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Reichlich Anlass zum Jubeln hatte der zweite Tölzer Sturmreihe: An vier der fünf Löwen-Treffer waren (v. li.) Kyle Beach, Stephen MacAulay und Andreas Pauli beteiligt.

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Tölzer Löwen siegen 5:3  - Zweite Reihe spielt Deggendorf schwindlig

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Eine Woche vor Saisonstart besiegten die Tölzer Löwen ihren neuen Liga-Konkurrenten Deggendorf mit 5:3. Überschattet wurde die Partie von einem schweren Foul an Philipp Schlager.

Bad Tölz – Christian Donbeck tobte. In der Schiedsrichterkabine sowieso, aber auch im Anschluss kehrte die Fassung beim TEG-Geschäftsführer nur sehr langsam zurück. Hintergrund des Ärgers war eine Tätlichkeit von Rene Röthke an Philipp Schlager. Der Deggendorfer checkte den in gebückter Haltung befindlichen Löwen-Kapitän aus kurzer Distanz in die Bande. Schlager stand zwar relativ schnell wieder auf, wirkte aber benommen. Die Hände des Reichersbeu-rers wurden pelzig, Schlager war eindeutig benommen. „Der kann sich das Genick brechen“, wetterte Donbeck in Richtung Röthe, der für diese hirnlose Aktion läppische zwei plus zehn Strafminuten aufgebrummt bekam.

Was die Löwen noch tun können: Das Video an die Ligenleitung einschicken, um eine längere Sperre Röthkes zu erwirken. Allein aus disziplinarischen Gründen ein probates Mittel, um derlei Vergehen in der Vorbereitung stärker zu sanktionieren. Schlager wurde zum Röntgen ins Krankenhaus nach Murnau gebracht. Die Mutmaßungen vor Ort reichten von überstrecktem Nacken bis hin zur Gehirnerschütterung. „Eine völlig überflüssige Aktion“, schüttelte auch Trainer Markus Berwanger den Kopf. Schlagers Ausfall ist das Letzte, was die Tölzer kurz vor dem Saisonstart gebrauchen könnten. Bekanntlich fällt mit Lubor Dibelka, der sich das Treiben auf der Tribüne ansah, schon ein wichtiger Akteur der ersten Sturmreihe aus. Und an der Quantität hapert es im Kader noch etwas.

Abgesehen von Schlagers unfreiwilligem Abgang nach zehn Minuten war es freilich ein gefälliger Abend für die 870 Fans, die sich den zweiten Heimtest ansahen. Hannes Sedlmayr brachte die Kurstädter nach Vorlage von Yannick Drews kurz nach den beschriebenen Turbulenzen in Führung, Es war das erste von drei Powerplay-Toren, das die Löwen schossen. Überzahl könnte zu einem Faustpfand der Isarwinkler werden. Vor allem, wenn die Reihe mit Kyle Beach, Stephen MacAuley und Andreas Pauli auf dem Eis in Bewegung kommt. Dieses Trio markierte unter paritätischer Aufteilung, die folgenden drei Treffer der Gelb-Schwarzen. Mitten hinein mischte sich der Anschlusstreffer der Gäste, den Manuel Müller mit einem Schlenzer von der blauen Linie besorgte. Ben Meisner war hierbei die Sicht versperrt. In den wenigen restlichen Szenen, die der Löwen-Goalie zu bewältigen hatte, präsentierte er sich als ruhiger und verlässlicher Rückhalt.

Deggendorf kam im Schlussabschnitt früh durch Christopher Kasten noch einmal heran und verkürzte in der Endphase in Person von Kyle Gibbons. „Etwas zu sehr verwaltet“, kommentierte Berwanger. Mit den Tölzern siegte gleichwohl das aktivere und auffälligere Team, Zumal Beach nach Notbremse an Florian Strobl noch einen Penalty vergab. Aller klar machte MacAuley, als die Gäste den Torhüter herausnahmen.

Das Rückspiel und damit der zugleich letzte Vorbereitungstest findet am Sonntag (18.30 Uhr) in Deggendorf statt, ehe es am kommenden Freitag in der Tölzer weeArena zum Punktspielstart gegen die Bayreuth Tigers Ernst wird.

Dann wird sich auch der vierte Kontingentspieler den Tölzer Fans vorstellen: Kevin Wehrs. Der ungarische Nationalverteidiger erhielt der Vorzug vor Tryout-Spieler Simon Szathmary. Der 30-Jährige ist ein erfahrener, offensiv denkender Verteidiger, der in den vergangenen vier Spielzeiten in der höchsten österreichischen Eishockeyliga EBEL tätig war. Für Fehérvár AV19, den Villacher SV und die Innsbrucker Haie absolvierte er in jeder Saison alle Partien und war ein fester Bestandteil der Defensive.

„Er hat als Verteidiger auch immer um die 20 Punkte gemacht. Das ist eine gute Statistik“, weiß Markus Berwanger zu berichten. Der Löwencoach hat sich eingehend über Wehrs informiert und nur Gutes gehört. Außerdem sei der Linksschütze in einem guten Eishockeyalter. „Und natürlich wollten wir vor dem ersten Spieltag diese Kontingentposition besetzen.“ Wehrs ist in Plymouth geboren, besitzt neben der amerikanischen auch die ungarische Staatsbürgerschaft. Mit der Nationalmannschaft Ungarns nahm er an drei Weltmeisterschaften teil und absolvierte 56 Länderspiele.

Tölzer Löwen – Deggendorfer EC 5:3 (1:0, 3:1, 1:2)

Tore: 1:0 (11:48) Sedlmayr (Drews 5-4), 2:0 (21:57) MacAulay (Gschmeißner, Pauli 5-3), 2:1 (27:14) Müller (Janzen), 3:1 (31:05) Beach (MacAulay), 4:1 (49:39) Pauli (Beach, Gschmeißner 5-4), 4:2 (42:44) Kasten (Schembri), 4:3 (Gibbons (Janzen), 5:3 (59:43) MacAulay (Beach, Pauli ENG). – Strafminuten: Bad Tölz 16, Deggendorf 18 + 10 Röthke (Check v. hinten). – Schiedsrichter: Gossmann/Oswald. – Zuschauer: 870.

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