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Der Druck aufs Tor der Dresdner Eislöwen war vor allem im letzten Drittel vorhanden, als Shawn Weller (li.) und Tyler McNeely zahlreiche Chancen herausspielten, doch Goalie Florian Proske (verdeckt) war stets auf dem Posten.

EISHOCKEY - DEL2

Tölzer Löwen verzweifeln an Gäste-Goalie Proske und verlieren erneut 1:2

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Die Tölzer Löwen befinden sich im tabellarischen Sinkflug: Bei der 1:2-Niederlage gegen die Dresdner Eislöwen stach vor allem die eklatante Abschlussschwäche ins Auge.

Bad Tölz – Gestik und Mimik von Kevin Gaudet auf dem Weg zur Pressekonferenz sprachen Bände. Schulterzucken, den Kopf abgewandt, hadernde Gesichtszüge. Mehr Analyse als in diesem kurzen Moment geht nicht. „Ich bin froh, dass dieses Jahr vorbei ist“, sagte der Tölzer Coach mit gequältem Lächeln. Gaudet hatte sich das Finale 2019 gänzlich anders vorgestellt. „Zwei Siege, sechs Punkte, und du bist Dritter.“ In Wirklichkeit aber drohen die Löwen langsam aber sicher aus den Playoff-Rängen zu rutschen. „Wir müssen alles verbessern“, benannte er die kommenden Trainingsinhalte.

Die Parallelen zur 1:2-Niederlage gegen Frankfurt waren deutlich. Abermals kassierten die Isarwinkler im ersten Abschnitt zwei Gegentreffer, denen sie trotz guter Möglichkeit aufgrund eines bestenfalls halbherzigen Abschlusses ewig nachliefen. Und neuerlich konnte man den Buam in Sachen Einsatz, sowie Lauf- und Zweikampfbereitschaft wenig absprechen. Doch was die Hausherren auch versuchten, andauernd fehlten Zentimeter beim letzten Puckkontakt, oder eine Zehntelsekunde bei Reaktion oder Entscheidungsfindung. Eher selten waren die Dresdner Verteidigungsmaßnahmen Ursache für das Verzagen auf Eis und Rängen.

Die Mannschaft wirkt alles andere als frisch, ein Großteil des Personals leistet nahezu doppelt soviel Dienst wie normal üblich. Klar, dass sich so immer wieder Fehler in die Strukturen einschleichen. Etwa beim 0:1, als nahe der Bandenrundung emsig um den Scheibenbesitz gerungen wurde, Dale Mitchell aber komplett ohne Bewacher am Torraum vollstrecken durfte. Dresdens zweiter Glücksmoment war gleichwohl eine formidable Kreation. Jeder beteiligte Eislöwe war bei der flotten Stafette einen halben Schritt schneller als sein Tölzer Widersacher. Obgleich eine Neuauflage des Chancenwuchers bereits zu erahnen war, reichte es zumindest für den Anschlusstreffer. Ein Geistesblitz von Sasa Martinovic war Auslöser für Tyler McNeelys 1:2.

Die Gäste waren immer dann gefährlich, wenn deren erster Angriffsblock um Jordan Knackstedt auf der Spielfläche stand. Ansonsten bestimmten ausnahmslos die Tölzer diese Begegnung. Knackstedts Lattentreffer Mitte der Partie war die letzte nennenswerte Aktion der Sachsen. Danach fighteten die Buam ohne Unterlass um den Gleichstand. Doch so groß die Anzahl der Tormöglichkeiten auch war, so fassungslos machte die Ausbeute. Stefan Reiter scheiterte an Goalie Florian Proske. Lubor Dibelka zielte aus drei Metern eine Handbreit vorbei. Dann wischte Proske einen McNeely-Lupfer artistisch aus der Luft, ehe der Tölzer Mittelstürmer auch noch mit einem Solo scheiterte.

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„Dresdens Torwart war hervorragend“, anerkannte Gaudet. Auch in den Schlussminuten, als Silo Martinovic einem weiteren Stürmer gewichen war, stockte den Fans wenigstens viermal der Atem: Es war eine Blaupause vom Samstag.

Tölzer Löwen – Dresden Eislöwen 1:2 (1:2, 0:0, 0:0)

Tore: 0:1 (5:11) Mitchell (Knack-stedt, Huard), 0:2 (15:51) Ritter (Pohl, Lamoureux), 1:2 (18:24) McNeely (Martinovic, Weller). – Strafminuten: Bad Tölz 0, Dresden 8. – Schiedsrichter: Robert Paule, Erich Singaitis. – Zuschauer: 3001.

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