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So richtig am Boden: Die „Eishackler“ (in schwarzen Trikots, hier Martin Andrä, li., und sein Bruder Markus) boten gegen Geretsried eine unterirdische Vorstellung. Entsprechend hoch fiel die Niederlage aus. 

Eishockey: Bayernliga

„Eishackler“ gegen Geretsried mit desolater Vorstellung

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Das erste Adventswochenende begann für die Peißenberger „Eishackler“ alles andere als besinnlich. Gegen den ESC Geretsried boten sie über weite Strecken eine desolate Leistung.

Peißenberg – Wir sind heute vorgeführt worden, das war peinlich.“ Rainer Höfler, Trainer der Peißenberger, wollte nach der 3:8 (2:2, 0:4, 1:2)-Pleite gar nichts beschönigen. „Ich mag gar nicht auf jeden einzelnen Fehler eingehen, dann säße ich um 3 Uhr früh noch da“, berichtete er in seiner bekannt unverblümten Art. Auch dieAusfälle der drei Leistungsträger Brandon Morley, Leonhard Zink und Tobias Estermaier wollte er als Ausrede nicht gelten lassen. „Die haben gegen Passau auch ab dem zweiten Drittel gefehlt, und trotzdem haben wir da gewonnen“, konstatierte der enttäuschte Coach des TSV. „Für mich war es heute der erste Sieg in Peißenberg als Spieler oder Trainer“, bekannte Geretsrieds Trainer Sebastian Wanner, dem das Resultat fast ein wenig unangenehm war. „Im zweiten Drittel war fast jeder Schuss von uns drin“, sagte der ESC-Trainer und wunderte sich über die kaum vorhandene Gegenwehr der Gastgeber.

Eishockey: „Eishackler“ legen hervorragenden Start hin

Zunächst deutete nichts darauf hin, dass der Abend für die „Eishackler“ in einer handfesten Blamage enden würde. Der TSV erwischte einen Start nach Maß. Martin Andrä (3.) und Max Malzatzki (11.) schossen die Hausherren schnell und aufgrund des Tabellenstands fast schon erwartungsgemäß mit 2:0 in Front. „Dann ist die Mannschaft aber schläfrig und teilweise überheblich geworden“, erkannte Peißenbergs Sprecher Andreas Schugg. Die River Rats bestraften dieses Verhalten mit zwei Toren durch Klaus Berger (15.) und Dominic Fuchs (19.). Letzterer traf in doppelter Überzahl seines Teams, weil sich die Peißenberger kurz vor der ersten Pause kurz hintereinander zwei unnötige Strafen einfingen.

Eishockey: Nach der Führung für Geretsried verliert Peißenberg völlig den Faden

Die Kabinenansprache von Coach Höfler schien seine Truppe wachzurütteln – zumindest vorerst. In den ersten Minuten des Mittelabschnitts ergriffen seine Schützlinge wieder die Initiative, ihre Offensivaktionen brachten aber nichts ein. Stattdessen nutzte erneut Fuchs das nächste Powerplay zur ersten Geretsrieder Führung (26.). Nach diesem Treffer hatten die „Eishackler“ komplett den Faden verloren. Fast im Spaziergang und ohne richtige Gegenwehr der Hausherren kamen die River Rats innerhalb von neun Minuten durch Ondrej Horvath (31.), Florian Strobl (37.) und Berger (39.) zu drei weiteren Toren. Nach vorn gaben die Gastgeber bis zur zweiten Pause nur noch einmal ein Lebenszeichen von sich. Dominik Ebentheuer verpasste nach seinem Solo die Chance, vielleicht doch noch für Spannung zu sorgen (40.).

Eishockey: Peißenberg lässt vierminütige Überzahl ungenutzt

Im Schlussdrittel ließen die Peißenberger immerhin leichte Anzeichen erkennen, sich gegen die Niederlage zu stemmen. Zwei weitere Patzer des TSV nutzten die River Rats dann aber zur endgültigen Entscheidung. Während einer eigenen Überzahl rutschte TSV-Torhüter Korbinian Sertl ein Schuss von Josef Reiter unter den Schonern durch – 2:7 (48.). Danach brachten die Peißenberger in vier Minuten Überzahl nichts Zählbares zustande. Stattdessen leistete sich Lukas Novacek einen fatalen Fehlpass im eigenen Drittel, was zum 2:8 durch Horvath führte (52.). Die Durchsage von Stadionsprecher Simon Lipp, dass der zeitgleich spielende „Eishackler“-Nachwuchs beim Gastspiel in Geretsried mit 4:1 in Führung lag, sowie der Überzahltreffer von Maximilian Brauer zum 3:8-Endstand (59.) konnten die Stimmung bei den Peißenberger Fans jedoch auch nicht mehr merklich heben.

TSV Peißenberg - ESC Geretsried 3:8 (2:2, 0:4, 1:2)

1. Drittel: 1:0 (2:49) Martin Andrä (Birkner, Baloch), 2:0 (10:52) Malzatzki (Birkner), 2:1 (14:34) Berger (Stava, Strobl), 2:2 (18:32) Fuchs (St. Rizzo, Jorde/5-3). 2. Drittel: 2:3 (25:43) Fuchs (Berger, Englbrecht/5-4), 2:4 (30:08) Horváth (Berger, Englbrecht), 2:5 (36:09) Strobl (Stava, Horváth), 2:6 (38:56) Berger (Strobl, Stava). 3. Drittel: 2:7 (47:08) Reiter (Fuchs, Köhler/5-4), 2:8 (51:52) Horváth (4-5), 3:8 (58:19) Brauer (Martin Andrä, Ebentheuer/5-4). Strafminuten: Peißenberg 10 plus 10 für Brauer (Check von hinten), Geretsried 10. Zuschauer: 531.

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