+
Immer wieder Probleme machte der starke Bietigheimer Frederik Cabana (li.) den Tölzer Löwen (ab 2. v . li.) Dominik Kolb und Torhüter Sinisa Martinovic. 

Eishockey: DEL 2

Überfordert vom Bietigheimer Tempo

  • schließen

Tölzer Löwen halten Druck in Bietigheim nur bis zum Schlussdrittel stand und verlieren mit 5:9

Bietigheim/Bad TölzEin kurioses Spiel mit 14 Toren, lange Zeit großer Spannung, vielen Emotionen – und am Ende leeren Händen für die Tölzer Löwen: Mit 5:9 mussten sie sich am Freitagabend bei den Bietigheim Steelers geschlagen geben. Zwar gelang es den Gästen nie, selbst einmal die Führung zu übernehmen. Doch sie hielten das Spiel bis zum 4:4-Ausgleich im Schlussdrittel offen. Letztlich waren es eine zu offene Abwehr und zu viele Strafzeiten – am Ende ließ sich auch noch Max French zu einem bösen Kniecheck gegen Alexander Preibisch hinreißen, führten zur Niederlage in einem temporeichen Spiel. „Man hat die Klasse der Bietigheimer gesehen“, räumt Löwen-Trainer Kevin Gaudet ein. „Wir waren von der Schnelligkeit überfordert.“

Nach nicht einmal zwei Minuten lagen die Löwen schon 0:2 zurück. Beide Male machte Löwen-Goalie Sinisa Martinovic nicht die beste Figur. Erst bestrafte Frédérik Cabana dessen Ausflug hinter das Tor. Und Matt McKnights Schlenzer ließ er durchrutschen. Martinovic ließ sich noch einmal von Cabana düpieren, der ihm die Scheibe zum 3:1 – nach Hannes Sedlmayrs Anschlusstreffer – in den Rücken schoss.

„Wir hatten Probleme, die Scheibe zu bekommen“, räumt Gaudet ein. Trotzdem blieben die Löwen im Spiel, Lubor Dibelka verkürzte auf 2:3. Stefan Reiter, nach langer Verletzungspause erstmals wieder im Einsatz, meldete sich erfolgreich mit zwei Treffern zurück: Nach dem schön herausgespielten 3:3 steuerte er später das 7:5 bei. Doch dazwischen die kurioseste Phase. Zunächst nahmen die Steelers im zweiten Drittel etwas den Fuß vom Gas. Gaudet: „Wir hatten Glück, kamen zurück ins Spiel.“ Tölz geriet zwar erneut in Unterzahl und mit 3:4 in Rückstand. Doch im Schlussabschnitt schien das Spiel wieder komplett offen. Die Tölzer mit gutem Passspiel und viel Druck, French glich erneut aus. Doch innerhalb von 87 Sekunden machte Bietigheim jedes aufkeimende Fünkchen Tölzer Hoffnung mit drei Treffern und der 7:4-Führung zunichte. Bei nachlassender Konzentration in der Defensive konnten die Löwen noch froh sein, dass das Ergebnis einstellig blieb. Gaudet: „Bietigheim war einfach hungriger vor dem Tor.“ So entschieden die Gastgeber die meisten Zweikämpfe für sich, zeigten schnelle, effektive Angriffe und schlossen bei ihren Treffern eiskalt ab.

„Es war für uns nicht einfach, Bietigheim hat gezeigt, wer Herr im Haus ist“, sagt Gaudet. Und er sieht viel Arbeit auf sich zukommen. „Auf der Strafbank gewinnt man keine Spiele, neun Gegentore sind zu viel, ich kann mich nicht erinnern, wann ich schon einmal neun Gegentore bekommen habe. Das ist einfach nicht in Ordnung.“ Genauso wenig wie der Check von French gegen Preibisch, der verletzt vom Eis musste. Gaudet entschuldigte sich dafür nach dem Spiel.

Bietigheim – Tölzer Löwen 9:5 (3:2, 1:1, 5:2)

Tore: 1:0 (00:47) Cabana (Laub), 2:0 (1:49) McKnight (Schüle, 5-4), 2:1 (8:34) Sedlmayr (Reiter/Sasa Martinovic), 3:1 (11:40) Cabana (Zientek/Owens), 3:2 (13:07) Dibelka (Sedlmayr/Martinovic), 3:3 (35:58) Reiter (McNeely/Martinovic), 4:3 (39:09) McKnight (Schüle/Breitkreuz, 5-4), 4:4 (44:14) French (Tosto/MacKenzie), 5:4 (44:41) Schoofs (Fleischer/Hüfner), 6:4 (34:17) Breitkreuz (Schüle/Stephan), 7:4 (46:06) Laub (Owens), 7:5 (47:45) Reiter (McNeely), 8:5 (51:58) Hauner (Swinnen/Cabana, 5-4), 9:5 (52:42) Zientek (Schüle/Stephan), – Strafminuten: Bietigheim 10, Tölz 19 + SD French (Kniecheck), – Schiedsrichter: Stephan Bauer, Kilian Hinterdobler, – Zuschauer: 2692.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

50 Minuten Dominanz
Nach einem kleinen Durchhänger fegen die Löwen Kaufbeuren mit 8:2 vom Eis
50 Minuten Dominanz

Kommentare