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Er hatte allen Grund zum Jubel: Lukas Novacek (im schwarzen Trikot, li.) erzielte gegen Klostersee drei der sechs Peißenberger Treffer. Mit nunmehr 18 Toren führt er die Torjägerliste der Bayernliga an. 

Eishockey: Bayernliga

„Eishackler“ mit furiosem Endspurt

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Spiele gegen den EHC Klostersee bleiben dramatische Angelegenheiten - so auch das jüngste Duell der beiden Bayernligisten. Richtig rund ging es vor allem in den letzten drei Minuten. 

Peißenberg – „Wir hätten es auch ein wenig einfacher gestalten können, aber wir haben drei der vier Gegentore selbst aufgelegt“, bemängelte „Eishackler“-Coach Rainer Höfler. Dennoch war er nach dem hart erkämpften 6:4 (1:0, 1:2, 4:2) sichtlich erleichtert. „Unser Sieg war am Ende vielleicht ein bisschen glücklich, er war aber verdient“, bilanzierte Höfler mit Blick auf die größeren Spielanteile seines Teams und einem deutlichen Chancenplus.

Eishockey: Peißenberg überzeugt im Unterzahlspiel

Der Schlüssel zu diesem wichtigen Erfolg, mit dem die Peißenberger einen harten Konkurrenten im Kampf um einen der ersten sechs Plätze auf Distanz hielten, war das Unterzahlspiel des TSV. In der entscheidenden Phase, als sich Manuel Singer wegen eines Kniechecks eine Spieldauerstrafe einhandelte, schafften es die „Eishackler“, die anschließende fünfminütige Überzahl der Gäste unbeschadet zu überstehen. „Das war der Knackpunkt“, räumte Klostersees Trainer Dominik Quinlan ein.

Eishockey: Partie gegen Klostersee wird zum Risikospiel deklariert

Verwundert zeigte er sich darüber, dass diese Partie im Vorfeld als Risikospiel eingestuft wurde, weil es am Freitag beim Heimauftritt der Grafinger gegen Pfaffenhofen nach dem Abpfiff zu Fanausschreitungen gekommen war. „Wir hatten in diesem Jahr noch keinerlei Probleme“, berichtete Quinlan. Die acht EHC-Fans, die von gefühlt doppelt so vielen Ordnern beäugt wurden, blieben auch völlig ruhig.

Eishockey: Klostersee mit vielen Stockfouls

Heftiger zur Sache gingen die Klosterseer auf dem Eis. Die Gäste leisteten sich im zerfahrenen ersten Spielabschnitt zahlreiche Stockfouls. Während des dritten Überzahlspiels bestrafte diese raue Gangart Lukas Novacek mit dem Führungstreffer des TSV (11.). Kurz zuvor hatte Markus Andrä noch eine Riesenchance liegen lassen. Nach dem 1:0 bestimmten die „Eishackler“ das Geschehen. Allerdings verpassten sie es bei mehreren guten Möglichkeiten, unter anderem für Dominik Ebentheuer (14.), nachzulegen.

Eishockey: Peißenberg startet schläfrig ins Mitteldrittel

Den schläfrigen Start der Peißenberger in den Mittelabschnitt bestraften die Grafinger prompt mit dem Ausgleich. Im Powerplay traf Philipp Quinlan mit einem verdeckten Schuss von der blauen Linie zum 1:1 (26.). Erst danach wachten die „Eishackler“ wieder auf. Max Malzatzki verpasste die neuerliche Führung (28.). Für die sorgte stattdessen wenig später erneut Novacek (32.). Danach wogte die Partie mit guten Gelegenheiten auf beiden Seiten hin und her. Ein Scheibenverlust von Valentin Hörndl im eigenen Drittel bescherte den Gästen dann den abermaligen Ausgleich durch Matthias Baumhackl (39.).

Eishockey: Peißenberg übersteht fünfminütige Unterzahl

Nach einer überstandenen Strafzeit brachte Novacek mit seinem dritten Treffer an diesem Abend die Hausherren zu Beginn des Schlussdurchgangs zum dritten Mal in Front (43.). Die Freude darüber währte aber nur kurz: Als die Peißenberger Abwehr nicht konsequent genug zur Sache gingen, war erneut Quinlan zur Stelle – 3:3 (47.). Nach einem Stangenschuss von Hörndl (50.) kassierte Teamkamerad Singer die Spieldauerstrafe. Kurz nach Ablauf der fünfminütigen Unterzahl kassierten die Peißenberger eine weitere Strafe, die Veit Wieczorek zum 4:3 nutzte (57.) – es war die erste Führung der Grafinger in dieser Partie. Ab jetzt ging es Schlag auf Schlag: Nur 30 Sekunden später gelang Moritz Birkner der 4:4-Ausgleich. Danach leisteten sich die Gäste ein unnötiges Foul, die folgende Überzahl verwertete Florian Höfler 38 Sekunden vor dem Ende zum zum umjubelten 5:4. Daraufhin nahm Klostersees Coach seinen Torhüter zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Doch der Schuss ging nach hinten los: Malzatzki schnappte sich die Scheibe und beförderte sie zum 6:4 ins verwaiste EHC-Gehäuse. Damit war diese turbulente und höchst unterhaltsame Partie entschieden.

TSV Peißenberg - EHC Klostersee 6:4 (1:0, 1:2, 4:2)

1. Drittel: 1:0 (10:15) Novacek (Hörndl, Singer/5-4). 2. Drittel: 1:1 (Quinlan (Hördt, Kritzenberger/5-4), 2:1 (31:22) Novacek (Ebentheuer, Höfler), 2:2 (38:26) Baumhackl (Hummer/4-4). 3. Drittel: 3:2 (42:06) Novacek (Hörndl, Malzatzki/6-5), 3:3 (46:42) Quinlan (Hummer), 3:4 (56:44) Wieczorek (Hördt, Quinlan/5-4), 4:4 (57:14) Birkner (Malzatzki, Martin Andrä), 5:4 (59:22) Höfler (Malzatzki, Novacek/5-4), 6:4 (59:48) Malzatzki (Martin Andrä, Morley/empty-net-goal). Strafminuten: Peißenberg 14 plus 5 für Singer plus 20 für Singer (Kniecheck), Klostersee 16. Zuschauer: 580.

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