Diese Abteilungsführung ist Geschichte: Vor zwei Jahren wünschte Erdings Sportreferentin Janine Krzizok dem Führungsteam mit Rolf Bluhme, Axel Schütz, Wolfgang Krzizok, Rainier Sabus, Claudia Modlmayr, Daniel Krzizok und Andreas Weigel (v. l.). Da konnte noch niemand ahnen, wie viel Arbeit auf alle zukommt.
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Diese Abteilungsführung ist Geschichte: Vor zwei Jahren wünschte Erdings Sportreferentin Janine Krzizok dem Führungsteam mit Rolf Bluhme, Axel Schütz, Wolfgang Krzizok, Rainier Sabus, Claudia Modlmayr, Daniel Krzizok und Andreas Weigel (v. l.). Da konnte noch niemand ahnen, wie viel Arbeit auf alle zukommt. ArchivFoto: Priglmeir

Eishockey

TSV Erding: „Erfreulicherweise“ nur 16 000 Miese

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Erdings scheidender Eishockeychef Rainier Sabus hat Bilanz gezogen. Trotz der zwei coronabedingt chaotischen Spielrunden kann er der neuen Führung 95 000 Euro Rücklagen übergeben - wenn alle staatlichen Hilfen ausgezahlt sind.

Erding – 16 000 Euro Verlust – das ist die finanzielle Bilanz der Eishockey-Abteilung des TSV Erding nach den vergangenen beiden Spielzeiten. Das gab nun Abteilungsleiter Rainier Sabus bekannt, der – wie seine komplette Führungsmannschaft – zum 31. März sein Amt abgibt. Wie der Verein gestern meldete, übernimmt nun ein Team um Michael Westphal die Führung. Der angekündigte Wahlkampf ist allerdings abgesagt. Wie berichtet, hatten sich zwei Teams für die Nachfolge von Sabus und Co interessiert. Laut Pressemitteilung des Vereins haben sich nun die Bewerber auf „eine Art Fusion“ geeinigt, um „gemeinsam das Beste für die Abteilung herauszuholen“. Für die Wahl des Abteilungsleiters stelle sich Michael Westphal zur Verfügung, sein Stellvertreter soll Franz Bittel werden, der bisher als Gegenkandidat gehandelt worden ist. Kassier (Christoph Mosbauer) und Schriftführer (David Whitney) entstammen dem Westphal-Team. Jugendleiterin soll Astrid Stetter werden. Da die Wahl wegen der Inzidenzlage derzeit nicht stattfinden kann, werde das Führungsteam die Geschäfte ab 1. April kommissarisch leiten. 

Auch seinen Abschlussbericht konnte Sabus nicht wie üblich auf einer Mitgliederversammlung, sondern nur auf der Homepage www.tsverding-eishockey.de online vorstellen. Wegen der „zum Teil widerlichen Rahmenbedingungen“ sei es „erfreulicherweise“ nur ein Minus in dieser Höhe. „Die Abteilung kann auf finanziell gesunden Füßen mit einer Rücklage von rund 45 000 Euro übergeben werden. Hierbei sind die ausstehenden November- und Dezemberhilfen in Höhe von 40 000 bis 50 000 Euro noch nicht eingerechnet“, so Sabus. Damit stehe für die neue Saison ein Startkapital von 95 000 Euro zur Verfügung.

„Diese gute Ausgangsposition für die kommende Saison wird aber auch nötig sein“, meint Sabus. Der Bayerische Eissportverband habe bereits signalisiert, dass er die anstehende Spielzeit auf jeden Fall spielen will. Deshalb müssten zwei extreme Szenarien, einmal mit voller Auslastung und einmal ohne Zuschauer, geplant werden. „Die Realität wird aber irgendwo dazwischen liegen, sodass die Rücklagen eine solide Handlungsbasis bieten werden“, so Sabus.

Die 16 000 Euro Verlust stammen laut dem scheidenden Abteilungsleiter komplett aus der Saison 2019/20, die doch sportlich mit der direkten Qualifikation zum Halbfinale der Bayernliga-PlayOffs alle Erwartungen übertroffen habe. Die Vorfreude auf die Begegnungen gegen die Black Hawks Passau sei sehr groß gewesen. „Zwei Tage vor dem ersten Spiel kam dann bedauerlicherweise der coronabedingte Abbruch der Saison, und die noch ausstehenden Heimspiele der Saison fielen einfach aus.“ Mit den Einnahmen aus den dadurch entgangenen Spielen wäre eine schwarze Null realisierbar gewesen, vermutet Sabus.

Dass das Minus im laufenden Jahr nicht noch höher wurde, sei laut Sabus „einer vorausschauenden Vertragsgestaltung mit einer Corona-Klausel, der Unterstützung unserer Zuschauer und Sponsoren und einem sparsamen, budgetorientierten Wirtschaften mit einem ausgeglichenen Haushalt“ geschuldet. „Der neuerliche Lockdown ergab dann endlich auch die Möglichkeit für die Eishockeyabteilung, staatliche Hilfen zu beantragen. Diese sind bis dato noch nicht ausgezahlt und auch noch nicht im aktuellen Abschluss berücksichtigt.

Seine Nachfolger werden jeden Cent brauchen, schätzt Sabus: „Dass diese Zeit der Einschränkungen noch nicht gänzlich überwunden ist, zeigen auch die ersten coronabedingten Sponsorenabgänge, die sich schon während der Saison abzeichneten und die für die neue Spielzeit ausgeglichen werden müssen.“

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