Die Tölzer Löwen mit (v. li.) Luca Tosto, Markus Eberhardt, Philipp Schlager, Tyler McNeely und Lubor Dibelka
+
Erleichterung mit der Schlusssirene: Die Tölzer Löwen mit (v. li.) Luca Tosto, Markus Eberhardt, Philipp Schlager, Tyler McNeely und Lubor Dibelka zittern einen 5:4-Vorsprung gegen Landshut über die Zeit.

EISHOCKEY DEL 2 Tölzer Zittersieg gegen Landshut

  • vonOliver Rabuser
    schließen

Tölzer Zittersieg gegen Landshut: Löwen machen es nach 4:2-Führung noch einmal spannend.

Bad Tölz – Was anfangs einen Selbstläufer vermuten ließ, geriet hinten raus zur echten Zitterpartie. Die Tölzer Löwen gaben beim 5:4-Erfolg über den EV Landshut einen 4:2-Vorsprung aus der Hand und mussten bis zum letzten Wechsel um ihre Punkte kämpfen. Ein Geniestreich von Max French sorgte letztlich dafür, dass die Buam auch auf eigenem Eis wieder erfolgreich waren.

Zittersieg gegen Landshut

Viel ließ die Partie zu Beginn nicht zu wünschen übrig. Vielmehr bahnte sich ein Torspektakel seinen Weg. Gerade 20 Sekunden waren absolviert und die erste Strafe für Landshut angezeigt, als Tyler McNeely den Puck unter Goalie Jaroslav Hübl über die Torlinie beförderte. Der EVL schüttelte sich und legte seinerseits vor. Zunächst markierte Robin Weihager mit einem seiner gefürchteten Knaller den Ausgleich, ehe Lukas Mühlbauer gar auf 1:2 stellte. Es war nicht die einzige Szene, in der die Tölzer Defensive alles andere als sattelfest wirkte. „Wir haben Probleme, über 60 Minuten solide defensiv zu spielen“, zielt Kevin Gaudet auf die lichten Reihen im Kader.

Bei mehr Konsequenz hätten die Niederbayern durchaus mehr Kapital schlagen können. Taten sie aber nicht. Und selbst hatten sie im Abwehrverhalten gleich noch weniger anzubieten. Ein Hühnerhaufen vor dem Tor, ein Wackelkandidat zwischen den Pfosten. McNeelys Schlenzer aus dem Handgelenk ließ Hübl ohne weitere Reaktion passieren. Und Sekunden, nachdem die Unparteiischen die Begegnung mittels Bully fortsetzten, lag die Scheibe neuerlich im EVL-Kasten. Gegenwehr war bei Marco Pflegers Solo und dessen selbstlose Ablage auf Reid Gardiner keine zu erkennen. Jetzt waren es die Löwen, die deutlich öfter hätten vollstrecken müssen. Sie beließen es aber beim Powerplay-Schlagschuss von Beppi Eberhardt zum 4:2-Pausenstand.

Nach dem Seitenwechsel nahmen die Höhepunkte merklich ab. Anfangs dominierte Tölz weiter, doch mit zunehmender Spieldauer hätte ein Ölwechsel dem dauerbelasteten Getriebe der Hausherren gut getan. Dabei wäre bei doppeltem numerischen Vorteil alles vorzeitig zu regeln gewesen. „Das 5:3 war ein Momentumwechsel“, urteilt der Coach. Landshut hingegen fand immer mehr offensive Energie, um sich in der Zone der Löwen einzunisten. Letztlich war es Top-Scorer Zach O’Brien, der in Überzahl so freigespielt wurde, dass er relativ frei vor Maxi Franzreb knackig durchladen und auf 3:4 stellen konnte.

Im Schlussabschnitt deutete zunächst auch wenig auf einen Turnaround hin. Den Aktionen der Buam fehlte es an Genauigkeit. Mit der Konsequenz, dass plötzlich immer mehr die Notwendigkeit von Strafzeiten gegeben war. Als dann mit Oliver Ott und Eberhardt gleich zwei Löwen Buße ableisteten, schlug der EVL zu. Erst klingelte der Pfosten neben Franzreb, dann fand Marcus Power gerade noch die Lücke, ehe Ott wieder aufs Eis durfte. Eine knifflige Situation für die Löwen.

Landshut wehrte sich bis zuletzt

Die Entscheidung nahte, aber anders als im ersten Durchgang waren die Leichtigkeit im Allgemeinen, aber auch die Effizienz des eigenen Powerplays abhanden gekommen. Dann aber doch der eine lichte Moment. Max French spielte beim Gegenzug seinen Geschwindigkeitsvorteil aus und knallte Hübl den Puck in die lange Torecke – 5:4 (53.). Die Entscheidung? Mitnichten! Landshut wehrte sich. Zwischenzeitlich spielten sich turbulente Szenen vor Franzreb ab – wohlgemerkt bei gleicher Anzahl von Spielern. Tölz spechtete auf die Befreiung und bestenfalls den lucky punch. Doch es blieb bis zur letzten Sekunde spannend. Erleichterung brachte erst die Schlusssirene.

Gaudet räumte ein, dass der Sieg ein Stück weit glücklich war. „Landshut hätte einen Punkt verdient gehabt.“

Tölzer Löwen vs EV Landshut 5:4 (4:2,0:1,1:1)

Tore: 1:0 (00:20) McNeely (Schwarz, Gardiner, 6-5), 1:1 (03:18) Weihager (O´Brien, Zimmermann, 5-4), 1:2 (06:02) Mühlbauer (M.Brandl, Weihager), 2:2 (08:08) McNeely (Eberhardt, Tosto), 3:2 (08:29) Gaerdiner (Pfleger, French), 4:2 (14:41) Eberhardt (McNeely, Tosto, 5-4), 4:3 (33:17) O‘Brien (Power, Weihager), 4:4 (46:59) Power (Kruminsch, Weihager, 5-3), 5:4 (52:39) French (Dibelka) Strafminuten: Bad Tölz 10 – Landshut 10 Schiedsrichter: Kannengießer, Sicorschi.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare