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Peißenbergs Trainer Kratzmeir reicht sofortige Kündigung ein

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Von: Roland Halmel

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Christian Kratzmeir, Trainer des Eishockey-Bayernligisten TSV Peißenberg „Miners“  erklärte seinen Rücktritt.
Hätte gern weitergemacht: Christian Kratzmeir wollte Planungssicherheit für die neie Saison, doch die wollte ihm der „Miners“-Vorstand nicht geben. Foto; halmel © Halmel

Sportlich läuft es für die Peißenberg „Miners“ in der Bayernliga-Aufstiegsrunde schlecht. Doch das ist nicht der Grund, warum Trainer Christian Kratzmeir das Handtuch warf.

Peißenberg – In der Bayernliga beginnt so langsam der Saisonendspurt, was bei einigen Vereinen für hektische Aktivitäten sorgt. Die „Donau Devils“ Ulm/Neu-Ulm etwa trennten sich in der vergangenen Woche von ihrem Trainer Robert Linke. Ein paar Tage später machte der EHC Königsbrunn, Kontrahent der Ulmer in der Abstiegsrunde, Selbiges und setzte Coach Andreas Becher vor die Tür.

Kratzmeir wollte in Peißenberg Planungssicherheit - doch die bekam er nicht

Völlig überraschend gab es in dieser Woche jetzt auch einen Trainerwechsel bei den Peißenberg „Miners“. Die in der Aufstiegsrunde noch punktlose Mannschaft des TSV und Trainer Christian Kratzmeir gehen ab sofort getrennte Wege. „Christian wollte Sicherheit, was seine Trainerposition für die Spielzeit 2022/23 angeht. Diese konnten ihm die Verantwortlichen des TSV Peißenberg nicht geben, weil sie zum aktuellen Zeitpunkt noch kein abschließendes Fazit über die laufende Saison ziehen konnten, um daraus personelle Entscheidungen für die kommende Saison zu treffen“, teilten die „Miners“-Verantwortlichen in einer Stellungnahme mit.

Mir hat die Rückendeckung der Vorstandschaft gefehlt.

Peißenbergs Trainer Christian Kratzmeir

Es gibt nach Angaben von Kratzmeir aber noch weitere Gründe, warum er mit sofortiger Wirkung sein Amt niederlegte. „Mir hat die Rückendeckung der Vorstandschaft gefehlt“, berichtete der 46-Jährige, der den Bayernligisten vor rund einem Jahr übernahm, nachdem er davor die U20 der Peißenberger trainiert hatte. „Wer mich kennt, weiß, dass ich die Mannschaft, mit der ich in dieser Saison so viel erlebt habe, zu diesem Zeitpunkt nicht in Stich lassen würde. Ich höre nicht einfach auf, wenn es schwierig wird“, sagte Kratzmeir. Er bedankte sich beim Team und den Co-Trainern ausdrücklich dafür, „dass sie alle so mitgezogen haben.“ Kratzmeir machte gleichzeitig deutlich, dass er nicht im Unfrieden gehe. „Für mich geht es um das Peißenberger Eishockey und nicht um meine Person. Ich danke der Vorstandschaft, dass sie mir als Neuling im Senioren-Eishockey die Chance gegeben haben. Und der Mannschaft wünsche ich das Beste,“ schloss Kratzmeir.

Von „Miners“-Chefin Lisa Steidl gibt‘s zum Abschied warme Worte

Von der „Miners“-Chefin Lisa Steidl wurde er mit freundlichen Worten verabschiedet. „Christian hat immer alles für den Verein gegeben. Er war von Anfang bis Ende mit vollem Herzblut dabei, was ihm und seiner Mannschaft bis zum Ende der Hauptrunde auch großen Erfolg brachte. Unsere Wege trennen sich definitiv im Guten. Wir wünschen Christian nur das Beste für seine Zukunft und freuen uns jederzeit, ihn in der Eissporthalle begrüßen zu dürfen. Danke dir „Kalle“ für deine Zeit als Trainer im Nachwuchs und als Seniorentrainer.“ In den verbleibenden Spielen werden die „Miners“ von den bisherigen Co-Trainern Sepp Staltmayr und Stefan Ihsen betreut. „Wir werden nicht groß umstellen und das Eishockey nicht neu erfinden“, erklärte Staltmayr, der von der Entwicklung der vergangenen Tage ebenfalls überrascht ist.

Bewährungsprobe für das Trainerduo Staltmayr/Ihsen

Diesen Freitag hat das Trainerduo seine erste Bewährungsprobe beim ERSC Amberg (20 Uhr). „Wir fahren da hin, um unser bestes Eishockey zu zeigen. Dann schauen wir, was dabei rauskommt,“ so Staltmayr. Er hofft, dass der Trainerwechsel im Team keine negativen Spuren hinterlassen hat. Am Sonntag erwarten die Peißenberger dann den EHC Klostersee (17.30 Uhr), der die Aufstiegsrunde mit sechs Siegen aus sieben Spielen anführt. „Klar sind wir da Außenseiter, aber wir haben den EHC in der Hauptrunde zweimal geschlagen. Warum soll das nicht ein drittes Mal klappen“, so Staltmayr. Am kommenden Wochenende steht ihm Valentin Hörndl wieder zur Verfügung. Markus Andrä kann nur am Sonntag spielen, hinter dem Einsatz von Nachwuchsmann Denis Degenstein steht ein Fragezeichen. „Drei Sturmreihen bekommen wir zusammen“, verkündet Staltmayr.

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