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Endlich wieder jubeln: Nach zwei Niederlagen in Folge kehrten die „Eishackler“ (in schwarzen Trikots) im Heimspiel gegen Geretsried in die Erfolgsspur zurück.

Eishockey: Bayernliga

Peißenberger Arbeitssieg gegen Geretsried

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Es war nicht immer schön anzuschauen, was die „Eishackler am Freitag im Heimspiel gegen den ESC Geretsried boten. Doch unterm Strich zählte nur das Ergebnis – und das stimmte aus Sicht der Peißenberger.

Peißenberg – Zum Beginn der Pressekonferenz begrüßte „Eishackler“-Chef Norbert Ortner erst einmal die versammelte Politprominenz, wie etwa Bürgermeisterin Manuela Vanni und Marktgemeinderat Rudi Mach. Es folgten Vertreter des TSV sowie Geretsrieds Trainer Ludwig Andrä. „Vergessen haben wir jetzt keinen?“, fragte Ortner und blickte in die Runde. Dann fiel es ihm ein: „Das ist ja noch unserer eigener Trainer“, sagte Ortner ein bisschen peinlich berührt, ehe er auch Sepp Staltmayr und seinen Co-Trainer Simon Mooslechner willkommen hieß. Über diesen kleinen Fauxpas konnten Ortner und die versammelten Gäste im „Fledermaus-Stüberl“ aber herzlich lachen, denn schließlich hatten die Peißenberger zuvor die Geretsrieder nach hartem Kampf mit 5:4 (3:1, 1:2, 1:1) bezwungen. Nach zuletzt zwei Niederlagen gab es wieder einen Sieg, zudem hielten die „Eishackler“ mit dem Erfolg die bis vor dieser Partie punktgleichen Gäste auf Distanz.

ESC-Coach Andrä erwies sich als fairer Verlierer: Seine Mannschaft habe gut gekämpft und alles probiert, „über das gesamte Spiel war Peißenberg aber besser“. Sein Trainerkollege auf der anderen Seite, Sepp Staltmayr, wirkte erleichtert, mehr aber auch nicht. Und schon gar nicht wollte er aus diesem Spiel mehr machen als es war. Das sei heute ein Arbeitssieg gewesen: „Nicht schön, aber wir haben drei Punkte.“ Die Art und Weise, wie seine Mannschaft das geschafft habe, war für ihn zweitrangig. „Wir haben ein Erfolgserlebnis gebraucht, egal wie“, so der TSV-Coach.

Den besseren Start erwischten allerdings die Geretsrieder „River Rats“. Noch keine zwei Minuten waren gespielt, als Stefano Rizzo den ersten Angriff der Gäste mit dem 1:0 abschloss. Nach und nach bissen sich die Peißenberger ins Spiel. Bei den Gästen herrschte laut ihrem Trainer zunehmend „Unordnung im eigenen Drittel“. Die Hausherren übernahmen mehr und mehr das Kommando, was auch in Toren seinen Niederschlag fand. Zunächst scheiterte Valentin Hörndl nach schönem Solo völlig frei an ESC-Torhüter Martin Morczinietz, Sekunden später machte es Dominik Novak besser – 1:1 (9.).. Wenig später stocherte Manfred Eichberger die Scheibe irgendwie zum 2:1 über die Linie (14.). Neun Sekunden vor der ersten Pause schloss Florian Höfler ein nicht enden wollendes Solo eiskalt mit dem 3:1 ab.

Mit dieser vermeintlich komfortablen Führung machten die Peißenberger laut ihrem Trainer wieder die Fehler, die sie vermeiden wollten. Nach einer unnötigen Strafzeit gegen den auch diesmal wieder blassen Daniel Clairmont nutzten die Geretsrieder die fällige Überzahl zum 2:3 durch Ondrej Horvath. Da waren gerade einmal 56 Sekunden im zweiten Drittel gespielt. Keine Minute später hatten die „Eishackler“ den Zwei-Tore-Abstand aber wieder hergestellt. Während eines Peißenberger Powerplays drückte Florian Barth die Scheibe noch irgendwie über die Linie (22.). Vorangegangen war ein Sololauf von Hörndl. Es folgte die nächste Strafzeit für den TSV – und fast folgerichtig der nächste Treffer für den ESC durch Benedikt May (27.). Danach war es vor allem den beiden Torhütern – Jakob Goll auf Peißenberger Seite und Morczinietz bei Geretsried – zuzuschreiben, dass auf beiden Seiten nicht weitere Treffer fielen.

Auch im Schlussabschnitt wogte das Geschehen hin und her. Wirklich gute Torchancen waren hüben wie drüben aber kaum zu verzeichnen. Als Dominik Ebentheuer zwei Minuten vor Schluss auf Vorlage von Florian Barth zum 5:3 traf, nahm Peißenbergs Sieg Gestalt an. Doch die „River Rats“ hatten immer noch nicht aufgegeben. Etwa eineinhalb Minuten vor dem Ende beorderte Coach Andrä seinen Goalie zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Und in der Tat gelang ihnen – allerdings unter erheblicher Peißenberger Mithilfe – acht Sekunden vor dem Ende der 4:5-Anschlusstreffer. Für den Ausgleich war die Zeit aber zu knapp.

TSV Peißenberg - ESC Geretsried 5:4 (3:1, 1:2, 1:1)

1. Drittel: 0:1 (1:52) St. Rizzo (Berger/Horvath), 1:1 (8:41) Novak ((4-4), 2:1 (13:12) Eichberger (Novak/Singer), 3:1 (19:51) Höfler (Estermaier). 2. Drittel: 3:2 (20:56) Horvath (Tauber/5-4), 4:2 (21:51) Fl. Barth (Estermaier/5-4), 4:3 (26:20) May (Englbrecht/Köhler/5-4). 3. Drittel: 5:3 (57:54) Ebentheuer (Fl. Barth/Höfler), 5:4 (59:52) St. Rizzo (Hüsken/May/6-5). Strafminuten: Peißenberg 8, Geretsried 8. Zuschauer: 459

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