Marco Pfleger, Stürmer der Tölzer Löwen,
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Eines geschossen, zwei vorbereitet: Marco Pfleger und seine Tölzer Löwen wären bei den Kassel Huskies fast noch einmal herangekommen.

EISHOCKEY DEL 2 - Tölzer kommen nach Rückstand bei starken Kasselern fast ran, verlieren 3:5

Zum Schluss noch spannend gemacht

Stellenweise klar unterlegen, doch dank großem Einsatz hätte es fast doch noch geklappt: Die Tölzer Löwen kommen beim Tabellenführer Kassel Huskies nach 0:3 und 1:4 noch einmal heran, verlieren aber dann doch mit 3:5.

Kassel/BadTölz – Die Trauben beim Spitzenreiter hingen ganz schön hoch. Aber durch eine erneute Kraftanstrengung machten es die Tölzer Löwen gestern in Kassel kurz vor Schluss noch einmal spannend: Schon klar abgeschlagen mit 0:3 und 1:4 und stellenweise doch klar unterlegen, hängten sie sich in der Schlussphase noch einmal voll rein. Reid Gardiner und Mario Lamoureux verkürzten auf 3:4. Die Löwen hatten Blut geleckt und drängten auf den Ausgleich. Doch Lois Spitzner traf ins leere Tor, nachdem Max Franzreb seinen Kasten zugunsten eines sechsten Feldspielers geräumt hatte.

Zum Schluss noch einmal spannend gemacht

„Ich bin stolz auf die Mannschaft, die sich tatsächlich wieder zurückgekämpft hat“, sagt Löwen-Trainer Kevin Gaudet. Man hatte allerdings den Eindruck, dass der Spitzenreiter seine Kräfte sehr genau einteilen konnte. Die mit vier Reihen breit aufgestellten Kasseler erhöhten immer dann Druck und Tempo, wenn es brenzlig zu werden drohte. Das war bis zur Schlussphase allerdings kaum der Fall.

Die Löwen schafften es, einen relativ ausgeglichenen Start hinzubekommen. Sie setzten immer wieder Nadelstiche. Doch viel mehr als ein Schlagschuss in die Fanghand von Gerald Kuhn vom frei stehenden Sasa Martinovic und ein Schuss an den Pfosten von Marco Pfleger war nicht drin. Die Huskies legten immer wieder mal noch ein Quäntchen Tempo drauf, beeindruckten mit schnellem Passspiel und direkten Abschlüssen, zwangen die Löwen zu Fehlern und – nach einer Viertelstunde – zu einer Strafe. Im Powerplay schlug Joel Keussens Kracher von der blauen Linie hinter Franzreb im Tölzer Kasten ein – 0:1.

Der Löwen-Keeper hatte zuvor schon mit guten Paraden einen Rückstand verhindert. Die Gastgeber hatten mehr vom Spiel, gewannen die meisten Bullys, hatten mehr Schüsse aufs Tor und waren fast mit jeder Aktion gefährlich, wenn sie blitzschnell vor dem Tölzer Kasten auftauchten.

So auch zu Beginn des zweiten Drittels, das aus Tölzer Sicht denkbar schlecht startete: Mit der ersten Aktion stellte Olsen per ansatzlosem Handgelenkschuss auf 2:0 – Andreas Schwarz fälschte den Schuss unhaltbar ab. Und es kam noch schlimmer: Philipp Cornet tankte sich vor dem Tor durch, legte ab auf Huskies-Kapitän Denis Shevyrin. Der drosch den Puck zum 3:0 in die Maschen. „Hinten waren wir vogelwuid“, gibt der Tölzer Luca Tosto zu, der auch eine „dumme Strafe“ vor dem 0:1 einräumte. Franzreb fühlte sich zuweilen alleine gelassen, ließ seinen Ärger auch an seinem eigentlich unschuldigen Schläger aus.

Schlagabtausch in der Schlussphase

Für den Trainer war klar: „Bei 0:3-Rückstand wird es ganz schwierig gegen so eine Mannschaft.“ Aber tatsächlich hängten sich die Gäste nach dem dritten Treffer voll rein, es wurde ein offener Schlagabtausch. Freilich auch, weil Kassel etwas Gas herausnahm. Manuel Edfelder und Marco Pfleger hätten für Tölz verkürzen, Huskies-Neuzugang Philippe Cornet, aber vor allem Clarke Breitkreuz allein vor dem Tor allerdings auch die Führung der Huskies ausbauen können.

Spannend wurde es nicht nach Pflegers Anschlusstreffer, denn Lukas Laub stellte kurz nach dem 1:3 den alten Vorsprung wieder her. Spannend wurde es aber in der Schlussphase, weil die Tölzer, obwohl nur mit 14 Spielern angetreten, nie aufgaben. Starke Aktionen von Pfleger sowie die beiden Neuzugänge brachten die Löwen bis zwei Minuten vor Schluss dann tatsächlich auf ein Tor heran.

Doch die Huskies ließen sich nicht aus der Ruhe bringen – auch weil sie sich an den Freitagabend in Bietigheim erinnerten. Da verloren sie nach 4:2-Führung noch in der Verlängerung. Diesmal machten sie es besser, Ryan Olsen schnappte sich die Scheibe im entscheidenden Moment, legte im Vorwärtsgang ab auf Spitzner, der die Tölzer Niederlage mit dem 5:3 ins leere Tor besiegelte.

Kassel Huskies - Tölzer Löwen 5:3 (1:0, 2:0, 2:3)

Tore: 1:0 (14:33) Keussen (Burns/Cornet, 5-4), 2:0 (20:33) Olsen (Burns/Spitzner), 3:0 (25:18) Shevyrin (Müller/Cornet), 3:1 (48:03) Pfleger (Gardiner), 4:1 (51:53) Laub (Cornet/Trivino), 4:2 (52:26) Gardiner (Pfleger), 4:3 (58:01) Lamoureux (Dibelka/Pfleger), 5:3 (59:38) Spitzner (Olsen), – Strafminuten: Kassel 2, Tölz 6, – Schiedsrichter: Bruce Becker, Sven Fischer.

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