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Im Powerplay überrannt: Max French (li.) und die Tölzer Löwen besiegen den EC Bad Nauheim mit vier Überzahltreffern 4:0.

Eishockey: DEL 2

Die Powerplay-Macht

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Zehnter Sieg in Folge: Tölzer Löwen schlagen Nauheim mit vier Überzahl-Treffern 4:0.

Bad Tölz– Die Tölzer Löwen sind eine Powerplay-Macht. Man sollte gegen sie nicht in Unterzahl geraten. Das ist spätestens seit dem Spitzenspiel der DEL 2 gestern Abend gegen den EC Bad Nauheim klar, das die Gastgeber souverän mit vier Überzahltoren und 4:0 für sich entschieden. Auch sonst stimmte bei den Löwen fast alles: Solide Defensivarbeit, großer Einsatz, druckvolle Kombinationen bei hohem Tempo sowie gut gelöste Unterzahlsituationen und ein erneut starker Sinisa Martinovic zwischen den Pfosten, der sich seinen ersten Shutout mit Tölz redlich verdiente. Damit entschied Tölz das Duell um die Top-Drei gegen die Roten Teufel für sich. Es war der zehnte Sieg in Folge für die Löwen. „Ich bin überrascht, dass wir selbst nach dieser Serie so einen Siegeswillen gezeigt haben“, freut sich der Tölzer Trainer Kevin Gaudet.

Die Leistung beider Teams war eines Spitzenspiels würdig. Die Gäste waren in vielen Belangen auf Augenhöhe. Stellten ihrerseits eine sichere Abwehr, fuhren Konter, setzten gefährliche Schüsse auf das von Martinovic gut gehütete Tölzer Tor ab. Der Löwen-Goalie blieb Sieger gegen alle Versuche der Roten Teufel, während der ebenfalls starke Felix Bick auf der Gegenseite zumindest mit einer Waffe zu überwinden war: dem Tölzer Powerplay. Max French, der genau wie Marco Pfleger wieder öfter positiv in Erscheinung trat als zuletzt, bereitete das 1:0 im ersten Drittel vor. Seinen verdeckten Schuss fälschte Andreas Schwarz noch entscheidend ab.

Es hätte anders laufen können, meint zumindest Gaudet. „Wir haben Nauheim in den ersten zehn Minuten überrollt, aber nur ein Tor gemacht.“ Luca Tosto als zehnter Stürmer, Pfleger, Dibelka oder Stefan Reiter hätten die Führung gleich ausbauen können. Gaudet: „Dann kam Nauheim besser ins Spiel, gleichen sie aus, läuft das Spiel vielleicht anders.“ So aber stellte French mit dem 2:0 im Mittelabschnitt die Weichen auf Sieg.

Der Hauptunterschied war das Powerplay. Während die Tölzer hier erfolgreich waren – Treffer drei und vier besorgte Lubor Dibelka ebenfalls in Tölzer Überzahl, waren es die Nauheimer nicht. „Bei uns hat das Powerplay nicht funktioniert“, sagt ECN-Coach Christof Kreutzer. Es lag aber auch an den Löwen: Beim Unterzahlspiel bestätigten sie ihre aufsteigende Tendenz, hielten den Gegner effektiv von Kasten fern und sich selbst schadlos. Kreutzer: „Wir haben verdient verloren, Tölz war besser.“

Falls doch einmal eine Scheibe durchkam, war Martinovic zur Stelle, wehrte per Handschuh, Schoner, Schläger und manchmal auch mit dem Helm alles ab, was auf ihn zuflog. „Er hat auch einen großen Anteil an unserer Siegesserie“, lobt Gaudet. „Er ist in der Zone, war immer zur Stelle.“ Etwas Glück sei freilich auch dabei gewesen. „Du gewinnst nicht zehn Spiele in Folge ohne Glück“, sagt der Löwen-Trainer.

Gaudet ist wieder einmal stolz auf seine „Krieger, zieht seinen Hut vor ihnen und gibt ihnen am Mittwoch trainingsfrei.

Tölzer Löwen - EC Bad Nauheim 4:0 (1:0, 1:0, 2:0)

Tore: 1:0 (7:29) Schwarz (French/Sa. Martinovic, 5-4), 2:0 (25:12) French (Schlager/Schwarz, 5-4), 3:0 (43:08) Dibelka (MacKenzie/Weller, 5-4), 4:0 (49:51) Dibelka (Pfleger/MacKenzie, 5-4), – Strafminuten: Tölz 14, Nauheim 14, – Schiedsrichter: Daniel Kannengießer, Ruben Kapzan, – Zuschauer: 2401.

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