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Tölzer Löwen: Vom Schlusslicht ausgekontert

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Von: Nick Scheder

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Lubor Dibelka (li.) Tölzer Löwen
Sogar der Ausgleich wäre noch möglich gewesen: Hier vergibt Lubor Dibelka (li.) einen Hochkaräter für die Tölzer Löwen, die für ihre Nachlässigkeiten im ersten Drittel bezahlen mussten. © Ewald Scheitterer

Aufholjagd nach 1:5-Rückstand kommt zu spät: Tölzer Löwen verlieren gegen Selb mit 4:6.

Bad Tölz – Gnadenlos ausgekontert: Zu weit weg vom Gegner, defensiv oft nicht im Bilde: Ehe sie sich’s versahen, liefen die Tölzer Löwengegen das bisherige Tabellenschlusslicht und Aufsteiger Selber Wölfe einem 0:3-Rückstand hinterher. Weil sich nach kurzem Aufbäumen nicht viel änderte, wuchs der Rückstand auf 1:5 an. erst dann fingen die Löwen zu spielen und zu kämpfen an, die Aufholjagd entschädigte ein wenig für die schwache Vorstellung zuvor. Beim 4:5 wurde es sogar spannend. „Aber der Hockeygott belohnt niemanden, der im ersten Drittel gar nichts geleistet hat“, sagt Trainer Kevin Gaudet, der sich den Ausklang seines Geburtstags wohl anders vorgestellt hätte.

„Ich habe das schlechteste erste Drittel gesehen seit ich hier bin“, sagt der 58-Jährige. „Wir waren überhaupt nicht bereit, haben gedacht, es läuft von alleine.“ Zwei Warnschüsse sollten normalerweise reichen. Doch die Tölzer Löwen ließen sich nach den ersten beiden Gegentoren vom Aufsteiger weiter munter auskontern, brauchten noch ein weiteres Tor und einen vergebenen Penalty der Gäste, um überhaupt so etwas wie Gegenwehr zu zeigen.

Vom Schlusslicht ausgekontert

Trotzdem spielten die Tölzer viel zu kompliziert und ineffizient. Und erst im dritten Powerplay im Mittelabschnitt ging die Scheibe das erste Mal über die Linie. Weil die Tölzer aber weiter viel zu weit weg vom Gegner waren und nicht recht wussten, wie sie mit den Sturmläufen der Wölfe umgehen sollte, lagen sie bald mit 1:5 zurück. Gaudet: „Wir haben dumme Strafen genommen, Fehler gemacht und dafür bezahlt.“

Die Fehler zogen sich durch alle Mannschaftsteile. Torwart Marco Wölfl verschuldete zumindest das 0:3, als er nach einem Schuss die Orientierung verlor und die freie Scheibe nicht vor dem anrauschenden Richard Gelke klärte. Immerhin blieb Wölfl später im Penaltyduell gegen Gelke Sieger. Der zweite Treffer fiel in langer Unterzahl, als den Löwen die Kräfte schwanden und sie dem Druck nicht mehr standhielten. Aber auch im Aufbau gingen Scheiben verloren, die Selb nutzte, um den alten Abstand herzustellen, als Steven Deeg unbedrängt aus der Drehung einschob. Und immer wieder Selber Konter.

Mit dem 2:5 platzt der Knoten - zu spät

Doch mit Tyler McNeelys 2:5 platzte ein Knoten. Plötzlich gelangen auch wieder schöne einfache Angriffe, wie zunächst über den guten Förderlizenzneuzugang Samir Kharboutli auf Lukas Vantuch oder später Lubor Dibelkas Treffer, der McNeelys schönen Pass in den Lauf mitnahm und ansatzlos vollstreckte. Oder auch Ian Bradys 4:5 im Powerplay. „Plötzlich haben wir gekämpft, sind zurück ins Spiel gekommen, hätten sogar einen Punkt holen können“, sagt Gaudet. Aber gerecht wäre das nicht gewesen, räumt er ein. „Wir müssen arbeiten, haben nicht die Paradereihe der Vorsaison, die uns die Kastanien aus dem Feuer holt“, gibt Gaudet zu bedenken. „Und wir haben zu lange nicht gearbeitet.“ Und so traf Pascal Aquin ins leere Tor zum 4:6, statt dass Tölz in der Schlussphase noch der Ausgleich gelang. (NICK SCHEDER)

Tölzer Löwen - Selber Wölfe 4:6 (0:3, 2:2, 2:1)

Tore: 0:1 (2:01) Hechtl (Gare/Klughardt), 0:2 (10:47) Boiarchinov (Thompson, 5-4), 0:3 (17:18) Gelke (Aquin/Ondruschka), 1:3 (29:44) Vantuch (McNeely/Brady, 5-4), 1:4 (32:47) Deeg (Gelke/Aquin), 1:5 (35:49) Gelke (Aquin/Deeg), 2:5 (36:56) McNeely (Brady, 5-4), 3:5 (45:29) Dibelka (McNeely/Brady), 4:5 (48:18) Brady (Vantuch, 5-4), 4:6 (59:32) Aquin (ENG), – Strafminuten: Tölz 10, Selb 14, – Schiedsrichter: Kapzan/Steinecke, – Zuschauer: 1208.

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