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Sie jubeln wieder: Nach einer Durststrecke mit drei Niederlagen fegten die „Eishackler“ (v. l. Markus Andrä, Matthias Müller, Moritz Birkner, Martin Lidl und Dominik Ebentheuer) Tabellenführer Waldkraiburg überraschend deutlich mit 6:2 vom Eis. Dabei hatten die Peißenberger auf vier Stammkräfte verzichten müssen.

Eishockey: Bayernliga

Peißenberg überwindet die Ergebniskrise

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Die Voraussetzungen vor dem Heimspiel gegen Bayernliga-Tabellenführer Waldkraiburg waren für die „Eishackler“ denkbar schlecht. Dann aber sorgten die Peißenberger für eine faustdicke Überraschung.

Peißenberg – Rainer Höfler hatte vor diesem Wochenende ein mulmiges Gefühl: Die vorangegangenen Partien gegen die Kellerkinder Geretsried und Schongau waren mal so richtig in die Hosen gegangen. „Das war auch für uns schlimm anzuschauen“, sagte der Trainer der „Eishackler“ bei der Pressekonferenz. Als nächste Gegner warteten dann Miesbach und Waldkraiburg, und ausgerechnet gegen die Topteams der Liga musste er mit Brandon Morley, Tobias Estermaier (beide verletzt) und Martin Andrä (gesperrt) auf seinen kompletten ersten Sturm verzichten. Und in dieser Aufzählung von verhinderten Akteuren darf mann auch Verteidiger Leonhard Zink nicht vergessen. „Um Gottes Willen“, habe er sich da gedacht, berichtete Höfler.

Eishockey: Trainer des TSV Peißenberg „restlos begeistert“

Doch dann kam alles anders, als es viele womöglich erwartet hatten. Schon im Gastspiel am Freitag in Miesbach waren die Peißenberger nur haarscharf am Sieg vorbeigeschrammt, als sie bis zur 59. Minute mit 2:0 führten, dann binnen weniger Sekunden zwei Treffer kassierten und schließlich im Penaltyschießen unterlagen. Bereits in dieser Partie attestierte Höfler seinem Team eine „Superleistung“. Vermutlich hatte aber auch er nicht erwartet, dass seine Schützlinge das Ganze im Heimspiel gegen Waldkraiburg noch toppen würden. Zwei Drittel lang boten seine „Eishackler“ dem Oberliga-Absteiger und Tabellenführer der Bayernliga ein Duell auf Augenhöhe, ehe sie im Schlussabschnitt die Gäste richtiggehend überrollten. „Ich glaube, da haben wir sie ganz schön vorgeführt“, sagte Höfler. Sein abschließendes Urteil: „Ich bin restlos begeistert.“ Besonders hob er Torhüter Sertl sowie Moritz Birkner hervor, der die Kreis von Waldkraiburgs Dreh- und Angelpunkt, Josef Straka, entscheidend einengte. Mit diesem verdienten Erfolg haben die „Eishackler“ ihre Negativserie mit drei Niederlagen in Folge beendet. Die Furcht, womöglich noch aus den Top Sechs der Bayernliga zu fliegen, dürfte damit wohl auch gebannt sein.

Eishockey: Trainer des EHC Waldkraiburg beklagt unnötige Strafzeiten für sein Team

Mit einem völlig neuen Gefühl begaben sich dagegen die Gäste aus Waldkraiburg auf die Heimfahrt: „Das ist unser erstes Wochenende mit null Punkten“, so Trainer Alex Piskunov. Ihm war jedoch bewusst, warum sein Team in Peißenberg das Eis als Verlierer verließ. „Die Strafzeiten wegen Meckerns haben uns die Punkte gekostet“, so Piskunov. Dabei war es nicht so, dass seine Mannschaft nicht vorgewarnt gewesen wäre: Laut Waldkraiburgs Coach hatten die Schiedsrichter bereits Ende des zweiten Drittels darauf hingewiesen, dass Spieler, die jammern oder schimpfen, schnurstracks auf die Strafbank geschickt würden.

Eishockey: Peißenberg und Waldkraiburg erst einmal auf Torsicherung aus

Im ersten Drittel waren beide Mannschaften erst einmal auf die Sicherung des eigenen Tores bedacht. Nach dem Führungstreffer der „Löwen“ (10.) glich Rückkehrer Matthias Müller für den TSV, der zu diesem Zeitpunkt zwei Mann mehr auf dem Eis hatte, zum 1:1 aus (16.). Mit einem Befreiungsschlag leitete EHC-Goalie Kevin Yeingst die erneute Führung für die Gäste ein (17.).

Anfang des zweiten Drittels hielt Müller einfach mal drauf, Martin Lidl fälschte den Schlenzer noch zum 2:2 ab (24.). Danach machten die Waldkraiburger mächtig Dampf, Peißenbergs Goalie Sertl konnte sich mehrfach auszeichnen. Ihm war es vor allem zu verdanken, dass der TSV diese Druckphase des Tabellenführers unbeschadet überstand.

Eishockey: Im Schlussdrittel legt Peißenberg eine Gala hin

Im Schlussdrittel feuerte Valentin Hörndl mit seinem Schuss zum 3:2 (42.) den Startschuss für eine Galavorstellung der Hausherren ab. Die Waldkraiburger, die ziemlich platt wirkten, kamen kaum noch aus ihrem Drittel heraus. Die „Eishackler“ gingen immer wieder aggressiv vorn drauf. Weitere Treffer von Florian Höfler (46.), Hörndl (51.) und Müller (55.) waren der verdiente Lohn.

TSV Peißenberg - EHC Waldkraiburg 6:2 (1:2, 1:0, 4:0)

1. Drittel: 0:1 (9:00) Jeske (Straka, Rousek), 1:1 (15:41) Müller (Höfler, Novacek/5-3), 1:2 (16:37) Straka (Rousek, Jeske/5-4). 2. Drittel: 2:2 (23:16) Lidl (Ebentheuer, Birkner/5-4). 3. Drittel: 3:2 (41:54) Höfler (Hörndl, Novacek), 4:2 (45:04) Höfler (Novacek, Hörndl/4-4), 5:2 (50:17) Hörndl (Malzatzki, Höfler/5-4), 6:2 (54:25) Müller (Birkner, Ebentheuer). Strafminuten: Peißenberg 18, Waldkraiburg 18. Zuschauer: 476

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