+
Auf Augenhöhe waren sie selten: Die „Eishackler“ (in weißen Trikots, hier Dominik Novak gegen Florian Imminger) handelten sich beim SC Riessersee eine deutliche Niederlage ein.  

Eishockey: Verzahnungsrunde Oberliga/Bayernliga 

„Eishackler“ chancenlos beim Topfavoriten

  • schließen

Die Überraschung blieb aus: Zum Start in die Verzahnungsrunde kassierten die „Eishackler“ beim topfavoriten SC Riessersee die erwartete Niederlage.

Peißenberg – Seine Mannschaft hatte soeben mit 1:6 (0:2, 1:2, 0:2) beim Oberligisten aus dem Werdenfelser Land verloren, mit einem Ergebnis in dieser Größenordnung hatte Peißenbergs Trainer Sepp Staltmayr aber auch gerechnet. Es sei so gelaufen, „wie wir das erwartet haben“. Jedenfalls betrat er gut gelaunt den Presseraum, wo er zunächst zwei alte Bekannte aus Garmischer Tagen begrüßte. Und auch bei der anschließenden Pressekonferenz bewies Staltmayr Humor: Auf die Frage, wie es denn gewesen sei, an die alte Wirkungsstätte zurückzukehren – der Coach der „Eishackler“ spielte sechs Jahre bei Riessersee –, entgegnete er trocken: „Weinen habe ich nicht müssen.“ Trotz der deutlichen Niederlage war er nicht unzufrieden: „Wir haben uns ganz gut verkauft.“ Andererseits bleibt festzuhalten: Bei konsequenterer Chancenverwertung der Riesserseer hätte es für die „Eishackler“ auch ein ganz bitterer Abend werden können. „Zwischendrin waren wir einfach zu verspielt“, bemängelte SCR-Trainer George Kink. Dem TSV wird es recht gewesen sein.

Die Partie hätte für die Peißenberger schlechter nicht beginnen können. Vor der stattlichen Kulisse von 1800 Zuschauern, davon waren mindestens 500 aus Peißenberg, musste Torhüter Felix Barth bereits nach 50 Sekunden die Scheibe zum ersten Mal aus dem Netz holen. Der TSV erholte sich von diesem frühen Rückstand jedoch schnell und versuchte in der Folge mitzuspielen. Die erste Chance hatte Dominik Novak, seinen Schuss wehrte SCR-Torhüter Daniel Fießinger jedoch mühelos ab (5.). Wenig später schoss Tobias Estermaier knapp drüber (6.). Gute Möglichkeiten hatten aber auch die Gastgeber. Die beste hatte Philipp Wachter, der mit einem Strich fast von der blauen Linie die Latte traf (13.). Wenig später aber durfte der Oberligist wieder jubeln: Nach einem Schuss von Silvan Heiß staubte Anton Radu zum 2:0 ab (15.). Die letzte nennenswerte Aktion in diesem Abschnitt verzeichneten jedoch die Peißenberger. Während eines Überzahlspiels des SCR startete Manfred Eichberger ein Solo, einem Torerfolg stand jedoch Riessersees Keeper Fießinger im Weg (17.).

Zu Beginn des zweiten Drittels wurde dann der Unterschied zwischen Oberliga und Bayernliga deutlich. Minutenlang brachten die „Eishackler“ die Scheibe nicht aus ihrem Drittel. Riessersee spielten wie im Powerplay, obwohl bei Peißenberg niemand auf der Strafbank saß. Und als dann Martin Naenfeldt und Gabriel Federolf binnen zwei Minuten das 3:0 (25.) und 4:0 (27.) erzielten, musste man sich um die „Eishackler“ ernsthaft Sorgen machen. Während TSV-Goalie Felix Barth, der trotz der sechs Gegentore eine gute Leistung ablieferte, ständig auf der Hut sein musste, dauerte es fast zehn Minuten, ehe SCR-Torhüter Fießinger wieder einmal den Puck in seiner Fanghand hatte. Nach und nach aber nahmen die Werdenfelser den Fuß vom Gas, obendrein leisteten sie sich einige Strafzeiten. Als gleich zwei Garmischer in der Kühlbox waren, gelang Novak das 1:4 (36.). Mehr als ein kleiner Hoffnungsschimmer war das zwar nicht, dennoch feierte der Peißenberger Anhang diesen Treffer frenetisch.

Auch der Start ins Schlussdrittel ging für die Peißenberger völlig daneben. Innerhalb von weniger als zwei Minuten machte Riessersees Schwede Naenfeldt mit seinen Treffern zwei und drei an diesem Abend (41., 43.) das halbe Dutzend für die Hausherren voll. Obwohl das Spiel längst entschieden, „hat sich keiner aufgegeben“, lobte TSV-Coach Staltmayr. Allerdings ging der Gegner auch nicht mehr mit letzter Konsequenz zu Werke. Dennoch hätte die Niederlage für die „Eishackler“ noch höher ausfallen können. Doch Torhüter Barth sorgte mit mehreren Paraden dafür, dass es beim 1:6 blieb. Nach dieser Niederlage erwartet sich Staltmayr einen gewissen Lerneffekt bei seinen Spielenr: „Ich hoffe, dass wir was rausziehen aus diesem Spiel.“ Alles andere als traurig waren nach Spielende nicht nur der TSV-Trainer, sondern auch die Peißenberger Fans, die trotz des deutlichen Ergebnisses ihre Mannschaft feierten.

SC Riessersee – TSV Peißenberg 6:1 (2:0, 2:1, 2:0)

1. Drittel: 1:0 (0:50) Östling (Naenfeldt/Vollmer), 2:0 (14:29) A. Radu (Heiß/Müller). 2. Drittel: 3:0 (24:28) Nanenfeldt (Östling/5-4), 4:0 (26:28) Federolf, 4:1 (35:37) Novak. 3. Drittel: 5:1 (40:37) Naenfeldt (Östling/Vollmer), 6:1 (42:18) Naenfeldt (Vollmer). Strafminuten: Riessersee 10 plus 10 für Hummer, Peißenberg 14. Zuschauer: 1809

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Eishackler“ gehen auswärts leer aus
Nichts zu holen gab es für die Peißenberger „Eishackler“ am Freitagabend in Bad Kissingen. Dabei lagen die Gäste zweimal in Führung.
„Eishackler“ gehen auswärts leer aus

Kommentare