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Grenzenloser Jubel: Eine Sekunde vor Schluss traf Benedikt Galler zum Siegtreffer für die SG Schliersee/Miesbach 1b, die dadurch im Halbfinale der Bezirksliga steht und weiter vom Aufstieg träumen darf.

Halbfinale erreicht

SG 1b: Krimi mit erfolgreichem Ausgang

  • vonThomas Spiesl
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Wortwörtlich in letzter Sekunde macht die SG Schliersee/Miesbach 1b den Halbfinal-Einzug in der Eishockey-Bezirksliga perfekt.

Miesbach – Was für ein Spiel! Was für ein Finale! Was für ein Erfolg! Die Nerven der Zuschauer wurden wahrlich nicht geschont, beim dritten und alles entscheidenden Viertelfinalspiel zwischen der SG Schliersee/Miesbach 1b und dem EHC Straubing. Beide Teams hatten je ein Duell für sich entschieden, sodass die Entscheidung in Miesbach fallen musste. Letztlich hätten es beide Seiten verdient gehabt, ins Bezirksliga-Halbfinale einzuziehen, das bessere Ende hatten aber die Landkreis-Cracks mit einem 6:5-Sieg für sich.

Vor allem die Schlussphase hatte es in sich. Zwei Minuten vor dem Ende sahen die Gastgeber beim Stand von 5:3 bereits wie der sichere Sieger aus. Dann nahmen die Gäste den Keeper zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und kamen auf 5:4 heran. Gut 30 Sekunden später war die Ernüchterung bei den Renken groß, denn Straubing kam, wieder mit einem Feldspieler mehr, zum 5:5-Ausgleich. Dann fünf Sekunden vor dem Ende Bully in der Angriffszone: Der erste Schuss: abgewehrt; der Nachschuss: wieder abgewehrt; der dritte Versuch: grenzenloser Jubel bei der SG. 59:59 Minuten zeigte die Anzeigetafel, als Benedikt Galler den Straubinger Keeper mit seinem Siegtreffer zum 6:5 überwand.

Mit einer Ehrenrunde, einer Kegeleinlage und etlichen Tänzchen feierten die Schlierseer und Miesbacher gemeinsam mit ihren Fans anschließend den Einzug ins Halbfinale gegen die SG Bayersoien/Peiting 1b

Doch der Reihe nach: Den besseren Start in Miesbach erwischten die Gäste, die SG-Keeper Markus Voit nach einer Minute erstmals bezwangen. Fortan ging es auf und ab, die Zuschauer bekamen eine schnelle und ausgeglichene Begegnung zu sehen. Daran hatten auch die umsichtigen Schiedsrichter ihren Anteil, die viel laufen ließen. Eine Zwei-auf-Eins-Situation schloss Seppi Ziegler zum 1:1 ab.

Auch das zweite Drittel war ausgeglichen, mit leichten Vorteilen für die Schlierseer und Miesbacher, Benedikt Galler brachte die Hausherren erstmals in Führung, dann hielt Voit seine Truppe in Unterzahl mit starken Paraden im Spiel, ehe wiederum Galler auf 3:1 stellte. Im Schlussabschnitt traf Maxi Haug per Blueliner zum 4:1, doch Straubing kam postwendend heran auf 4:2. Dann machten es die Gäste mit dem 4:3 spannend, ehe Dominik Willibald mit einem Rückhandtreffer für die vermeintliche Vorentscheidung zum 5:3 sorgte. Doch es folgte die wohl verrückteste Schlussphase, die man im Miesbacher Eisstadion seit Langem zu sehen bekam.

„Da sieht man wie nahe Genie und Wahnsinn beieinander liegen, aber das sind genau die Momente, für die man Eishockey spielt. Im ersten Drittel waren wir übernervös, Straubing war gut aufgestellt und hat alles versucht“, sagte Trainer Horst Forster nach der Begegnung. „Dann sind wir besser ins Spiel gekommen und wollten im letzten Drittel den Sack zumachen, was wir eigentlich auch geschafft haben. Was dann in den letzten Minuten passiert ist, weiß ich nicht, wir hatten weiche Knie und Angst vor dem Sieg, aber das ist egal, jetzt kann es so weitergehen.“

SG Schl./Miesb. 1b – EHC Straubing 6:5 (1:1/2:0/3:4)

Aufstellung: Voit (Veicht) - Haug, Empl, Guggenbichler, Weißenbacher, Keck, Nowak – Eggert, Ziegler, Weiler, Schweinsteiger, Tippl, Seefeldt, Galler, Willibald, Schuster, Schorer, Meineke, Höck, Stumböck.

Torfolge: 0:1 (1.) Bernhard (Franz, Penzkofer) 5-4 PP, 1:1 (10.) Ziegler (Schorer, Tippl), 2:1 (27.) Galler, 3:1 (40.) Galler (Willibald), 4:1 (44.) Haug (Schweinsteiger), 4:2 (47.) Bernhard (Franz, Wolf) , 4:3 (55.) Franz (Bernhard, Wolf) 5-4 PP, 5:3 (58.) Willibald (Schorer, Meineke), 5:4 (59.) Bernhard (Welter, Dünnbier), 5:5 (59.) Bernhard (Wolf, Rothhammer), 6:5 (60.) Galler.

Strafen: SG 6 – EHC 6 + 10 Minuten gegen Wittenzellner, Welter & Dünnbier + Spieldauer gegen Welter.

Zuschauer: 99.

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