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Penalty: Löwen-Stürmer Max French wird vom Steelers-Torwart Stephon Williams gefoult. Doch der Strafschuss, der das 3:0 hätte sein können, bringt nichts ein.

TÖLZER LÖWEN

Zweiter Löwen-Sieg innerhalb von 48 Stunden gegen die Bietigheim Steelers

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Die Tölzer Löwen sind zurück in der Erfolgsspur: Innerhalb von 48 Stunden haben sie den Bietigheim Steelers wichtige Punkte abgeknöpft: Beim 2:0 am Sonntagabend sogar drei!

Bad TölzVolle Hütte, volle Punktzahl. Die Tölzer Löwen entschieden vor 3322 Zuschauern auch das Rückspiel gegen die Bietigheim Steelers für sich, scheinen nach dem 2:0-Erfolg gegen die Ellentaler die kurzzeitig verrutschte Erfolgsspur wieder zu ihren Gunsten arretiert zu haben.

Wünschen kann man sich als Sportler vieles. Träumen gehört zu jenen wenigen Tätigkeiten, die seitens der Legislative noch nicht reglementiert wurden. Zweifellos erhoffte sich Maxi Franzreb einen für ihn befriedigenden oder vielleicht sogar spektakulären Einstand im Tölzer Leiberl. Das tatsächliche Elaborat versetzte dann aber auch den jungen Torhüter in Erstaunen. Ein Overtime-Sieg beim ersten Einsatz, und zwei Tage später als Sahnehäubchen zu den drei ersten Heimzählern 2020 gleich noch den Shut-Out obendrauf.

Franzreb blieb bei seiner Heimpremiere ohne Gegentreffer, Gratulationen von Mitspielern und Fans wollten kein Ende nehmen, die erste Ehrenrunde genoss der 23-Jährige sichtlich. Für die Mannschaft von Kevin Gaudet zeigt die Formkurve zu Beginn des neuen Jahres eindeutig nach oben. Zum Ende hin verteidigte das Team den schadlosen Vorsprung mit ganz viel Leidenschaft.

Natürlich lernten sich Gaudet und Franzreb inzwischen auch persönlich kennen. Am Freitag zögerte der Coach zunächst noch, einen ihm unbekannten Spieler mit der Schlüsselposition zu betrauen. Doch wusste Gaudet nach den beiden Siegen um die Richtigkeit seiner Entscheidung. „Er hat sehr gute Nerven, ist ein cooler Typ.“ Witzigerweise kam die verbale Eloge zuvor von Marc St. Jean. „Tölz hat in einen neuen Torwart investiert, der enorm stark gehalten halt“, urteilte Bietigheims Trainer.

Allein am Torhüter wollte Gaudet die Trendwende aber nicht festmachen. Seinen Eleven fehle es keineswegs an Selbstvertrauen. Nur gerieten sie in den letzten zehn Partien beinahe ausnahmslos in Rückstand. Es sei „nicht einfach“, sich ständig zurückzukämpfen.

Nicht so diesmal. Früh gab’s den Freudenmoment, als die beiden sehr souveränen Unparteiischen nach Studium der Videobilder auf den zentralen Bullypunkt deuteten. Sicher: Markus Eberhardt war am Ende der maßgeblichen Szene in Tormann Stephon Williams gerauscht. Doch flutschte der Rückhandschuss von Stefan Reiter bereits Zehntelsekunden zuvor an Willams vorbei ins kurze Eck. Eberhart schied allerdings Ende des zweiten Abschnitts nach einem Gesichtstreffer von Yannick Wenzel mit offener Lippe und zwei lockeren Zähnen vorzeitig aus. Davor hätte beinahe Mark Heatley eine persönliche Note in die Torschützenliste eingebracht, doch reagierte Williams hier tadellos.

Erstmals gefährlich wurde es für die Tölzer nach einem verirrten Querpass von Lubor Dibelka und dem daraus resultierenden Konter der Gäste. Letztlich fehlten Zentimeter zum Ausgleich. Nicht minder prekär war jener Moment, als Benjamin Zientek zu Beginn des Mitteldrittels vor Franzreb auftauchte. Bietigheims Angreifer steuerte im Wissen, gegen Franzreb besonders präzise abschließen zu müssen, für jedermann hörbar den Puck an den linken Pfosten. Praktisch im Gegenzug erwischten die Löwen den perfekten Zeitpunkt für das 2:0. Während Bietigheim Max French im Slot aus den Augen verlor, hatte der hinter dem Tor positionierte Marco Pfleger ein gutes Auge für seinen Mittelstürmer – 2:0.

Die Gäste erinnerten stark an die Löwen-Matches zum Ende des vergangen Jahres. Bemühen ja, Erfolg nein. „Momentan haben wir eine Blockade und die Scheiße am Schläger“, räumte St. Jean ein. Wobei: Das Angebot der Elletaler im Schlussabschnitt war nicht unbedingt üppig. Erst als Tölz in den letzten Minuten eine Strafe verbüßte und St. Jean den sechsten Feldspieler aufs Eis schickte, erhöhte sich der Bedarf an Gegenmaßnahmen noch einmal. Doch wollten sich die Buam den Sieg und Franzrebs Nuller auf keinen Fall mehr nehmen lassen. „60 Minuten harte Arbeit, mindestens 25 Schüsse geblockt, die Jungs haben alles getan, um das Spiel zu gewinnen“, fand Gaudet warme Worte für eine löwenstarke Leistung seines Teams.

Tölzer Löwen – Bietigheim Steelers  2:0 (1:0, 1:0, 0:0)

Tore: 1:0 (8:53) Reiter (Schlager, Eberhardt), 2:0 (22:58) French (Pfleger, Tosto). – Strafminuten: Bad Tölz 12, Bietigheim 10. – Schiedsrichter: Bauer, Klein. – Zuschauer: 3322.

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