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Nicht ganz gereicht für einen Vertrag bei den Tölzer Löwen hat es für Stürmer Josef Reiter (re., mit Aziz Ehliz).

Eishockey: DEL 2

Das Ziel ist ein gutes Gefühl

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Gleich zweimal bekommt es das Tölzer Eishockeyteam an diesem Wochenende mit dem Liga-Konkurrenten Deggendorfer SC zu tun. Außerdem verzichten die Löwen auf eine Weiterverpflichtung von Simon Szathmary und stehen vor dem Vertragsabschluss mit einem routinierten Verteidiger.

Bad Tölz – Ein gewisser Schwermut war Markus Berwanger anzumerken. Einmal mehr waren sportliche Erfordernisse wichtiger als menschliche Komponente. Simon Szathmary sei ein „anständiger Kerl“, der sich intensiv um die vakante Planstelle bemüht habe, betonte der Tölzer Eishockeytrainer. Sogar die Reise nach England ließen die Löwen den 22-jährigen Tschechen noch mitmachen, obwohl der Probevertrag Ende August ablief. Es kristallisierte sich aber heraus, dass Szathmary das Anforderungsprofil des vierten Importspielers nicht erfüllen kann. „Wir brauchen jemanden, der etwas erfahrener ist und mehr Präsenz ausstrahlt“, konkretisierte Berwanger. Gegen Szathmary sprach zudem die Sprachbarriere. Der Rechtsschütze konnte weder auf deutsche Textbausteine, noch das in Spielerkabinen übliche „Hockey-Englisch“ zurückgreifen. Jedoch sei der Tscheche der Typ Spieler, den man ohne Scheu behalten würde, fiele er nicht unters harte Kontingent. Dennoch stellte der Coach klar: „Es war keine einfache Entscheidung.“

Ungeachtet von Szathmarys Probevertrag sondierten die Löwen den Markt nach finanzierbaren Verteidigern. Offenbar mit Erfolg, denn so viel verriet Geschäftsführer Christian Donbeck: „Wir stehen kurz vor dem Abschluss mit einem routinierten Defensivmann. Aber es müssen noch ein paar Details geklärt werden.“ Neben Szathmary wird auch Josef Reiter keine weiteren Einsätze beim Zweitligisten erhalten. Der Tryout-Vertrag des 20-Jährigen wurde nicht verlängert. „Es hat vom Sportlichen nicht für die DEL2 gereicht“, kommentierte Berwanger die Entscheidung gegen den letztjährigen Miesbacher Oberliga-Akteur. Dennoch dürfe Reiter weiterhin in Tölz mittrainieren. „Wir werden ihm helfen, einen Klub zu finden“, betonte Donbeck, der sich zudem freut, dass der verletzte Spielmacher Lubor Dibelka (Knie) mit dem Reha-Training begonnen hat.

Ein letztes Mal vor Beginn der Punktrunde in einer Woche präsentieren sich die Löwen an diesem Freitag ihren Fans. Der doppelte Vergleich gegen den Deggendorfer SC (Freitag um 19.30 Uhr daheim, auswärts am Sonntag, 18 Uhr) sei eine „wichtige Sache, die wir ernst nehmen“, betonte Markus Berwanger. Gleichwohl handle es sich „nur um einen Test“. Es gebe keine Punkte zu holen. „Das wissen beide Teams und deren Trainer“, hält der Coach fest. Soll heißen: Der Fokus liegt weniger auf Match und Gegner, als auf dem Endspurt der Vorbereitung. Gewinnen wolle man dennoch: „Um mit einem guten Gefühl aus diesem Wochenende heraus zu gehen.“

Aber: Der fünftägige Ausflug nach England hat Spuren hinterlassen. Beim Dienstagstraining habe das Team „platt“ gewirkt. Berwanger hatte die Trainingsintensität dem nahenden Saisonbeginn angepasst. „Wichtig ist jetzt, dass wir spritzig werden“, erläuterte der 55-Jährige. Auch an Über- und Unterzahl werde weiterhin gefeilt. Von der Wirksamkeit seiner Special-Teams ist Berwanger auf jeden Fall überzeugt: „Beides wird bei mir ordentlich ablaufen.“

Gegner Deggendorf sei insofern von Bedeutung, als es sich um den „einzigen direkten Konkurrenten“ in der Vorbereitung dreht. „Sie sind Aufsteiger, haben aber eine gute Mannschaft“, betont der Übungsleiter. Manuel Edfelder wird abermals den verletzten Dibelka im ersten Block ersetzen; Aziz Ehliz stürmt in der dritten Linie. Die vierte Reihe wird fortan von Kevin Slezak angeführt. Der 17-Jährige wird demnächst für das DEL2-Team lizenziert und ist damit fest als Mittelstürmer eingeplant.

Lobende Worte findet Berwanger überdies für die Tölzer Fans, ob deren regen Erwerbs von Dauerkarten. „Höchsten Respekt an alle Mitwirkenden“, nimmt er auch die Sponsoren mit ins Boot. Tölz in der DEL2 sei „aller Ehren wert“. Andere Traditionsstandorte wie Rosenheim oder Landshut hätten ganz andere Möglichkeiten bezüglich Einwohnerzahl und Gewerbe, müssten sich aber in der Oberliga verdingen. „Ich hoffe, wir können das Vertrauen zurückzahlen.“

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