Toni Krinner spürt keine Rachegelüste

- Bad Tölz - Diese Szene ist wohl noch allen Zuschauern im Gedächtnis, die die Partie der Tölzer Löwen in Essen gesehen haben: Moskitos-Stürmer Peter Zingoni startet einen Alleingang Richtung Tölzer Tor. Verteidiger Anton Prommersberger ist einen Tick zu spät dran, versucht mit einem Hechtsprung zu klären und trifft seinen Kontrahenten mit dem Schläger ins Gesicht. Zingonis Lippe wird fast abgetrennt, beim Aufprall auf die Bande zieht er sich eine Knieverletzung zu. Prommersberger wird für sieben Spiele gesperrt. Moskitos-Trainer Toni Krinner hegt indessen keine Rachegelüste. Er sagt: "Hass ist ein schlechter Wegbegleiter. Er verstellt den Blick für das Wesentliche."<BR>

Prommersberger habe sich entschuldigt, und damit sei die Sache erledigt: "Er hat das beste aus seiner Tat gemacht. Aber dass sich weder Peter Obresa noch Beppo Schlickenrieder gemeldet haben - daraus habe ich meine Schlüsse gezogen."<P>Löwen-Trainer Peter Obresa sieht keinen Grund für einen Anruf und verweist auf das Spiel in Schwenningen. Dort sei Michael Baindl ebenfalls nach einem Foul gegen die Bande gedonnert und habe sich an der Schulter verletzt: "Wir erwarten auch nicht, dass sich dafür jemand entschuldigt."<P>Baindl kann (wie auch Zingoni) inzwischen wieder spielen, doch ansonsten ist die Personaldecke sehr dünn, vor allem in der Verteidigung: Sepp Frank leidet unter Schwindelanfällen, Sepp Keller muss arbeiten, und Derek Mayer ist krank. Wegen einer Prüfung fällt zudem Stürmer Sebastian Klett aus. Für Obresa ist all dies kein Problem: "Dann spielen wir halt mit fünf Verteidigern."<P>Auf die Essener Mannschaft hält er große Stücke. "Eine Top-Truppe mit einem super Sturm. Und die Verteidigung ist auch sehr stark, seitdem sie Sergej Stas verpflichtet haben." Der Weißrusse spielte sieben Jahre lang in der DEL, zuletzt bei den Freiburger Wölfen.<P>Die 4:5-Niederlage der Moskitos in Bad Tölz im Hinspiel war maßgeblich dafür verantwortlich, dass es auf der Torwartposition eine Veränderung gab. Der ehemalige schwedische Nationaltorhüter Petter Rönnquist musste gehen, für ihn kam Leonhard Wild: "Wenn wir mit Tölz den Torwart getauscht hätten, dann hätten wir niemals verloren", ist Krinner überzeugt, "mir ist damals klar geworden: mit Rönnquist wird das nie was." Zugleich betont Krinner: "Ich will nicht nachtreten. Petter hat sich immer super fair verhalten, menschlich kann man ihm keinen Vorwurf machen." Das Ziel der Essener sei, den Rückstand auf die achtplatzierten Bremerhavener zu verkürzen. Krinner: "Wir nehmen das Spiel sehr ernst. Deshalb fahren wir auch schon am Samstag nach Tölz."pr<P>

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