Tomas Rousek traf im Penaltyschießen gegen Klostersee als einziger Schütze.
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Und drin ist das Ding: Tomas Rousek traf im Penaltyschießen als einziger Schütze. Damit bescherte er dem Peißenberger Team auch im zweiten Duell gegen Klostersee binnen zwei Tagen den Extrapunkt.

Eishockey: Peißenberg zwingt Klostersee in Verlängerung und Penaltyschießen

Tomas Rousek wird für die „Miners“ zum entscheidenden Spieler

  • Roland Halmel
    VonRoland Halmel
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Als es drauf ankam, war Tomas Rousek zur Stelle. In beiden Partien der Peißenberg „Miners“ gegen Bayernliga-Tabellenführer Klostersee spielte der Tscheche die Hauptrolle.

Peißenberg – Keinen einzigen Punkt gab der EHC Klostersee in zehn Bayernliga-Spielen bis Ende Oktober ab. Dann bremste das Coronavirus den souveränen Tabellenführer aus und zwang ihn zu einer fast dreiwöchigen Spielpause. Gleiches gelang jetzt auch den Peißenberg „Miners“, die den EHC beim Doppeleinsatz am vergangenen Wochenende zweimal im Nachsitzen bezwangen. In Grafing setzte sich die Truppe von Coach Christian Kratzmeir nach Verlängerung mit 1:0 durch, zu Hause ließen die „Miners“ einen 5:4 (1:2, 0:1, 3:1, 0:0, 1:0)-Sieg nach Penaltyschießen folgen. „Vier Punkte gegen den Spitzenreiter, das ist natürlich überragend“, sagte der übers ganze Gesicht strahlende Kratzmeir. In Euphorie verfallen wollte er aber nicht, schließlich kehrte der Bayernliga-Spitzenreiter nach der Zwangspause merklich geschwächt aufs Eis zurück. „Uns haben vier Spieler aus den ersten beiden Reihen gefehlt, und einige Spieler waren auch noch nicht richtig fit“, berichtete EHC-Trainer Dominik Quinlan, der trotz der beiden Niederlagen nicht unzufrieden war, „weil die Jungs alles gegeben haben.“

Eishockey: Peißenberg im Heimspiel gegen Klostersee teilweise drucklos

Das war bei den Peißenbergern im Heimspiel am Sonntag im zweiten Drittel eher nicht der Fall. „Da waren wir nicht bereit und sind dann auch auf der Bank negativ geworden“, beschrieb Kratzmeir die schwache Vorstellung im Mittelabschnitt. Seine Mannschaft agierte ohne Druck aufs gegnerische Tor und leistete sich viele Strafzeiten. Klostersee, das sich nach der Niederlage im Hinspiel gut auf die Peißenberger eingestellt hatte, wusste aus dieser Schwächephase der Hausherren aber nur bedingt Kapital zu schlagen. Der einmal mehr überragende TSV-Torhüter Korbinian Sertl hielt sein Team im Spiel.

Eishockey: Nach dem zweiten Drittel liegt Peißenberg mit zwei Toren zurück

Im ersten Durchgang brachte Philipp Quinlan die Gäste in Front (7.). Tomas Rousek glich während einer fünfminütigen Überzahl für die „Miners“ aber schnell aus (10.). Wäre es nach Kratzmeir gegangen, hätte Klostersees Raphael Käfer nach seinem Kniecheck gegen Niko Fissekis eine wesentlich höhere Strafe aufgebrummt bekommen. „Nach dem neuen Regelwerk ist das eine Matchstrafe“, sagte Kratzmeir, dessen Laune nach dem erneuten Führungstreffer des EHC durch Yannick Kischer (18.), bei dem sein Team schlecht verteidigte, weiter sank. Mit einem abgefälschten Schuss erhöhte Kischer Anfang des zweiten Abschnitts gar auf 3:1 (22.). Die einzig gute Chance der Hausherren im Mitteldrittel ließ Dominic Krabbat ungenutzt, als er nach einem Solo an EHC-Goalie Philipp Hähl scheiterte (37.).

Eishockey: Im Schlussdrittel übernimmt Peißenberg mehr und mehr das Kommando

Die Ansprache von Kratzmeir in der zweiten Drittelpause und einige Umstellungen zeigten dann aber positive Wirkung bei den Peißenbergern. Sie kamen wie verwandelt aufs Eis zurück. Mit einem Doppelschlag innerhalb von 45 Sekunden sorgten Rousek (42.) und Fissekis (43.) für den 3:3-Gleichstand. Den Gästen schwanden in der Folge immer mehr die Kräfte. Die „Miners“ übernahmen immer mehr das Kommando. Krabbat gelang nach schönem Zuspiel von Max Malzatzki auch der Führungstreffer (54.), den der EHC durch Lynnden Pastachak aber nur 63 Sekunden später egalisierte (55.). Weitere Treffer fielen in der Folge nicht mehr. Krabbat scheiterte mit einem Penalty an EHC-Goalie Hähl (57.). Da auch die Verlängerung torlos blieb, musste die Entscheidung im Penaltyschießen fallen. Sertl hielt dabei überragend. Auf der Gegenseite traf nur Rousek, während Malzatzki und Krabbat scheiterten. Das reichte den „Miners“ aber zum Gewinn des Zusatzpunkts.

Eishockey: Hochspannung auch beim Hinspiel in Grafing

Genauso spannend war es bereits zwei Tage zuvor beim ersten Aufeinandertreffen in Grafing zugegangen. Die ebenso wie die Hausherren ersatzgeschwächten Peißenberger – unter anderem fehlten Valentin Hörndl und Krabbat – gestalteten den ersten Durchgang offen. Bei einigen Überzahlspielen ließen sie aber mehrfach die Chancen zur Führung liegen. Im zweiten Drittel war der EHC das deutlich gefährlichere Team. Die „Miners“ hatten Glück, denn Klostersee vergab einige Großchancen und traf unter anderem das Gestänge. Zudem lief Torhüter Sertl einmal mehr zur Höchstform auf.

Eishockey; Rouseks Schlenzer entscheidet die Partie

Im Schlussabschnitt dominierten die Abwehrreihen das Geschehen, den Rest erledigten die beiden starken Torleute. Chancen blieben daher Mangelware, sodass es nach 60 torlosen Minuten in die Verlängerung ging. Die Overtime dauerte gerade einmal 17 Sekunden, dann hatte Rouseks Schlenzer zum 1:0 dieses Duell zu Gunsten der „Miners“ entschieden. „Für Tomas freut es mich besonders. Ich denke, das Tor war der Brustlöser für ihn“, urteilte Kratzmeir.

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