6:1 (3:0, 1:0, 2:1)

Tore: 1:0 (5:54) Pfleger (Schwarz, French 5-4), 2:0 (13:00) Gardiner (Morrison, Pfleger 5-4), 3:0 (15:27) French (Gardiner, Schwarz), 4:0 (39:57) Morrison (Edfelder, Merl), 5:0 (47:08) Pfleger (Gardiner, Morrison), 5:1 (47:21) Rudert (Summers, Schietzold), 6:1 (59:11) Dibelka. – Strafminuten: Tölz 6, Crimmitschau 10. – Schiedsrichter: Patrick Altmann, Martin Holzer.

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