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Auch die zweite Führung reicht nicht: Shawn Weller (Mitte) mit Lubor Dibelka (2. v. li.) trifft im Tölzer Powerplay, doch am Ende stehen die Löwen beim 2:3 in Landshut wieder mit leeren Händen da.

Eishockey: DEL 2

Zweifache Führung reicht nicht zu erstem Sieg

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Tölzer Löwen verlieren auch den vierten Vergleich mit Aufsteiger Landshut: 2:3-Niederlage. 

Landshut/Bad Tölz– Dass sich der EV Landshut heuer nicht mehr in die Gilde der Tölzer Lieblingsgegner einreiht, versteht sich eingedenk der drei vorangegangenen Niederlagen von selbst. Doch so schmerzhaft wie im vierten Anlauf traf es die Löwen bisher noch nicht. Sie schossen zu Beginn der Schlussphase zum zweiten Mal einen Vorsprung heraus. Nach einem unfassbaren Schnitzer von Silo Martinovic, dem Kevin Gaudet den Vorzug vor Max Franzreb gab, stand Tölz aber am Ende mit 2:3 gelackmeiert wie selten zuvor da.

Nach den Niederlagen gegen die Niederbayern wird die Play-off-Teilnahme für Tölz immer mehr zur Zitterpartie. „Das ist unglaublich, habe ich noch nie erlebt“, konnte Gaudet seine Enttäuschung nicht verhehlen. Nach der vom Ergebnis enttäuschenden Partie vom Freitag, mit doch einigen Versäumnissen, standen mehrere Fragen im kalten, restaurierungsbedürftigen Eisstadion am Gutenbergweg: Ist sich die Mannschaft ihrer oft zu komplizierten Spielweise bewusst? Findet sie Wege, das verlorene Selbstverständnis im Powerplay zurückzuerlangen? Welche Änderungen hat Gaudet auf Lager? Wohl der am einfachsten zu lösende Punkt. Denn nicht nur Sasa Martinovic – in Landshut mit Schiene und Krücken hinter der Spielerbank im Einsatz – fiel aus dem Kader. Auch Christoph Kiefersauer meldete sich krank. Somit verblieben offensiv wie defensiv drei Blöcke; der flugs nominierte Perspektivspieler Maxi Leitner erhielt keine Eiszeiten.

Ambivalent fiel indes die Bewertung des Überzahlspiels aus. Gleich im ersten Versuch versenkte Tyler McNeely den Rebound nach Marco Pflegers strammem Schuss zum 1:0. Der zweite Testlauf ähnelte den Irrungen der Vorwochen, und danach gab es lange keinen numerischen Vorteil mehr.

Bis zehn Minuten vor Spielende. Da lief Max Brandl plötzlich alleine auf Silo Martinovic zu, der den Konter stark entschärfte. Weil Brandl dann zu unlauteren Mitteln griff, stand Tölz mit zwei Spielern mehr auf dem Eis. Und auch wenn es wieder lange nicht zum Hinschauen war, ganz am Ende netzte Shawn Weller zum 2:1 ein.

Für den ersten Sieg gegen den Aufsteiger reichte der knappe Vorsprung gleichwohl nicht. Vier Minuten vor Schluss fälschte Landshuts Robbie Czarnik einen Schlenzer von Philipp Messing unhaltbar vor Martinovic zum 2:2 ab. Doch damit nicht genug. Beim harmlosen Schüsschen von Czarnik ging Martinovic zu Boden, die Hände vermeintlich auf der Scheibe. Just als Referee Christian Oswald die Pfeife in den Mund schob, flutschte der Puck unter dem Körper des Goalies über die Torlinie. „Das war eine Heim-Entscheidung“, war sich Gaudet sicher, dass der der Pfiff bereits erfolgt war. Den Videobeweis lehnte Oswald partout ab. „Das war unfair, er hat uns einen Punkt geklaut“, fand der sonst zurückhaltende Coach klare Worte.

EV Landshut – EC Bad Tölz 3:2 (1:1; 0:0;2:1)

Tore: 0:1 (9:31) Mc Neely (Pfleger/MacKenzie, 5-4); 1:1 (11:50) Pompei (Czarnik/Plihal, 5-4); 1:2 (51:06) Weller (Dibelka/MacKenzie, 5-4), 2:2 (55:39) Czarnik (Messing/Pompei), 3:2 (57:06) Czarnik (Pompei), – Strafminuten: Landshut 10, Tölz 10, – Schiedsrichter: Haupt/Oswald, –Zuschauer: 2923.

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