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Wenigstens ein Hoffnungsschimmer: Lubor Dibelka (re.) trifft im Powe rplay zum 2:2. Doch später entglitt (hinten v. li.) Tyler McNeely, Shawn Weller und den Tölzer Löwen das Heimspiel gegen Kaufbeuren. 

Eishockey DEL2

Die nächste Heimpleite

  • vonOliver Rabuser
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Die Tölzer Löwen verlieren gegen Kaufbeuren den Faden und das Spiel mit 2:5. 

Bad Tölz – In der Heimbilanz ist der Wurm drin. Gegen den ESV Kaufbeuren kassierten die Tölzer ihre elfte Heimpleite. Das 2:5 wirft die Mannschaft von Kevin Gaudet im Kampf um die direkte Playoff-Teilnahme erneut zurück. Joey Lewis, der zu Oberligazeiten im Löwen-Dress wirbelte, rief sich den Fans mit drei Treffern auf unangenehme Art in Erinnerung. „Dieses Spiel war unglaublich wichtig, der Ausgang ist enttäuschend“, kommentierte Gaudet leicht verschnupft.

Als der Kaufbeurer Leon Kittel in Minute 26 auf die Strafbank musste, stand eine Frage nicht ganz unberechtigt im Raum: Würde auch das fünfte Powerplay an diesem Abend zum Torerfolg des bevorteilten Teams führen? Die Antwort lautete: Nein. Zuvor ließen sich beide Teams nicht lange bitten, wenn sie mit einem Spieler mehr walten durften. Lewis brachte die Joker nach flottem Dreierlei in Front, nachdem Matt MacKenzie die Folgen einer Attacke gegen Braden Gracel auszubaden hatte.

Dass Lewis aus Tölzer Sicht auch in der Folge unangenehm auffallen würde, war da nicht absehbar. Auch die Tölzer machten in Überzahl kurzen Prozess. Shawn Weller vollendete das, was Tyler McNeely im ersten Versuch nicht ganz gelingen wollte: das scharfe Zuspiel von Marco Pfleger zu versenken. Ihre Pausenführung verdankten die Gäste Top-Scorer Sami Blomquist, der äußerst unbedrängt zum 1:2 abschließen durfte.

Lubor Dibelka sorgte zu Beginn des Mittelabschnitts mit einem Schuss aus halblinker Position für den Gleichstand, während Luca Tosto im darauffolgenden Wechsel die Führung für Tölz verpasste. Dibelka war es auch, der nach nur 35 Sekunden Spielzeit den ersten Hochkaräter knapp links am Gehäuse von Stefan Vajs vorbeisetzte. Der Bruch im Matchplan der Hausherren trat unversehens und ohne Not ein. Nach einem verdeckten Schlenzer lag die Scheibe frei neben Silo Martinovic, wo sie von Lewis verwertet wurde.

Gleichwohl war die Sorgfalt der Löwen-Abwehr beim 2:4 von ungleich geringerer Güte. Weller patzte neben dem Tölzer Gehäuse massiv, legte den Gästen die Scheibe mustergültig auf, wieder sagte Lewis danke, und plötzlich drohte Tölz die Partie vorzeitig zu entgleiten. Gaudet sprach vom „Killer“ im eigenen Spiel. „Danach haben wir den Faden verloren.“

Strafzeiten häuften sich in etwa der gleichen Relation, wie die Offensivpower abnahm. „Wir haben in Sachen Disziplin zuletzt so große Fortschritte gemacht, ich war richtig stolz auf die Jungs. Aber die vielen Strafen diesmal – ich verstehe das nicht“, gibt Gaudet zu. Ein früher Anschlusstreffer im Schlussdrittel schien unausweichlich, da die Joker entschlossen gegen den Puck arbeiteten, zudem Vajs auch nicht den Eindruck erweckte, sich irgendwann auf dem falschen Fuß erwischen zu lassen. Doch über erkennbares Bemühen reichten die Versuche der Kurstädter selten hinaus. Was blieb war eine doppelte Überzahl fünf Minuten vor Spielende. Aber was die Tölzer auch versuchten, es wollte nichts mehr gelingen. Ganz anders bei Calvin Pokorny, dessen Schuss ins leere Tor reinen Tisch machte.

Tölzer Löw. – Kaufbeuren 2:5 (1:2,1:2, 0:1)

Tore: 0:1 (10:00) Lewis (Laaksonen, Eichinger, 5-4), 1:1 (10:35) Weller (McNeely, Pfleger, 5-4), 1:2 (16:58) Blomquist (Gracel, Kerälä, 5-4), 2:2 (23:25) Dibelka (Pfleger, MacKenzie, 5-4), 2:3 (24:58) Lewis (Gracel, Ketterer), 2:4 (38:49) Lewis (Gracel), 2:5 (58:22) Pokorny (Schmiedle, Gschmeißner - ENG), – Strafminuten: Tölz 16 + 10 (Heatley, Check gegen den Kopf oder Nacken), Kaufbeuren 12, – Schiedsrichter: Sicorschi/Singer, – Zuschauer: 3301.

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