Tüftelt immer an der Reihenzusammenstellung: Thomas Vogl, Trainer der Erding Gladiators.
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Tüftelt immer an der Reihenzusammenstellung: Thomas Vogl, Trainer der Erding Gladiators.

Eishockey-Bayernliga

Auswärts-Rallye startet im Oberland

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Es geht wieder los für die Erding Gladiators.

Erding – Nach einer Vorbereitung mit vielen Hindernissen (wir berichteten) ist auch der Punktspielauftakt für die Erding Gladiators ungewöhnlich. Weil die heimische Eishalle nach wie vor eine Baustelle ist, startet die Mannschaft von Trainer Thomas Vogl mit vier Auswärtsspielen. Die ersten beiden werden im Oberland ausgetragen, am Freitag (20 Uhr) beim TEV Miesbach und am Sonntag (17.30 Uhr) beim ESC Geretsried.

„Die Vorbereitung war nicht ganz einfach“, sagt der Coach. „Wenn du rund drei Wochen später aufs Eis gehst wie die Konkurrenz, ist das nicht gerade optimal.“ Das werde sich in den ersten Spielen hinten raus, also im Schlussdrittel, sicherlich bemerkbar machen. „Wir haben zwar im Sommer gut trainiert, aber Sommerkondition und Eiskondition sind zwei paar Stiefel.“ Positiv sei die Tatsache, dass es im Kader wenig Veränderung gegeben habe: „Wir sind eine erfahrene, eingespielte Mannschaft, in der jeder mit jedem schon zusammengespielt hat.“

Hallenbaustelle, Corona und die dadurch bedingten finanziellen Engpässe seien natürlich problematisch. „Aber wir wollen diese Dinge ausblenden und aus der Kabine fernhalten“, sagt Vogl. „Wir müssen es so nehmen, wie es uns befohlen wird, lamentieren hilft nichts.“ Der Coach versucht die Sache positiv zu sehen: „Wir sollten jeden Tag froh sein, dass wir Eishockey spielen dürfen.“

Weil die Erdinger Verantwortlichen finanziell sehr vorsichtig kalkulieren, ist der Kader sehr klein. Zum Auftakt fallen Andreas Schmelcher und Martin Dürr aus. „Wir werden sicher noch weitere Ausfälle haben, aber wir machen aus der Not eine Tugend und setzen verstärkt auf den Nachwuchs“, erklärt Erdings Bandenchef. Es werden von der U 20 einige Spieler hochgezogen, wie zum Beispiel aktuell Max Knallinger und Xaver Magg, aber man müsse den Jungs halt Zeit geben. „Wir haben uns entschlossen, dass wir diesen Weg so gehen, und wir werden nicht auf Teufel komm raus nachverpflichten und dann an Weihnachten kein Geld mehr haben.“ Kritisch werde es nur, wenn man wieder so ein Verletzungspech wie vergangene Saison habe. Vogl glaubt: „Wenn wir komplett sind, sind wir eine Spitzenmannschaft.“

Beide Wochenendgegner seien kompakte Mannschaften, die wenig verändert hätten. „Miesbach war letztes Jahr das beste Team der Bayernliga und wird es auch dieses Jahr sein“, prophezeit der Gladiators-Coach. Aber, und das macht ihm Mut: „Wir sind das einzige Team, das letzte Saison nach 60 Minuten in Miesbach gewonnen hat.“ Er freut sich aufs erste Saisonspiel, „denn das ist immer etwas Besonderes“.

Geretsried sei eine Mannschaft, „die eine große Tiefe hat und 60 Minuten lang Gas geben kann“. Sein Ziel ist: „Jedes Wochenende mindestens drei Punkte einfahren. Null zum Auftakt wären nicht so toll.“

Dass in zwei Wochen das erste Heimspiel stattfinden soll, das bezweifelt Vogl. „Seit ich im September in Erding aufs Eis gehe, habe ich noch keinen Fortschritt an der Baustelle gesehen“, kritisiert er. Er fahre jeden Tag an der Landshuter Eishalle vorbei, die ebenfalls eine riesige Baustelle ist, und weiß daher: „Vom Fortschritt her ist das ein krasser Unterschied.“

Doch jetzt zähle erst einmal das äußerst schwere Auswärts-Doppel in Miesbach und Geretsried. Trainer Vogl verspricht: „Wir werden hundert Prozent geben.“

wk

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