Stock gebrochen, zwei Punkte futsch: Nachdem dem Erdinger Sebastian Schwarz (grünes Trikot, Mitte) der Schläger zerborsten war, schnappte sich Mark Soares, der spätere Schütze zum entscheidenden 4:3, die Scheibe. Valentin Scharpf (l.) und Michael Trox (r.) konnten nicht mehr eingreifen. foto: Dominik findeslberger

Ein Pünktchen ist zu wenig

Erding - Lange Gesichter gab es bei den Erding Gladiators. Statt der erhofften sechs und erwarteten drei Zähler ist es am Wochenende nur ein mageres Pünktchen geworden, zu wenig für das Erreichen der Playoffs.

Der 2:5-Niederlage beim EHC Klostersee ließ das Team von Trainer John Samanski auf eigenem Eis am Sonntag ein 3:4 nach Verlängerung (1:2, 0:0, 2:1; 0:1) gegen den Vorletzten aus Weiden folgen. Nach der Schlappe in Grafing war der Gladiators-Coach sauer, besonders auf das Auftreten im ersten Drittel. „Da waren wir nicht bereit, im Gegensatz zu Klostersee“, sagte er, machte aber auch die zuletzt fehlenden oder ausgefallenen Trainingszeiten dafür verantwortlich, dass seine Truppe anfangs überhaupt nicht in Tritt kam.

Mit 0:3 war Erding bis zu diesem Zeitpunkt noch gut bedient. Es folgte eine Aufholjagd zum 2:3, die durch ein dummes Erdinger Foul in Überzahl unterbrochen wurde. Bei Vier gegen Vier kam Klostersee zum 4:2, für EHCK-Coach Doug Irwin „das wichtigste Tor des Spiels“. Das 5:2 war dann nur mehr Formsache.

Auch gegen Weiden war das erste Drittel schwach. Die Gästeführung durch Felix Köbele (7.) beantwortete Florian Zimmermann mit einem Unterzahltor zum 1:1 (11.). Doch nach einem Fehlpass vor dem Tor von Patrick Ashton gelang Weiden durch Marcel Waldowsky die erneute Führung (18.). Auffallend war speziell in dieser Phase die ungeheure Nervosität im Gladiators-Teams. „Jedes Spiel bedeutet enorm viel, und wenn dann Fehler auch noch bestraft werden, steigert sich die Nervosität natürlich umso mehr“, weiß Coach Samanski. „Ich sage meinen Spielern immer, die sollen das abhaken und weiter dran bleiben, aber so einfach ist das nicht.“

Dazu komme auch, dass er aufgrund der Verletztenmisere die Reihen ständig umbauen müsse: „Das geht halt nicht an einem Tag.“ Gegen Weiden fehlten die verletzten Alex Gantschnig, Kevin Steiger und Bernd Rische. Daniel Krzizok quält sich schon seit zwei Wochen mit massiven Rückenschmerzen übers Eis. Rudi Lorenz hielt nach seiner Verletzung aus dem Klostersee-Spiel ebenfalls nur mit Schmerzmitteln durch.

Dennoch kam die Mannschaft gegen Weiden nochmal zurück und schien auf die Siegerstraße einzubiegen. Chris Cahill glich aus (54.), und Christian Mitternacht gelang in Überzahl das 3:2 (56.). Doch dann hatten die Weidener Überzahl und kamen durch Ralf Herbst zum 3:3 (57.). „Unser Comeback im letzten Drittel war mehr als verdient, denn wir hatten uns viele Chancen erarbeitet“, sagte Samanski. „Aber dann vergeuden wir es wieder durch eine dumme Strafe - unglaublich.“ In der Verlängerung besorgte Mark Soares für Weiden den 4:3-Sieg.

Samanski sieht sich jetzt als Psychologe gefordert. „Ich werde die Jungs aufbauen, dass sie mit Euphorie in das Big-Point-Game am Freitag gegen die Eisbären aus Regensburg gehen“, versprach der Trainer. „Nur schimpfen bringt nämlich gar nichts, da fallen sie nur noch tiefer ins Loch.“

Statistik

Tore: 0:1 (7.) Köbele (Waldowsky, Salinger), 1:1 (11.) Zimmermann (Engel, Bernhardt/4-5), 1:2 (18.) Waldowsky (Köbele, Pronath), 2:2 (54.) Cahill (Jirik, Nunn), 3:2 (56.) Mitternacht (Nunn, Cahill/5-4), 3:3 (57.) Herbst (Noe, Faschingbauer), 3:4 (63.) Soares (Waldowsky, Noe). - Hauptschiedsrichter: Florian Fröhlich. - Zuschauer: 800. - Strafminuten: Erding 8 + 10 (Schwarz), Weiden 6.

wk

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare