Korbinian Sertl, Torwart des TSV Peißenberg, bei einer Parade im Spiel gegen Kempten.
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War auch in Miesbach ein starker Rückhalt: „Eishackler“-Torwart Korbinian Sertl (hier im Spiel gegen den ESC Kempten).

Eishockey: Bayernliga

„Eishackler“: Eine knappe Niederlage und ein Corona-Fall

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Stark gespielt, aber verloren: Die „Eishackler“ des TSV Peißenberg kehrten ohne Punkte vom TEV Miesbach zurück. Am Sonntag folgte nach einem Corona-Fall im Umfeld eines Spielers eine Absage.

Sie hatten dem TEV Miesbach einen großen Kampf geliefert und dreimal einen Rückstand aufgeholt. Doch am Ende reichte es für die „Eishackler“ des TSV Peißenberg am Freitagabend in der Bayernliga nicht zu einem Punktgewinn. Beim großen Titelfavoriten verlor das Team von Trainer Randy Neal mit 4:6 (2:3, 1:1, 1:2).

Den Grund, warum es nicht mit einer Überraschung in Miesbach klappte, hatten die Peißenberger schnell gefunden, denn er war auf dem Spielberichtsbogen zu sehen: „Letztendlich war man zu oft in Unterzahl“, sagte TSV-Sprecher Andreas Schugg. Zehnmal musste ein TSV-Spieler für zwei Minuten auf die Strafbank. Viermal nutzten die Miesbacher das zu einem Treffer. Überzahlspiele sind „für eine Mannschaft mit dieser Qualität ein gefundenes Fressen“, berichtete Schugg.

Zu Beginn machten die Miesbacher viel Druck, Peißenberg – mit einem einmal mehr starken Korbinian Sertl im Tor – verteidigte mit viel Einsatz. Einmal rettete Verteidiger Dominik Ebentheuer auf der Linie. Das erste Powerplay nutzte der TEV dann aber zur 1:0-Führung (7.). Als die Miesbacher zwei Spieler auf der Strafbank hatten, traf Manuel Singer zum 1:1 (14.). Bis zum Drittelende sahen die 200 Zuschauer noch drei Tore – zwei für Miesbach (15., 20.), eines für Peißenberger (19.). Elias Maier hatte im Powerplay getroffen.

Im Mittelabschnitt demonstrierte Miesbach beim 4:2 (25.) seine Stärke im Überzahlspiel. Das „Eishackler“-Team hingegen „machte sich das Spiel ein bisschen selbst kaputt, indem man immer wieder Strafzeiten nahm“, so Schugg. Dennoch kamen die Gäste auf 3:4 heran: Maximilian Brauer eroberte die Scheibe, Marco Mooslechner spielte auf Sinan Ondörtoglu – der Puck lag im Tor (33.). Gleich nach dem Start des Schlussabschnitts erzielte Florian Imminger den 4:4-Ausgleich (41.). Das Spiel stand laut Schugg nun auf der Kippe. Eine Strafe gegen Peißenberg (44.) brachte dann aber die Entscheidung: Im Powerplay gelang Miesbach das 5:4 (45.). Die „Eishackler“ wollten noch, hatten aber bei einem Pfostenschuss Pech (47.). Als die Gäste den Torwart für einen Feldspieler vom Eis nahmen, machte der TEV mit dem sechsten Tor alles klar.

Spielabsage wegen Corona-Falls im Umfeld eines Spielers

Weil es im Umfeld eines Peißenberger Spielers einen Coronafall gibt, wurde die für Sonntagabend geplante Partie im heimischen Eisstadion gegen den ESC Geretsried vorsorglich abgesagt. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest. Der Spieler zählt zur „Kontaktgruppe 1“ und befindet sich in Quarantäne. Er wird nun auch getestet. Sollte sein Test negativ ausfallen, kann zumindest die Mannschaft wieder trainieren und spielen. Fällt der Test positiv aus, „hat das Team zwei Wochen Pause“, so TSV-Präsident Stefan Rießenberger.

Die Nachricht vom Fall im Umfeld des Spielers erhielt Rießenberger eigenen Worten nach am späten Samstagabend kurz vor Mitternacht. Danach leiteten die Verantwortlichen die Spielabsage in die Wege. Erst vor kurzem musste die U15-Mannschaft der Eishockeyabteilung längere Zeit wegen eines Coronafalls eines Spielers aussetzen (wir berichteten). Die Test der Teamkameraden fielen in der Folge übrigens alle negativ aus. Am Freitag sagten die TSV-Fußballer ihr für Samstag geplantes Kreisliga-Spiel gegen den Lenggrieser SC ab. Ein TSV-Kicker hatte sich unter der Woche wegen Erkältungssymptomen testen lassen, doch das Ergebnis stand bis Freitagnachmittag nicht fest. Um nichts zu riskieren, wurde die Partie verlegt. Der Test des Fußballers, so Rießenberger gestern, war negativ ausgefallen.

Die ständige Aufregung wegen Corona zehrt beim TSV-Präsidenten an den Nerven. Ob in so einer Lage ein geordneter Spielbetrieb stattfinden kann, das ist laut Rießenberger eher fraglich: „Keine Ahnung, wie das weitergehen soll.“ Mit Blick auch auf andere Sportarten und Vereine sagt er: „Es wird nicht bei Einzelfällen bleiben.“ Immerhin kann sich der TSV Peißenberg auf die Fahnen schreiben, bis dato richtig gehandelt und transparent agiert zu haben. Es wäre „ja ein Schmarrn, wenn nach außen hin Fragen offen bleiben“.

Statistik: 1. Drittel: 1:0 (6:20) Frosch (Frank, Slavicek/5-4), 1:1 (13:19) Singer (Ebentheuer, Maier/5-3), 2:1 (14:50) Mangold (Hüsken, Grabmaier), 2:2 (18:41) Maier (Hörndl, Ebentheuer/5-4), 3:2 (19:28) Slavicek (Fissekis, Frosch/5-4). 2. Drittel: 4:2 (23:01) Stiebinger (Hüsken, Deml/5-4), 4:3 (32:46) Ondörtoglu (Mooslechner, Brauer/6-5). 3. Drittel: 4:4 (40:44) Imminger (Ebentheuer, Loth), 5:4 (44:36) Kokoska (Frosch, Slavicek/5-4), 6:4 (58:53) Kokoska (Slavicek, Deml). Strafminuten: Miesbach 10, Peißenberg 20. Zuschauer: 200.

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