Schon als 17-Jähriger war Kilian Steinmann (l.) für die Erding Gladiators im Einsatz. ArchivFoto: Christian Riedel
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Schon als 17-Jähriger war Kilian Steinmann (l.) für die Erding Gladiators im Einsatz.

Eishockey

Erdinger Eishockeytalent wechselt von Rosenheim nach Rostock

  • Dieter Priglmeir
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Die ersten beiden Buchstaben sind gleich, aber ansonsten dürften alte und neue Wirkungsstätte von Kilian Steinmann Welten trennen.

Mit dem Auto sind es jedenfalls 850 Kilometer. Das Erdinger Eishockeytalent wechselt von Rosenheim nach Rostock. „Ich freue mich riesig, etwas Neues zu erleben“, sagt Steinmann. Nur mit dem „Moin, moin“ könne es problematisch werden, meint er schmunzelnd: „Ich glaube, ich werde da oben das ,Servus’ etablieren.“

Der 19-Jährige ist voller Tatendrang, doch in Rosenheim wäre er wohl in der kommenden Saison kaum zur Entfaltung gekommen. Seit der Saison 2015/16 stand er bei den Starbulls unter Vertrag, schaffte den Sprung in die Oberliga-Mannschaft und kam zu 34 Einsätzen, drei Treffern und zwei Assists.

Doch jetzt drängen die Rosenheimer zurück in die 2. Liga und verstärken sich entsprechend. „Ich hatte das Gefühl, dass da meine Rolle etwas hinten runtergefallen wäre. Deshalb habe ich darum gebeten, den laufenden Vertrag aufzulösen.“ Die Starbulls kamen dem Wunsch entgegen – mit ein wenig Schmerzen, wie Geschäftsführer Daniel Bucheli auf der Homepage des Vereins bestätigt: „Wir bedauern das sehr, denn wir hätten Kilian gerne weiter bei uns behalten. Er hat sich immer vorbildlich verhalten.“ Man wolle ihm seinen weiteren Karriereweg aber nicht verbauen.

„Ich glaube, ich werde da oben das ,Servus’ etablieren.“

Kilian Steinmann

Er sei jetzt zwei Jahre in der Oberliga mitgelaufen, habe in der vierten Reihe gespielt, – „jetzt möchte ich den nächsten Schritt machen“, sagt Steinmann. „Mehr Eiszeit, auch mal in Über- und Unterzahl im Specialteam sein“ – Steinmann hat konkrete Vorstellungen. Die Position ist ihm egal: „Ich bin Außenstürmer, kann aber auch in die Mitte gehen.“

Aber warum Rostock? „Als mein Abschied aus Rosenheim feststand, bin ich auf Vereinssuche gegangen“, erzählt er. Er habe dann einen ihm gut bekannten Rostocker Spieler um die Telefonnummer des Trainers gebeten. „Nach den ersten Gesprächen hat sich schnell rausgestellt, dass das passt“, berichtet Steinmann. Zuletzt hatten die Rostock Piranhas in der Nord-Oberliga um den Klassenerhalt gespielt, „aber jetzt wollen sie in die Top Sechs“, so Steinmann. Noch wichtiger für ihn: „Der Kader soll verjüngt und ausgebaut werden, denn ohne vier komplette Reihen kommst du nur schwer über die 52 Spiele.“

Los geht’s übrigens schon am 20. August, da steigt der Nord/Ost-Pokal. Bis dahin wird auch sein Umzug („Ob WG oder eigene Wohnung weiß ich noch nicht.“) vonstatten gegangen sein. Bisserl Bammel vor der neuen Welt? „Gar nicht. Ist doch cool, mal direkt an der Ostsee zu wohnen“, sagt Steinmann, der sein Studium (Gesundheitsmanagement) online weiterführen wird.

Bleibt noch die Frage: Warrum nicht die Gladiators? „Natürlich habe ich mal mit dem Gedanken gespielt. Man sieht ja, wie Erding aufgerüstet hat. Aber ich glaube, dass der Schritt in die Bayernliga nicht optimal gewesen wäre. Ich wollte unbedingt in einem jungen hungrigen Kader spielen und gleichzeitig auch so höherklassig, damit ich sehe, wo meine Leistungsgrenze liegt.“

Und was sagt die Eishockeyfamilie Steinmann dazu? Er habe stundenlange Gespräche mit Bruder Jonas und Vater Robert geführt. „Sie haben mich absolut darin bestärkt, diesen Weg zu gehen“, sagt er. Er müsse halt jetzt künftig auf Brezen verzichten und von Semmeln auf Brötchen umsteigen, meint Kilian Steinman lachend. An sein „Servus“ werden sich aber die Kollegen gewöhnen müssen. Das war’s aber auch schon mit dem Bayerntum. Mit Blick auf den Kader ist sich der Student sicher: „Es wird wohl viel Englisch gesprochen.“

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