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Peißenberg diszipliniert und geduldig

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Von: Roland Halmel

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Peißenbergs Torhüter Jonathan Kornreder kam beim Peißenberger 5:2-Sieg gegen den ESC Geretsried zu seinem zweiten Einsatz in dieser Saison (hinten im weißen Trikot sein Mannschaftskamerad Tobias Maier).
Gelungene Vorstellung: Peißenbergs Torhüter Jonathan Kornreder kam gegen Geretsried zu seinem zweiten Einsatz in dieser Saison. Der TSV-Goalie hielt sicher und musste sich nur zweimal geschlagen geben. © Hans Lippert

Es war nicht alles Gold, was glänzte. Doch die Peißenberg „Miners“ hielten sich an die ausgegebene Marschroute - und sie wurden für ihre Geduld belohnt.

Peißenberg – Gastspiele bei den „Riverrats“ des ESC Geretsried sind für die Gegner meist mehr als unangenehm. Davon können sie auch beim TSV Peißenberg ein Lied singen. Nicht ganz so unangenehm wie sonst verlief der Auftritt der „Miners“ am vergangenen Sonntag beim Tabellenzwölften der Bayernliga. Die Mannschaft von Trainer Christian Kratzmeir bewies gegen die stark ersatzgeschwächten Geretsrieder Geduld und entführte mit einem 5:2 (1:1, 1:0, 3:1)-Erfolg die erhofften drei Punkte. „Die Jungs haben das gemacht, was wir uns vorgenommen hatten“, berichtete der merklich zufriedene Kratzmeir.

Eishockey: Geretsried bietet gegen Peißenberg nur zwölf Feldspieler auf

„Wir wollten schnell und aggressiv spielen, aber auch geduldig bleiben“, nannte Kratzmeir die taktische Marschroute gegen die „Riverrats“, die auf zahlreiche Leistungsträger, darunter beide Kontingentspieler, verzichten mussten und nur zwölf Feldspieler zur Verfügung hatten. „In so einer Situation kann ein Team auch über sich hinauswachsen“, hatte der „Miners“-Coach deshalb seine Mannschaft im Vorfeld gewarnt, den Gegner deshalb auf die leichte Schulter zu nehmen.

Eishockey: Peißenberg hat viele Chancen, kann daraus zunächst aber kaum Kapital schlagen

Diese Warnung kam nicht grundlos, was das Führungstor der Hausherren durch einen verdeckten Schuss von Dominic Fuchs zeigte (4.). Die selbstbewusst auftretenden Peißenberger ließen sich aber nicht aus der Ruhe bringen und antworteten mit dem 1:1-Ausgleich durch Niko Fissekis (10.) ziemlich schnell. Weitere Tore gelangen den spielbestimmenden Gästen bis zum ersten Wechsel aber nicht mehr. „Obwohl wir dreimal so oft wie Geretsried aufs Tor geschossen haben“, kommentierte Kratzmeir die fehlende Effektivität in seinem Team.

Eishockey: Geretsried gibt trotz deutlichen Rückstand nicht auf

Diesbezüglich wurde es im Mittelabschnitt, den die Geretsrieder weitgehend ausgeglichen gestalteten, auf Seiten der „Miners“ nicht wirklich besser. Lediglich Dominic Krabbat gelang es, ESC-Torhüter Martin Morczinietz zum 2:1 zu überwinden (30.). Im Schlussdrittel zahlte sich die Geduld der Peißenberger aus. Bei den Gastgebern machte sich zunehmend auch der Kräfteverschleiß bemerkbar – und das nutzten Tomas Rousek während einer Überzahl für den TSV (47.) sowie Simon Sendl (53.) zu einem Doppelschlag, durch den die „Miners“ auf 4:1 davonzogen. Trotz des Drei-Tore-Rückstands gaben sich die Gastgeber aber nicht auf. Jonathan Kornreder, der zu seinem zweiten Saisoneinsatz kam, hielt aber alles, was auf seinen Kasten kam. Erst kurz vor Schluss musste er sich, als die Peißenberger gleich zwei Akteure weniger auf dem Eis hatten als der Gegner von Daniel Bursch überwinden lassen – 2:4 (60.). Die Geretsrieder setzten daraufhin alles auf eine Karte und nahmen ihren Torhüter zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Ein Unterfangen, das nicht von Erfolg gekrönt war – im Gegenteil. Nur 21 Sekunden später beförderte Fissekis die Scheibe ins verwaiste Geretsrieder Gehäuse zum 5:2-Endstand. Mit diesem Sieg festigten die Peißenberger den dritten Platz in der Bayernliga.

Eishockey: Heimspiel der „Miners“ am Sonntag gegen Dorfen steht auf der Kippe

Trotz der angespannten Situation aufgrund stetig steigender Inzidenzwerte versucht TSV-Sprecher Andreas Schugg, positive Stimmung zu verbreiten. „Wir bleiben weiterhin fokussiert und gehen auch ganz normal in die nächste Woche mit der Vorbereitung auf Freitag.“ Dennoch ist ihm bewusst, dass vermutlich noch diese Woche der Inzidenzwert von 1000 im Landkreis Weilheim-Schongau überschritten wird (gestern stand sie bei 963). Und das bedeutet, dass sämtliche Sportstätten geschlossen werden, Training und Spielbetrieb sind dann nicht mehr möglich. Es ist also davon auszugehen, dass das für kommenden Sonntag terminierte Heimspiel der „Miners“ gegen den ESC Dorfen ins Wasser fällt. Der Peißenberger Sprecher hofft auf die Hilfe höherer Mächte: „Wir wollen jetzt einfach positiv bleiben und hoffen sehr auf den Inzidenz-Gott, dass er diesen Wert nicht noch weiter steigen lässt.“ Besser sind die Chancen auf eine Austragung für das Gastspiel am Freitag beim ERSC Amberg. Die Inzidenz im oberpfälzischen Landkreis Amberg-Sulzbach war gestern bei 568.

Statistik

ESC Geretsried - TSV Peißenberg 2:5 (1:1, 0:1, 1:3)

1. Drittel: 1:0 (3:55) Fuchs (Bursch), 1:1 (9:59) Fissekis (Krabbat). 2. Drittel: 1:2 (29:33) Krabbat (Fissekis). 3. Drittel: 1:3 (46:10) Rousek (Ondörtoglu/5-4), 1:4 (52:17) Sendl (Brauer), 2:4 (59:09) Bursch (Heigl, Jorde/5-3), 2:5 (59:30) Fissekis (Brauer, Krabbat/Empty-Net-Goal). Strafminuten: Geretsried 4, Peißenberg 10. Zuschauer: 150.

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